Diskussionswürdige Heimniederlage gegen Homburg
Bereits am dritten Spieltag musste der mit großen Ambitionen in die Saison gestartete SV Sandhausen mit der 1:3-Heimniederlage gegen den FC Homburg den ersten Dämpfer hinnehmen, der am kommenden Samstag um 14 Uhr ausgebügelt werden soll, wenn der SVS am 4. Spieltag der Regionalliga Südwest im Moselstadion bei Eintracht Trier antritt.

Niederlage unter erschwerten Bedingungen
Eine Niederlage unter erschwerten Bedingungen, denn im zweiten sieglosen Heimspiel wurde zum zweiten Mal ein Sandhäuser Akteur des Feldes verwiesen und diesmal bereits nach 22 Minuten, indem Kapitän Marco Kehl-Gomez wegen einer Notbremse als angeblich letzter Mann diskussionswürdig glatt Rot sah.

„Es war eine unterirdische Leistung des Schiedsrichters“
SVS-Präsident Jürgen Machmeier
Präsident Jürgen Machmeier war bereits früh in der Saison einmal mehr auf die Palme gebracht: „Wir haben heute nicht gegen elf, sondern gegen zwölf gespielt – eine unterirdische Leistung des Schiedsrichters.“ Kehl-Gomez zur Situation: „Es war ein taktisches Foul und damit eine Gelbe Karte.“

„Insgesamt kassieren wir die Tore zu einfach“
SVS-Keeper Arthur Lyska
Im Sandhäuser Tor stand etwas überraschend für Lukas Schneller, dem Trainer Kevin Stotz trotz Unsicherheiten in den vorherigen Spielen den Rücken gestärkt hatte, der ehemalige Stammtorwart Arthur Lyska, der nach dem Spiel analysierte: „Die Rote Karte hat uns natürlich nicht in die Karten gespielt und war aus meiner Sicht strittig. Nach dem 0:2 haben wir aber noch einmal eine super Reaktion gezeigt und uns Chancen herausgespielt. Insgesamt kassieren wir die Tore leider zu einfach. Daran müssen wir arbeiten.“

Ist eine Nachbesserung im Defensivbereich erforderlich?
In der Tat: Nach dem 0:2 waren bereits 75 Minuten absolviert und den Homburgern mit einer besseren Spielanlage wurde es bei den Treffern trotz Unterzahlspiel vor allem über beide Außenbahnen zu einfach gemacht. Lyska war ein Gewinner des Spiels und verhinderte mit zwei Reflexen gegen allgemein bissigere Gäste einen sogar höheren Rückstand. Es bleibt die Frage, ob für die Defensive auf dem Transfermarkt bis Ende des Monats nachgebessert werden muss, gegen Homburg waren es die Gegentore sechs bis acht im dritten Spiel.

Chronische Heimschwäche des SVS
Nichts desto trotz gilt: Wenn die nicht zu Unrecht mit viel Vorschusslorbeeren ausgestattete Sandhäuser Offensive in Trier an die Leistung aus der ersten Halbzeit in Fulda anknüpfen kann, sollte auch dort was möglich sein – an der chronischen Heimschwäche in diesem Jahr und damit Spielen, in denen man mehr die Initiative übernehmen muss, muss dringend noch gefeilt werden.

Differenzen sind noch nicht ausgeräumt
Bei der Partie im Moselstadion könnte der jungen Yanis Outman für den erfahrenen gesperrten Kehl-Gomez das Team komplettieren und ein Support der SVS-Fans ist auch wieder gewiss, nachdem es beim Spiel gegen Homburg noch still blieb, da Differenzen zwischen Fans und Verein noch nicht ausgeräumt sind. Auf eine baldige Rückkehr von Königstransfer Felix Lohkemper, der bereits wieder das Individualtraining aufnehmen konnte, ist auch zu hoffen.

Pokalgeschichte geschrieben
Die Eintracht aus Trier hatte für das Erstrundenspiel im DFB-Pokal ein großes Los gezogen, war aber am vergangenen Samstag beim 0:6 gegen den Bundesligisten RB Leipzig chancenlos und hat somit noch ein Ligaspiel nachzuholen. In der Saison 1997/98 sorgten die Trierer noch für Furore im DFB-Pokal, als man mit der späteren Sandhäuser Torhüterlegende Daniel Ischdonat zwischen den Pfosten Schalke 04 und Borussia Dortmund aus dem Wettbewerb kegelte und erst im Halbfinale ausschied. Qualifiziert hatte sich das aktuelle Team von Trainer Thomas Klasen durch den Gewinn des Rheinlandpokals erstmals seit zehn Jahren, der dem mit begrenzten Mitteln ausgestatteten Klub zusätzlich mindestens 200.000 Euro bescherte, der sowohl Mannschaft wie auch Infrastruktur zugute kam.

„Ich sehe sehr viel Talent und eine sehr entwicklungsfähige Mannschaft“
Eintracht-Trainer Thomas Klasen
Rund 1.200 Trier-Fans waren bei einem Fanmarsch vom Wahrzeichen Porta Nigra zur Endspielstätte Moselstadion gepilgert. Neue Saison, neues Glück: Vor dem Spiel gegen Sandhausen hat der Klub aus der malerischen Weinregion Mosel die zusätzliche Belastung des Zweitrundenspiels im diesjährigen Landespokal Rheinland bei der SG Ruwertal Kasel. Bei jeweils neun Zu- und Abgängen hielt sich der Umbruch in Grenzen, aber der Kader wurde verjüngt und Trainer Klasen sagt: „Ich sehe sehr viel Talent und eine sehr entwicklungsfähige Mannschaft, mit der man wahrscheinlich mehr Geduld braucht als in den vergangenen zwei Jahren.“

Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz
Ein einstelliger Tabellenplatz wurde als Ziel ausgerufen. Verstärkungen sind aber noch vorgesehen, da in der Abwehr sowohl Neuzugang Corsten wie auch der ehemalige Sandhäuser Laux und der wichtige Mittelfeldspieler König verletzt ausfallen. Jonas Singer kam vom Ligakonkurrenten aus Steinbach und hat mit einem Doppelpack beim überraschenden 2:1-Erfolg der Moselaner am 2. Spieltag beim VfR Mannheim aufhorchen lassen.

Mögliche Aufstellungen:
Eintracht Trier: Wechsel – Held, Rahn, Spang, Pelzer, Dittrich – Wähling, Kritzer, Singer – Sausen, Marceta
SV Sandhausen: Lyska – Yigit, Schulz, Osee, Mazagg – Tarnat, Outman – Mamutovic, Ferati, Tasdelen – Leonidis
AM
Fotos: foto2press













