Zwischenbilanz der Hoffenheimer Neuzugänge

Die TSG 1899 Hoffenheim hatte zur neuen Saison 2014/15 seinen Spielerkader mit aktuell sieben Neuzugängen qualitativ sehr gut aufgerüstet. Die Breite im Kader dadurch größer und qualitativ besser werden lassen. Bei der Auswahl der neuen Spieler wurde besonderer Wert auf die einzelnen Bausteine in den verschiedenen Mannschaftsteilen gelegt. Wir wollen nach der Hälfte der Saison, die Leistungen der Neuen etwas unter die Lupe nehmen:

Als neue Nummer eins wurde Oliver Baumann für sechs Millionen Ablöse aus Freiburg transferiert. Mit seinen 131 Bundesligaeinsätzen für Freiburg brachte eines der größten deutschen Torwarttalente reichlich Erfahrung mit. Der ehemalige U21-Nationalkeeper hat die in ihn gesteckten hohen Erwartungen bislang zu aller Zufriedenheit erfüllt, der Hintermannschaft zusätzlich Stabilität und Sicherheit verholfen. Baumann ist sehr präsent, dirigiert lautstark seine Vorderleute und ist auch in spielerischer Hinsicht, ganz nach Manuel Neuer-Methode, weit außerhalb des Torraums aktiv. Mit Ausnahme von zwei, etwas schwächeren Partien, war stets auf den Schlussmann Verlass.

Im Defensivbereich, der größten Baustelle der vergangenen Saison, haben der bosnische WM-Teilnehmer Ermin Bicakcic aus Braunschweig als Innenverteidiger und der Koreaner Jin-Su Kim als linker Außenverteidiger für deutlich mehr Stabilität gesorgt. Bicakcic und Niklas Süle bildeten ein gut funktionierendes Innenverteidigerpaar. David Abraham und Jannik Vestergaard ist es nicht gelungen, sich gegen die beiden resoluten Spielertypen durchzusetzen. Vielmehr musste Tobias Strobl einige Male im Zentrum aushelfen. Den 24-jährigen Bicakcic zeichnet vor allem eine gesunde Härte im Zweikampfverhalten aus. Seinem Spitznamen „Eisen-Ermin“ aus Braunschweiger Zeiten wurde er auch im Kraichgau mehr als gerecht. Durch seine offene, zugängliche Art wurde er auch in Fankreisen sehr schnell beliebt.
Kim hat ebenso überzeugen können, sich überraschend sehr schnell integriert. Als Linksfuß hat er die Lücke geschlossen, die Fabian Johnson nach seinem Wechsel nach Mönchengladbach hinterlassen hat. Kim hatte anfangs mit Verletzungsproblemen zu kämpfen, die er sich beim Asien-Cup mit der südkoreanischen Nationalmannschaft zu zog. Im Januar fehlt er erneut aufgrund seiner Teilnahme an der Asien-Meisterschaft in Australien.
Der ehemalige Frankfurter Pirmin Schwegler wurde für das defensive Mittelfeld verpflichtet. Der Schweizer hat hier mit dem Polen Eugen Polanski, Tobias Strobl und Sebastian Rudy sich einen interessanten Kampf um die Position als Abräumer vor der Abwehr geleifert. Nach Verletzungsproblemen zu Saisonbeginn hat er sich gesteigert und zuletzt Nationalspieler Rudy aus der Startformation verdrängt.

Im Offensivbereich sollte der Ungarn Adam Szalai als zentraler Stürmer für mehr Torgefahr sorgen. Dem großgewachsenen Nationalspieler kam das schnelle Hoffenheimer Spiel besonders entgegen. Sechs Millionen Euro Ablöse überwies die TSG an den FC Schalke. Szalai lieferte sich mit den Konkurrenten Anthony Modeste und Sven Schipplock einen Dreikampf auf Augenhöhe um die Position als Zentralstürmer. Während Modeste eher als Konterspieler gilt, sind Szalai und Schipplock eher Stoßstürmer. Wer von den dreien zum Rückrundenstart in der Startformation steht, ist völlig offen.
Etwas überraschend war die Verpflichtung vom 23-jährigen Schweizer Steven Zuber, vom russischen Meister ZSKA Moskau. Zuber kam häufig als Einwechselspieler zum Einsatz und konnte in den letzten Spielen vor der Winterpause zunehmend seine Klasse unter Beweis stellen.
Der von der SpVgg Unterhaching verpflichtet Offensivspieler Janik Haberer wurde als Perspektivspieler verpflichtet, der behutsam zum Profiteam herangeführt wird. Gegen die starke Konkurrenz hat es der U20-Nationalspieler noch schwer sich, sich zu empfehlen.

Manager Alexander Rosen und Trainer Markus Gisdol haben bei der Auswahl der sieben Neuzugänge ein glückliches Händchen gehabt. Die Millionen-transfers haben fast ausschließlich die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt.
 

Fotountertitel zu den Neuzugänge:
Fünf von sieben Hoffenheimer Neuzugänge v. l.: Adam Szalai, Permin Schwegler, Janik Haberer, Jin-Su Kim und Oliver Baumann. Es fehlt Ermin Bicakcic und Steven Zuber.
Foto: BWA

 

Neuzugang aus Braunschweig: Ermin Bicakcic

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