TSG kann einen weiteren großen Schritt in Richtung Königsklasse machen
Am 24. Bundesliga-Spieltag empfängt die TSG Hoffenheim am Samstag um 15:30 Uhr in der Sinsheimer Arena an der A6 den Hamburger Kultklub FC St. Pauli. Angesichts der Heimstärke mit acht Siegen in Folge sowie der aktuellen Top-Form, die die Kraichgauer weiter auf Champions League-Kurs hält, dürfte das Duell gegen die abstiegsbedrohten Hanseaten eigentlich nicht zum Stolperstein für die Gastgeber werden. Die TSG ist weiterhin auf Erfolgskurs, auch wenn sie am vergangenen Spieltag im „Kölner Geisterspiel“ beim 2:2-Unentschieden zwei zusätzliche Punkte liegen ließ. Doch trotz besseren statistischen Werten und spielerischer Dominanz reichte es gegen die Rheinländer nicht zum finalen Siegtreffer.

Kein klares Statement zur Champions League
Elf Spieltage vor Saisonende sind die Aussichten für eine Qualifikation für die Königsklasse des europäischen Fußballs vielversprechend. TSG-Trainer Christian Ilzer, der inzwischen Woche für Woche darauf angesprochen wird, ist es inzwischen leid ständig hierzu ein Statement abzugeben. Der Österreicher macht deutlich, dass man sich nur langsam herantastet: „Wir haben die Vision im Kopf, aber konzentrieren uns, einen Schritt nach den anderen zu setzen. Unser nächster Schritt ist immer der nächste Gegner.“ Dem pflichtet sein Landsmann Andreas Schicker in dessen Funktion als Geschäftsführer Sport bei der TSG nur bei: „Wir denken im Moment noch nicht in Richtung Champions League, sondern bleiben bei unserem bisherigen Ansatz. Damit sind wir sehr gut gefahren. Wenn wir vor den letzten Runden der Saison weiterhin auf einer guten Position stehen, kann man das Thema auch noch einmal anders bewerten.“

Auswärtsschwache Hamburger
Auch wenn die Kiez-Kicker auf dem Relegationsplatz mitten im Abstiegskampf stecken, so darf man sie auf keinen Fall unterschätzen. Die Norddeutschen gelten nicht gerade als auswärtsstark, holten in elf Partien nur zwei Punkte (1:1 in Köln und 0:0 in Mainz). 2026 gingen alle fünf Pflichtspiele auf des Gegners Platz verloren – vier in der Bundesliga und eines im DFB-Pokal in Leverkusen.
Wieder in Schlagdistanz
Nach der wiedergewonnen Heimstärke, die sich am vergangenen Spieltag mit einem 2:0-Heimsieg über Bremen fortsetzte, sind die Hamburger gegenüber der vor ihnen platzierten Konkurrenten aus Wolfsburg (punktgleich), Gladbach und Mainz (je zwei Punkte entfernt) wieder in Schlagdistanz.

„Die spielen genau in diesem Regal, genau da gehören sie hin“
St. Pauli-Trainer Alexander Blessin
Trainer Alexander Blessin, der in der Saison 2005/06 für die TSG Hoffenheim spielte, findet viel Lob für seinen ehemaligen Verein: „Viele Spieler, die einfach vom Spielstil nicht gepasst haben, wurden abgegeben. Dafür junge, hungrige Spieler mit der richtigen Mentalität für ihre Art zu spielen geholt. Die spielen genau in diesem Regal, genau da gehören sie hin.“ Ob die Gäste womöglich wie in der Vorsaison wieder drei Punkte aus Sinsheim entführen können, sieht der FC-Coach als „eine absolute Herausforderung.“

Lauf- und Sprintstärke
Sowohl Hoffenheim als auch St. Pauli zählen mit durchschnittlich 120 Kilometern pro Spiel zu den laufstärksten der Liga. Was die Anzahl der Sprints anbelangt, liegen jedoch Welten zwischen den beiden. Hier sind die Gastgeber das ligaweit stärkste Team, während die Hamburger in dieser Kategorie als Letzter deutlich hinterherhinken.
Offensivpower trifft auf Standardspezialisten
Auf der einen Seite steht die Hoffenheimer Top-Offensive mit 49 Treffern als zweitbester Angriff der Bundesliga, während auf der anderen Seite die Norddeutschen sich den Ruf als Standardspezialisten erworben haben, indem sie die Hälfte ihrer 22 Treffer aus ruhen Bällen erzielt haben.

Zwei unterschiedliche Duelle
In der Hinserie trafen beide Mannschaften innerhalb weniger Tage gleich zweimal am Millerntor aufeinander. Während die Kraichgauer in der Liga nach Treffern von Bazoumana Toure (54.), Andrej Kramaric (59.) und Grischa Prömel (79.) einen souveränen 3:0-Erfolg feiern konnten, so triumphierte kurz darauf der Kiez-Klub in der 2. Runde des DFB-Pokal, als er die TSG im Elfmeterschießen aus dem Wettbewerb warf.
Fotos: Kraichgaufoto und foto2press













