Hoffenheim ist kein gern gesehener Gast in der Domstadt
Das feuchtfröhliche und ausgelassene Karnevalstreiben in Köln ist seit Aschermittwoch vorüber und in der Domstadt konzentriert man sich wieder dem Bundesliga-Alltag. Ganz besonders, wenn der „Effzeh-Kölle“ am Samstag um 15:30 Uhr den Tabellendritten TSG Hoffenheim empfängt. Ein Duell, das meist sehr emotional und spannend verläuft. Rund 1.500 Hoffe-Fans werden dabei ihre Mannschaft unterstützen.

Rekord-Hoffenheimer strotzen vor Selbstvertrauen
Die Gäste aus dem Kraichgau strotzen weiter nur so vor Selbstvertrauen, was sechs Siege aus den letzten sieben Pflichtspielen im Jahr 2026 eindruckvoll unterstreichen. Die Ilzer-Truppe, die mit 45 Punkte nach 22 Spieltagen einen neuen Vereinsrekord aufgestellt hat, scheint unaufhaltsam in Richtung Champions League zuzusteuern. Den positiven Lauf möchten die Nordbadener unter allen Umständen auch in Köln fortsetzen. Zudem haben die Blau-Weißen nach der 0:1-Hinspielniederlage, der seither letzten in der heimischen Arena, noch eine offene Rechnung mit den Gastgebern.

„Effzeh“ möchte den Negativlauf stoppen
Dagegen möchte das Geißbockteam endlich mal gegen ein Team aus den Top 6 der Liga gewinnen, was ihnen im bisherigen Saisonverlauf verwehrt blieb. Der Aufsteiger, der vor allem durch seine lauf- und kampfstarke Spielweise überzeugt, belegt nach 22 Spieltagen Rang 12. Angesichts des dünnen Polsters von vier Punkten bis zum Relegations- und sechs bis zum ersten direkten Abstiegsplatz wollen die Rheinländer vor allem vor ihrem begeisterten Publikum im stets vollen RheinEnergieSTADION punkten. Nach einem guten Saisonstart hat den Klub jedoch schnell die Realität eingeholt, was im oft emotionalen Umfeld wenig Begeisterung hervorruft. Zuletzt gab es gegen die beiden Top-Teams RB Leipzig (1:2) und VfB Stuttgart (1:3) zwei Niederlagen in Folge. Mit einem Heimsieg über die bei den FC-Fans wenig beliebten Hoffenheimern soll wieder etwas Ruhe einkehren.

Kein gern gesehener Gast
Die Statistik macht diesbezüglich wenig rheinische Hoffnung, zumal die Kraichgauer in ihren bisherigen acht Gastspielen fünf Siege und drei Unentschieden feierten. Der letzte Kölner Heimsieg gegen die TSG liegt schon acht Jahre zurück. Von bisher 27 Bundesligapartien gewann die TSG 13 (acht Remis und sechs Niederlagen).
Keine Heimsiege zuletzt
Um bei der Statistik zu bleiben: Kurios, dass in den vergangenen sechs Duellen zwischen beiden Vereinen nie das jeweilige Heimteam als Sieger vom Platz ging.


Zuversichtlicher Bülter gegen die Ex-Kollegen
Für Offensivspieler Marius Bülter, der im Sommer von Hoffenheim nach Köln wechselte, wird es ein ganz besonderes Spiel. Gegen seine Ex-Kollegen glaubt er die richtige Herangehensweise zu wissen: „Wir sind gut, wenn es darum geht, Bälle hoch zu erobern und umzuschalten. Wir müssen es nur mit letzter Konsequenz ausspielen. Daran haben wir in dieser Woche gearbeitet. Hoffentlich können wir es gegen die TSG umsetzen.“

Schwächen im Offensivspiel und bei Standards
Dem Team von Trainer Lukas Kwasniok fehlte es bislang an der Durchschlagskraft, was erst 31 erzielte Treffer belegen. Auch bei Standards sind die Rot-Weißen sehr anfällig. 40 Prozent der Gegentore kassierte der 1. FC nach ruhenden Bällen. Zwei wesentliche Faktoren, die Hoffe-Coach Christian Ilzer mit Sicherheit bei der taktischen Herangehensweise eine nicht unerhebliche Rolle spielen werden.

„Ich erwarte ein offenes Spiel“
TSG-Trainer Ilzer
Trainer Ilzer sieht das Gastspiel in Köln als große Herausforderung: „In Köln zu spielen, ist immer eine große Herausforderung. Es ist sehr emotional, sehr laut und sehr intensiv. Ich erwarte ein offenes Spiel. Wir haben uns die Kölner Heimspiele angeguckt, alle Partien waren ausgeglichen. Diese Emotionalität ist ein besonderer Faktor.“

„Wir fahren dort hin, um zu überzeugen“
Hoffe-Coach Ilzer
Der Österreicher blickt sehr selbstbewusst auf die nächste Aufgabe: „Wir fahren dort hin, um zu überzeugen. Wir wollen in allen Bereichen funktionieren. Unsere Ansprache hat sich aber nicht geändert, wir sind weiterhin gierig nach Erfolg.“

Der nächste Schritt ist Köln, sonst nichts
Von den ständigen Fragen nach einer möglichen Champions League-Qualifikation zeigt sich Ilzer unbeeindruckt: „Wir haben das Ziel im Kopf. Das Gipfelkreuz ist vor uns. Aber es geht um den nächsten Schritt und der ist Köln. Da brauchen wir eine gute Leistung. Wie es medial aufgearbeitet wird, ist egal.“

Personalsituation hat sich etwas verbessert
Nach der abgelaufenen Rot-Sperre kehrt Kevin Akpoguma in den Kader zurück. Auch die wiedergenesenen Bernardo und Cole Campbell stehen wieder zur Verfügung. Fehlen wird weiterhin der ehemalige Kölner Tim Lemperle aufgrund seiner andauernden Sprunggelenksverletzung, der besonders gerne an alter Wirkungsstätte aufgelaufen wäre.
Fotos: Kraichgaufoto













