Kurpfälzer könnten einen weiteren Schritt nach oben machen
Der SV Sandhausen stellt nach dem 3:1-Erfolg beim FSV Frankfurt und damit dem vierten Auswärtssieg das zweitstärkste Team der Regionalliga Südwest auf fremden Plätzen, doch im heimischen Stadion am Hardtwald ist man noch sieglos, was sich am kommenden Freitagabend ändern soll.
Unter Kauczinski noch ungeschlagen
Nach vier Remis und einer Niederlage soll der Bann gebrochen werden, wenn Kickers Offenbach um 19 Uhr in der Partie des 12. Spieltages zum Topspiel am Hardtwald gastiert. SVS-Trainer Markus Kauczinski blieb im sechsten Ligaspiel seit seinem Amtsantritt ungeschlagen.

„Diesen Sieg haben wir uns hart erarbeitet“
Markus Kauczinski
Auch wenn der SVS-Coach zufrieden sein konnte, sprach er auch verbesserungswürdiges an: „Im Mittelfeld war der FSV über weite Strecken die bessere Mannschaft. Aber in den beiden Strafräumen waren wir konsequenter – sowohl beim Verteidigen als auch vor dem Tor. Darüber bin ich sehr froh. Diesen Sieg haben wir uns hart erarbeitet. Heute haben wir uns auch das Quäntchen geholt, das uns in den Spielen zuvor vielleicht gefehlt hat, als wir trotz guter Phasen immer wieder noch ein Gegentor kassiert haben.“

Letzter Heimsieg vor einem halben Jahr
Nach diesen sechs Partien haben sich die Kurpfälzer bei noch sieben Punkten Rückstand zur Tabellenspitze von Rang 16 auf 9 verbessert, während der kommende Gegner aus Offenbach nach einem famosen Saisonstart als Tabellenführer auf Rang 3 abgerutscht ist. „Wir wollen oben dran bleiben“, sagt Kauczinski zu Zielen. Doch gelingt es, den Rückstand von momentan vier Punkten auf den OFC zu verkürzen? Der einzige Heimsieg in diesem Jahr datiert aus dem April gegen Fulda und zuletzt in den Heimpartien gegen Ulm und Kaiserslautern II kassierte man späte Ausgleichstreffer.

Die Offenbacher Offensivpower könnte in die Karten spielen
Die zuletzt schwächelnden Offenbacher zählen bei 22 erzielten Treffern zu den offensivstärksten Teams der Liga, was dem Spiel des SVS in die Karten spielen könnte. In Frankfurt zeigte sich das Kauczinski-Team konterstark und nach jeweils technisch guter Vorarbeit von Arianit Ferati bzw. Marco Kehl-Gomez erzielte der technisch hoch veranlagte Mert Tasdelen, der unter Kauczinski regelrecht aufblüht, seine Saisontore drei und vier in den letzten fünf Spielen.

Veränderungen aufgrund von Personalnöten
Aufgrund der Personalnot agieren die beiden etatmäßigen Mittelfeldspieler Tasdelen und David Mamutovic momentan gar als Sturmspitzen. Felix Lohkemper hat nach seinem Muskelfaserriss im Oberschenkel bereits wieder individuell trainiert und könnte gegen den OFC wieder in den Spieltagskader rücken, die zweite Sturmoption Stefan Maderer hingegen dürfte noch weitere Wochen ausfallen und auch bei den Langzeitverletzten Leon Ampadu, Denis Pfaffenrot, Pablo Zahnen-Martinez, Nico Nollenberger und Yanis Outman ist noch keine Rückkehr in Sicht. Da die dritte Sturmoption Maximilian Wagner kurzfristig auch noch krank ausfiel, war der Auftritt in Frankfurt umso bemerkenswerter.


Nach starkem Saisonstart etwas nachgelassen
Die Offenbacher Kickers starteten mit der fast maximalen Punktausbeute bei fünf Siegen und einem Remis in die Saison, doch in den letzten drei Spielen holten die Hessen nur einen Punkt. Vor der Saison überreichten die OFC-Fans den Spielern einen „Rot-Weißen Leitfaden“, der die Kicker nach einer enttäuschenden letzten Saison an Grundsätze erinnern soll. „Wir glauben an harte Arbeit, Disziplin und Zusammenhalt“ heißt es darin. Bei einem starken Start in die Saison blühten bereits leise Hoffnungen beim Traditionsverein und DFB-Pokalsieger von 1970 auf eine Rückkehr in den Profifußball nach inzwischen dreizehnjähriger Zugehörigkeit in Folge in der Regionalliga.
„Ein Punkt für die Moral“
Maximilian Wolfram
Zuletzt stockte der Motor, doch Torjäger Maximilian Schmid konnte mit seinem späten Ausgleichstreffer gegen Homburg die dritte Niederlage am Stück noch abwenden und Mittelfeldspieler Maximilian Wolfram attestierte: „Es war ein Punkt für die Moral.“


Die Leichtigkeit beim Zuschauerkrösus soll zurückkehren
Trainer Mark Zimmermann zur Lage: „Die Leichtigkeit ist nicht mehr da, aber wir müssen es einfach immer wieder probieren.“ Die Offensivreihe um Wolfram sowie die Sturmspitzen Schmid und Benedikt von Hagen, die alle drei jeweils sechsmal trafen, zeigte sich bereits treffsicher. Mit Wolfram von 1860 München, der zudem bereits vier Tore auflegte sowie den beiden Ex-Sandhäusern Robin Krauße und Jakob Lewald wurde einiges an Erfahrung an Land gezogen. Bei einem Schnitt von 6.643 Zuschauern bei Heimspielen auf dem legendären Bieberer Berg sind die Hessen der klare Zuschauerkrösus der Liga.
Mögliche Aufstellungen:
SV Sandhausen: Lyska – Schulz, Kehl-Gomez, Osee – Yigit, Christiansen, Tarnat, Mazagg – Ferati- Mamutovic (Lohkemper), Tasdelen
Kickers Offenbach: Brinkies – Arh Cesen, Breitenbach, Crljenec, Lewald, Fröhlich – Garic (Staude), Krauße, Wolfram – Schmid, von Hagen
AM
Fotos: foto2press













