Wohin führt die positive Entwicklung der TSG?

Sportliche Entwicklung auf sehr gutem Weg
Die Entwicklung der TSG 1899 Hoffenheim seit dem 2. April 2013, als Alexander Rosen, als Direktor für Profi-Fußball, und Markus Gisdol, als Chef-Trainer, eine kurz vor dem Abstieg krisengeschüttelte Mannschaft übernommen haben und vor der Zweitklassigkeit bewahrt haben, ist enorm. Nach den vielen Fehleinkäufen der letzten Jahre ist es der neuen sportlichen Leitung gelungen, einen aufgeblähten Kader nach und nach abzubauen und nach eigenen Vorstellungen sinnvoll und qualitativ aufzuwerten.
Der Erfolg gibt ihnen Recht. Sie können auf eine stolze Jahresbilanz 2014 zurückblicken. Mit 26 Punkten aus dem ersten Halbjahr wurde die beste Rückrunde gespielt. 26 Punkte aus der Hinrunde waren das zweitbeste Resultat, nach der Herbstmeisterschaft 2008, der siebenjährigen Bundesliga-Zugehörigkeit. 
Die Marke Hoffenheim stand wieder für Spektakel mit allerhöchstem Unterhaltungswert. Tore, und das reichlich, waren in allen Partien nahezu garantiert.
Durch den 5:0 Triumpf bei Hertha BSC Berlin kurz vor Weihnachten haben sich die Nordbadener, bei nur zwei Punkten Rückstand auf einen Champions-League-Platz, eine glänzende Ausgangslage für am 1. Februar beginnende Rückrunde geschaffen.
Alexander Rosen in seiner gewohnt nüchternen und zurückhaltenden Art: „Natürlich haben wir ein tolles Jahr hinter uns, das mit unserem Bundesliga-Rekordsieg in Berlin einen krönenden Abschluss fand. Ich bemühe mich aber immer, bei extrem positiven oder negativen Dingen von der ausschließlichen Betrachtung des jeweiligen Einzelfalls wegzutreten. Wenn wir aber auf das Gesamte blicken, war 2014 absolut positiv.“

Spannendes TSG-Jahr steht bevor
2015 wird ein spannendes Jahr beim Dorfverein. Die große Frage: Gelingt es sich erstmals für einen europäischen Wettbewerb zu qualifizieren? Die Voraussetzungen sind durchaus vorhanden. Der Spielerkader ist ausgeglichen besetzt, alle Mannschaftsteile mehrfach besetzt. Bis auf den Langzeitverletzten Niklas Süle (Kreuzbandriss), der in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommen wird, blieben die Blau-Weißen bislang vom Verletzungspech größtenteils verschont. Gisdol konnte oft aus dem Vollen schöpfen, hatte bei der Auswahl der Startformation meist die Qual der Wahl. Im aktuellen Bundesligageschehen zuletzt keine Alltäglichkeit.

Reicht es für Europa?
Rein rechnerisch würden die 52 Punkte aus dem vergangenen (saisonübergreifenden) Jahr für die Teilnahme am internationalen Geschäft reichen. Auch die gezeigten Leistungen lassen einiges in diese Richtung vermuten.  Doch soweit wollen die Verantwortlichen (noch) nicht blicken. Sie meiden jegliche Rechenspiele, wohl wissend, dass aufgrund der Dichte und Ausgeglichenheit in der Liga zwei bis drei Niederlagen sich schnell negativ auf das Tabellenbild auswirken können.
Rosen: „Vor eineinhalb Jahren standen wir vor dem Abstieg und haben damals einen neuen Weg eingeschlagen. Wir wollen uns entwickeln und über Leistung und Inhalt definieren. Diesen Weg zu verlassen, wäre nicht ratsam. Vieles ist positiv, aber auch vieles ist noch zu verbessern.“
Die Kraichgauer haben sich nicht dem allgemeinen Trend, sich in der Winterpause nochmals personell zu verstärken, angeschlossen. Es gab auch wenige Gründe hierfür, die Kaderzusammenstellung passt. Zudem besteht die Möglichkeit, den Nachwuchsspielern aus der eigenen Talentschmiede eine Bewährungschance zu gehen.
Hält die positive, kontinuierliche Entwicklung der letzten Monate an, darf man sich im Bundesliga-Dorf auf ein spannendes Jahr freuen.
Sollten man es tatsächlich schaffen, sich für das internationale Geschäft zu qualifizieren, würden die Chancen, seine umworbenen Top-Stars Roberto Firmino und Kevin Volland zu halten, gewaltig steigern.
Aufgrund der Ausgeglichenheit und der Dichte in der Tabelle wird es im Kampf um die Euro-Plätze und im Abstieg vermutlich bis zum letzten Spieltag eng zu gehen. Die am konstantesten spielen Mannschaften, dürften dabei die größten Chancen haben.
Wie wertvoll die Rückrundenvorbereitung in Südafrika war, wird sich am 1. Februar zeigen, wenn 1899 beim bisherigen Überraschungsteam FC Augsburg in die Rückserie startet

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