Hoffenheim ist nach zwei Siegen wieder in der Spur
Ist jetzt bei der TSG Hoffenheim endlich der Knoten geplatzt? Nach dem 2:1-Auswärtserfolg im Kellerduell bei Borussia Mönchengladbach folgte vier Tage später ein 3:0-Heimerfolg in der UEFA Europa League gegen Olympique Lyon. Die Kraichgauer waren über die gesamten 90 Minuten gegen den französischen Spitzenreiter das klar bessere Team und siegten am Ende auch in dieser Höhe völlig verdient. Die Treffer für die TSG erzeilten Andrej Kramaric (45.+4), Adam Daghim (49.) und Adam Hlozek (83.).

Deutlich stärkere Kraichgauer
Während die TSG ihre ersten beiden Europapokalspiele gegen Kreta und Besiktas Istanbul verloren hatte, ging Lyon aufgrund seiner Erfolgsserie in der Liga und den zwei Europapokal-Auftaktsiegen klar favorisiert ins Spiel. Doch das Team von Trainer Paulo Fonseca blieb vor 21.029 Zuschauer in der stimmungsvollen SNP Arena in Sinsheim vieles schuldig. Hoffenheim spielte phasenweise den Gast bei einem deutlichen Chancenplus regelrecht an die Wand. Das Ilzer-Team spielte ein starkes Pressing, ging giftig und aggressiv in die Zweikämpfe und ließ dem Gegner oft kaum Zeit um Luft zu holen.

„Wir waren in vielen Phasen dominant, aggressiv und griffig“
Hoffenheims Trainer Christian Ilzer
Hoffenheims Trainer Christian Ilzer war mit der Leistung seiner Mannschaft sehr zufrieden: „Wir haben mit einem überzeugenden Auftritt verdient gewonnen. Wir waren in vielen Phasen dominant, aggressiv und griffig. Wir haben aber auch Oli Baumann gebraucht, der mit zwei tollen Paraden die Null gehalten hat, wir haben Andrej gebraucht, der gezeigt hat, was er für Qualitäten vor dem Tor hat.“

„Wir haben unsere beste Leistung über 90 Minuten auf den Platz gebracht“
Alexander Prass
Das Fazit des stark spielenden Alexander Prass: „Wir haben es nun zum zweiten Mal nacheinander geschafft, unsere beste Leistung über 90 Minuten auf den Platz zu bringen. Das war der größte Hebel bei uns, über die gesamte Spielzeit zusammenzubleiben und gemeinsam zu verteidigen. Wir haben heute ein richtig gutes Spiel gemacht vom Anfang bis zum Ende.“

Kramaric macht den Unterschied
„Man of the match“ war TSG-Legende Andrej Kramaric, der bei der Europapokal-Gala am späten Donnerstagabend mit seiner stärksten Saisonleistung auftrumpfte. Der Kroate brachte sein Team per Kopfball kurz vor der Pause 1:0 in Führung. Bei den beiden weiteren Treffern leistete er die Vorarbeit.

„Es ist ein super Gefühl“
Andrej Kramaric
Der TSG-Rekordtorschütze war beim anschließenden Talk mit den Journalisten in der Mixed-Zone bester Laune: „Es ist ein super Gefühl. Endlich wieder ein Sieg und drei Punkte in der Europa League – das ist das Wichtigste. Natürlich ist es auch ein schönes Gefühl, wieder zu treffen. Ich hoffe, das wird mir für die nächsten Wochen wieder viel Selbstvertrauen geben.“ Der 30-jährige Stürmer-Star blickte bereits auf die nächste Aufgabe: „Wir sind jetzt Woche für Woche gefordert. Wir brauchen auch in der Bundesliga Punkte, und am Sonntag gegen Leverkusen steht schon das nächste Topspiel auf dem Programm.“

Der nächste Top-Gegner wartet bereits
Das Duell mit dem Bayer-Team, das in der Europa League auf Kreta bei OFI Heraklion mit 2:0 gewann und in der Euro-Tabelle mit neun Punkten auf Platz 2 rangiert, reist mit großem Selbstbewusstsein nach Sinsheim. Der Tabellenvierte konnte seine vergangenen drei Bundesligaspiele allesamt gewinnen. Mit Patrik Schick, stellt das Werks-Team zudem den aktuell führenden Torschützenkönig der Liga.
„Leverkusen ist super in Form, und strotzt vor Selbstvertrauen“
Christian Ilzer
Trainer Ilzer erwartet einen starken Gegner am Sonntagnachmittag (15:30 Uhr) in der heimischen Arena: „Leverkusen ist super in Form, das ist eine Mannschaft, die sich gefunden hat und vor Selbstvertrauen strotzt. Wir wollen sie vor Probleme stellen, unter Druck setzen und in jeder Spielphase eine passende Antwort haben. Wir haben mit Lyon eine Mannschaft mit Momentum geschlagen und wollen auch Leverkusens Momentum brechen. Bei uns geht es langsam in die richtige Richtung und wollen daran am Wochenende anknüpfen.“

Reformen sind dringend gefragt
Für den 49-jährigen Österreicher ist die aktuelle Belastungssteuerung ein sehr wichtiger Faktor bei den vielen englischen Wochen: „Ich bin froh, dass wir so einen breiten Kader haben. Vor der Länderspielpause hatten wir keinen einzigen Verletzten, jetzt sind zwei Spieler von uns operiert worden (De Cat, Hajdari, d. Red.) und auch Wimmer fällt erst mal neun Spiele aus. Die Belastung aktuell ist irre. Die Spieler müssen so viele Spiele spielen, wie viele Spieler sich auch von anderen Mannschaften diese Woche wieder schwer verletzt haben, ist bezeichnend. Es ist enorm wichtig, ein Kadermanagement zu machen, weil wir den Spielern gegenüber eine Verantwortung haben. Es müssen dringend Reformen kommen und der Terminplan hinterfragt werden.“
Keine gute Bilanz gegen das Bayer-Team
Im Direktvergleich liegt der Gast vom Niederrhein bei 21 Siegen und zehn Niederlagen in den bisherigen 37 Pflichtspielen gegenüber den Gastgebern deutlich vorn. Die Zuschauer können sich auf ein spannendes und interessantes Duell zweier aktuell in guter Form aufspielenden Mannschaften freuen.
Fotos: Kraichgaufoto













