Nach Saisonstart sollten keine Vereinswechsel mehr möglich sein

Der Sommertransfer-Wahnsinn im Profifußball endete wieder mal am 31. August. Viele Vereine haben bis kurz vor Schließung des Transferfensters nochmals kräftig mit Millionen Euros jongliert und Korrekturen am vorhandenen Spielerkader vorgenommen. bwa-sport.de hat sich diesbezüglich die Meinung von fünf Fußballexperten eingeholt:

Karlheinz Förster (ehem. Profi, Vize-Weltmeister und Spielerberater):
Vor Beginn des 1. Spieltages jeder Saison müsste das Transfer-Fenster geschlossen sein. Bei der bestehenden Regelung sind vor allem die flüssigen, finanzstarken Vereine im Vorteil. Sie können nach den ersten gespielten Partien Kurskorrekturen im vorhandenen Kader vornehmen. Die zweite Wechselperiode im Winter würde ich bestehen lassen, aber auch hier keine Wechsel mehr nach Rückrundenbeginn dulden.

Joachim Heger (ehem. Torjäger und jetziger Trainer des SV Rohrbach/S.):
Da die Qualifikation für die einzelnen europäischen Wettbewerbe erst spät feststeht, möchte man den jeweiligen Vereinen noch Spielraum bei der Kaderzusammenstellung geben. Ich persönlich finde das irrsinnig. Durch die Wahnsinnssummen aus England hat sich das ganze zusätzlich hochgeschaukelt. Man sollte, wie im Amateurfußball, den 1. Juli als Stichtag einführen.

Hans-Peter Beisel (ehem. höherklassig spielender Torhüter aus Eschelbronn):
Grundsätzlich bin ich gegen die bestehende Regelung, weil sie dem Fußball schadet. Neue Mannschaftsfotos und Vereinstrikots sind schon nach wenigen Wochen größtenteils nicht mehr aktuell. Der Fan verliert bei dem Wirrwarr oft den Überblick. Ein Verkauf oder eine Ausleihe sollte zwingend vor dem 1. Pflichtspiel erfolgen.

Ulli Potofski (Sportmoderator, Buchautor und Fußballfan):
Ich kritisiere dieses Theater schon länger. Es ist Bestandteil des Showgeschäfts Fußball, das kann man amüsant und spannend finden – aber auch überflüssig. Die Regelung ist beängstigend und schlecht für den Fußballsport allgemein. Wir müssen aufpassen, dass das eigentliche Fußballspiel nicht kaputt gemacht wird.

Alexander Rosen (Direktor für Profifußball bei 1899 Hoffenheim):
Eine Vorverlegung wäre sicherlich wünschenswert. Mit Saisonstart sollte der Fokus klar auf den Ligaspielen liegen und nicht auf Transfers mitsamt aller Spekulationen, Vertragsgesprächen und Diskussionen.

Fotos: BWA

Karlheinz Förster, Joachim Heger, Hans-Peter Beisel, und Alexander Rosen

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