Punkterückstand bzw. Vorsprung nach oben und unten ist beachtlich
Im fünften Anlauf hat der SV Sandhausen den Bann gebrochen und mit dem 2:1 bei der gegen den Abstieg kämpfenden TSG Balingen den ersten Pflichtspielsieg im Jahr 2026 eingefahren. Durch das späte Siegestor von Routinier Robin Krauße hat der SVS seinen Platz im Tabellenmittelfeld der Regionalliga Südwest gefestigt und möchte den ersten Heimsieg des Jahres folgen lassen, wenn am Samstag Eintracht Trier um 14 Uhr im Stadion am Hardtwald gastiert. Einen Heimsieg, den sich SVS-Präsident Jürgen Machmeier ganz bersonders anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Hardtwaldstadions wünscht. Bei 13 Punkten Rückstand zum einzigen Aufstiegsplatz und 16 Punkten Vorsprung zum ersten Abstiegsplatz scheint die Luft aus der ersten Saison nach dem Neuanfang bereits zehn Spieltage vor Saisonende draußen zu sein.

„Die Jungs haben den Matchplan gut umgesetzt“
SVS-Cheftrainer Olaf Janßen
Doch Coach Olaf Janßen wurde nach den Enttäuschungen aus den Partien gegen Bahlingen und beim Aus im bfv-Pokal gegen den VfR Mannheim von seinem Team wieder (etwas) versöhnt: „Wir hatten einen Matchplan, wollten tiefer verteidigen – und das haben die Jungs gut umgesetzt. Die Mannschaft hat gelitten, aber trotzdem ihre Meter gemacht. Besonders freut es mich für Robin Krauße. Er war in den letzten Wochen nicht immer mit sich zufrieden, aber er ist ein absoluter Top-Charakter, zieht die Mannschaft auf und neben dem Platz mit. Wenn er dann auch noch das entscheidende Tor erzielt, freut mich das doppelt.“

Ein Dutzend Ausfälle
Umso zufriedener konnte Janßen sein, da er die Ausfälle von zwölf aus allen Mannschaftsteilen ausfallenden Spielern beklagen musste und vier U19-Spieler im Aufgebot hatte. Besonders schmerzlich vermisst werden wegen muskulären Problemen Torjäger Pascal Testroet und sein junger Stellvertreter Maximilian Wagner (Fissur am Schambein). David Mamutovic und Teoman Akmestanli mussten wegen Gelb-Roten Karten aus dem Pokalspiel pausieren.

Neuzugänge noch ohne Torerfolge
Die Winter-Neuzugänge Marvin Schulz und Robert Ramsak blieben bisher ohne Torerfolg, dafür konnte sich Luca de Meester im neuen Jahr bereits als zweifacher Torschütze auszeichnen. Janßen hatte de Meester, mit dem er bereits bei Viktoria Köln arbeitete, ein großes Potential, das er aber nicht vollständig ausschöpfe, attestiert.

„Habe Lust, noch eine Saison dranzuhängen“
Sandhausens Kapitän und Torjäger Pascal Testroet
Allerdings hatte der 15-fache Torschütze Testroet auch positives für die Zeit nach seiner Verletzungspause zu vermelden: „Ich habe Lust, noch eine Saison dranzuhängen und an unserem Projekt mitzuarbeiten. Wir brauchen eine Führungs-Achse und einen weiteren Angreifer, der für mindestens zehn Saisontore gut ist.“ Mit beispielsweise Dauerläufer Phil Halbauer verfügt Janßen bereits über Spieler, die für eine Führungsrolle im Team prädestiniert sind.

Revanche für die Hinspielniederlage
Zunächst sollten zu den 38 Punkten des SVS aber noch ein einige hinzukommen, um auf der ganz sicheren Seite zu sein und das am besten gegen Eintracht Trier, gegen die man sich für die 1:3-Hinspielniederlage im Moselstadion revanchieren möchte.
Situation im Abstiegskampf
Theoretisch könnte auch noch der Tabellenvierzehnte absteigen, auf den der Vorsprung der Sandhäuser momentan neun Punkte beträgt, doch dazu müsste neben dem SSV Ulm, der momentan auf Abstiegskurs aus der 3. Liga ist noch beispielsweise der 1. FC Saarbrücken kommen, was aber unwahrscheinlich erscheint.

Zuhause hui, auswärts pfui
Eintracht Trier auf Platz 12 ist bei zehn Punkten Vorsprung auf Rang 15 auch auf der fast sicheren Seite im Kampf um den Klassenerhalt, was ausschließlich auf die Heimstärke zurückzuführen ist: Der an der Weinregion Mosel beheimatete Klub belegt Platz 2 in der Heimtabelle und umgekehrt den vorletzten Platz in der Auswärtstabelle. Der bisher einzige Auswärtssieg gelang bei den Offenbacher Kickers.
Entscheidungsspieler König
Mittelfeldspieler Sven König, den Trainer Thomas Klasen aufgrund seiner Entscheidungsvielfalt im letzten Drittel als Unterschiedsspieler ansieht, hat acht Treffer auf dem Konto – Stürmer Damjan Marceta traf neunmal. Mit Mateo Biondic wurde allerdings der beste Scorer in der Winterpause an den belgischen Champions-League-Teilnehmer Union Saint-Gilloise abgegeben, was mit der Verpflichtung des ehemaligen Drittligaprofis Sean Seitz, der bisher noch torlos blieb, kompensiert werden soll.

„Die Erwartungshaltung ist Wahnsinn“
Triers Trainer Thomas Klasen
Im Hinspiel wurde Biondic mit zwei Treffern noch zum SVS-Schreck. Klasen führte den Klub nach dem Abstieg in die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar vor zwei Jahren sofort zurück in die Regionalliga und fand zum Rückrundenbeginn kritische Worte: „Auch wenn es hier manch einem leider nicht schnell genug geht – die Erwartungshaltung ist Wahnsinn: Vor zwei Jahren waren wir noch in der Oberliga. Ich habe einen auslaufenden Vertrag. Wenn man mit mir zu 100 Prozent zufrieden ist und das so sieht, dann wären wir schon früher zusammengekommen und hätten vielleicht schon die Gespräche geführt. So muss ich weiterhin zeigen, dass wir mit der Mannschaft auf einem guten Weg sind.“
Mögliche Aufstellungen:
SV Sandhausen: Schneller – Akmestanli, K. Schulz, Gipson – Kolbe, Krauße, Tarnat, Halbauer – Herrmann, de Meester – Ramsak
Eintracht Trier: Novakovic – Heinz, Laux, Rahn – Herber, Spang, König, Tekerci, Wrusch, Yavuz – Sausen
AM
Fotos: foto2press













