Die TSG-Mitglieder wählen einen neuen Ersten und Zweiten Vorsitzenden
Mit großer Spannung blicken die Mitglieder der TSG 1899 Hoffenheim auf die Mitgliederversammlung am Montag, 9. März 2026 um 18 Uhr in der Sinsheimer PreZero Arena. Gewählt wird hierbei ein neuer Erster und Zweiter Vorsitzender. Nach dem Ausscheiden von Jörg Albrecht als Erster und Christoph Henssler als Zweiter Vorsitzender müssen die Posten der neuen Vereinsspitze wieder neu besetzt werden. Es ist davon auszugehen, dass bei der diesjährigen Mitgliederversammlung in der Heimspielstätte des Bundesligisten zahlreiche Vereinsmitglieder die Gegentribüne füllen werden. Die TSG hat aktuell etwas über 12.000 Mitglieder von denen aber nur die ordentlichen Mitglieder Stimmberechtigt sind, also diejenigen, die Volljährig sind und mindestens eine zweijährige Vereinszugehörigkeit vorweisen können.
Die geänderte Tagesordnung:
1. Begrüßung und Bericht des Vorstandes sowie des Ehren- und Mitgliederrates
2. Kassenbericht und Bericht des Wirtschaftsprüfers
3. Entlastung der Vorstandschaft
4. Antrag des Vorstandes auf Beschlussfassung über die Änderung der Satzung
a. Anträge des Vorstandes
b. Antrag auf Erweiterung der Vorschlagsbefugnis des Ehrenrats auf allle Vorstandsmitglieder
Kurze Begründung: die bisherige Satzung sieht das Vorschlagsrecht des Ehrenrats nur für Wahl des Ersten Vorsitzenden vor. Die vorgeschlagene Satzungsänderung sieht die Erweiterung auf sämtliche Vorstandsmitglieder vor. Dies dient der Vereinheitlichung des Wahlverfahrens und stärkt die Funktion des Ehrenrats bei der Kandidatenauswahl für alle Führungspositionen im Vorstand, insbesondere auch für den Fall eines vorzeitigen Ausscheidens des ersten Vorsitzenden.
5. Beschlussfassung über vorliegende Anträge
a. Antrag auf Vergütung der Vorstandstätigkeit
b. Antrag auf Auskunft zu den Entlassungen der Geschäftsführer und Mitarbeitenden der Geschäftsführung sowie Neuausrichtung der Geschäftsführung
c. Antrag auf Änderung des Veranstaltungsorts
d. Antrag auf virtuelle Teilnahme an der einberufenen Mitgliederversammlung
e. Antrag auf Beschlussfassung über Datenschutzaufklärung
6. Wahlen
a. des Ersten Vorsitzenden
b. des Zweiten Vorsitzenden
7. Festsetzung der Beiträge
8. Verschiedenes

Ehrenrat traf Vorauswahl – Keine Kandidaten aus dem SAP-Umfeld
Für das Amt des Vereinsvorsitzenden und damit mächtigsten Gesellschafters wurden offiziell drei Bewerber als Kandidaten vom Vereins bestätigt und auf der Vereinshomepage vorgestellt. Ob sich weitere Personen beworben haben und an den Kriterien des Ehrenrates, der zugleich als Wahlausschuss fungiert, gescheitert sind, ist unklar. Bei den drei Kandidaten, die alle eine langjährige TSG-Vergangenheit nachweisen, ist festzustellen, dass keiner von ihnen aus dem Lager der Fanszene noch von Seiten des Mäzens und Mitgesellschafters Dietmar Hopp kommt. Bewerber, die Führungspositionen beim Hauptsponsor SAP begleiten oder aus dessen Umfeld kommen, waren im Vorfeld nicht zugelassen.

Funktion des Ehrenrates
Der Ehrenrat des TSG Hoffenheim e.V. übernimmt eine vermittelnde und überprüfende Funktion innerhalb des Vereins. Er setzt sich aus den drei Personen Rolf Bender, Marco Engelhardt und Dieter Koch zusammen, von denen mindestens eine seit über 40 Jahren Vereinsmitglied ist. Eine grundsätzliche Voraussetzung für die Wahl in dieses Gremium ist eine mindestens 25-jährige Vereinsmitgliedschaft.
Die Kandidaten für das Amt des Ersten Vorsitzenden
Folgende drei Kandidaten stehen für das Amt des Ersten Vorsitzenden zur Wahl und werden laut Pressemitteilung des Vereins wie folgt vorgestellt:

Uwe Heiss
Wohnort: Reichartshausen – TSG-Mitglied seit: 2020
Uwe Heiss verbindet seine berufliche Tätigkeit als Führungskraft und geschäftsführender Gesellschafter mit einem Engagement im Breitensport der TSG Hoffenheim. Der gebürtige Reichartshausener, früher selbst aktiver Fußballer und Trainer, arbeitet als Diplom-Ingenieur. Er ist bei einem Fertigungsunternehmen, das sich auf die Produktion technischer Kunststoffteile spezialisiert hat, tätig, allerdings nicht mehr in Vollzeit. Bei der TSG trainiert der 66-Jährige das dritte Frauenteam in der Verbandsliga Nordbaden.
Das sagt Uwe Heiss zu seiner Kandidatur: „Meine Motivation, dieses Amt zu übernehmen, gründet sich auf zwei Säulen: Leidenschaft für den Verein und Erfahrung in Führung und Organisation. In meiner langjährigen, internationalen Führungstätigkeit habe ich gelernt, wie wichtig strategisches Denken, verlässliche Entscheidungsstrukturen und ein wertschätzender Umgang mit Menschen sind, um nachhaltigen Erfolg zu ermöglichen. Diese Erfahrungen möchte ich gezielt in den Dienst der TSG Hoffenheim stellen. Als Präsident sehe ich meine Aufgabe darin, den Verein in allen Bereichen zu stärken. Ich bin davon überzeugt, dass wir gemeinsam die TSG Hoffenheim in eine erfolgreiche Zukunft führen können.“

Florian Beil
Wohnort: Malsch – TSG-Mitglied seit: 2020
Florian Beil kümmert sich als Teammanager in der TSG-Akademie seit Juli 2020 um die organisatorischen Abläufe der Teams von der U14 bis zur U19. Der 37-Jährige studierte Sportmanagement (Bachelor of Arts), spielte in der Jugend selbst für die TSG Hoffenheim und war im Anschluss als Profifußballer unter anderem für Hannover 96 und den 1. FC Magdeburg aktiv.
Das sagt Florian Beil zu seiner Kandidatur: „Ich bin überzeugt, für das Amt des Ersten Vorsitzenden besonders geeignet zu sein, weil ich die TSG seit mehr als 20 Jahren aus unterschiedlichen Rollen kenne: als Spieler, Fan und Mitarbeiter. Ich bin bereit, langfristig Verantwortung zu übernehmen und bringe Energie, Mut und Perspektive mit, um die nächsten Entwicklungsphasen mitzugestalten. Der Verein bildet das Fundament – mit seinen Mitgliedern, dem Breitensport, der Jugendförderung, der Frauenabteilung und dem Ehrenamt. Nach den Unruhen zuletzt muss das Ziel sein, den Verein in ruhiges Fahrwasser zu bringen und die Zusammenarbeit mit der GmbH weiter zu stärken. Beides gehört zusammen und verfolgt ein Ziel: eine starke, nachhaltige und erfolgreiche TSG.“

André Kreuzwieser
Wohnort: Hoffenheim – TSG-Mitglied seit: 1986
André Kreuzwieser ist in Hoffenheim aufgewachsen und lebt auch heute noch dort. Er hat viele Jahre für die TSG sowohl in der Jugend als auch bei den Aktiven gespielt, war unter anderem als Spieler der heutigen U23 in der Verbandsliga aktiv. Er arbeitete über viele Jahre als Berater und Projektleiter in der Softwarebranche und verantwortete dabei internationale Projekte. Derzeit ist der 45-Jährige unternehmerisch tätig und als Mitgesellschafter an einem Softwareunternehmen beteiligt.
Das sagt André Kreuzwieser zu seiner Kandidatur: „Ich kandidiere, weil mich meine persönliche Geschichte als waschechter „Hoffemer“, früherer TSG-Spieler und Dauerkartenbesitzer seit 2008 mit der TSG tief verbindet. Ein „Dorfklub“, der eine einzigartige und in vielen Bereichen so erfolgreiche Geschichte geschrieben hat. Umso mehr beschäftigt mich, dass es trotzdem in den vergangenen Jahren Phasen gab, in denen Stabilität, Kontinuität und Geschlossenheit gelitten haben. Genau hier möchte ich mit Ruhe, Dialogbereitschaft und klarer Kommunikation zu mehr Vertrauen beitragen und den Verein in eine sportlich und wirtschaftlich erfolgreiche und zugleich geschlossene Zukunft führen. „Zamme simma Hoffe“ muss wieder gelebter Alltag werden.“
Fotos: TSG und Kraichgaufoto













