„Das Duell mit dem KSC ist einfach nur ein Spiel, das wir gewinnen wollen!“

Der Bachelor of Arts in Betriebswirtschaft würde gerne mal einen Tag mit Dustin Bieber verbringen

Der 28-jährige Philipp „Klinge“ Klingmann steht seit 2015 beim SV Sandhausen unter Vertrag. Nach seinem Wechsel 2012 von 1899 Hoffenheim zum Karlsruher SC war er dort zunächst zwei Spielzeiten unangefochtener Stammspieler auf der Position des rechten Verteidigers, bevor er nach einer Verletzung etwas den Anschluss verlor. Es folgte der Tapetenwechsel an den Hardtwald, wo es sportlich für ihn wieder aufwärts ging. Der gebürtige Heidelberger hat sich auf Anhieb einen Stammplatz in der SVS-Defensive erkämpft. In seinen bisher 38 Zweitliga-Einsätzen erzielte er einen Treffer. Vor dem anstehenden badischen Derby bei seinem ehemaligen Verein sprach bwa-sport.de mit dem Sandhäuser Verteidiger.

Mit welchen Gefühlen gehen Sie am Samstag ins Duell mit Ihrem ehemaligen Verein Karlsruher SC?
Philipp Klingmann:
Ich habe mit dem Thema KSC nach drei schönen Jahren dort eigentlich abgeschlossen und bin jetzt das zweite Jahr in Sandhausen. Für mich ist es einfach nur ein Duell, das wir unbedingt gewinnen wollen.

Hinten zu Null spielen und vorne auf Chancen lauern

Woran liegt es, dass es auswärts bislang noch nicht zu einem Dreier reichte?
Klingmann:
Wir haben die letzten Auswärtsspiele, außer vielleicht dem Spiel in Bielefeld, richtig gut bestritten. Wir müssen vor dem Tor noch abgebrühter werden, wobei wir auswärts eigentlich immer unsere Tore gemacht haben. Klar dürfen wir defensiv nichts zulassen, das ist auf fremden Plätzen besonders wichtig. Wenn man 1:0 oder 2:0 führt und den Anschlusstreffer bekommt, ist gleich das Publikum da, und der Gegner bekommt Aufwind. Wir müssen versuchen, zu Null zu spielen und müssen vorne auf unsere Chancen lauern.

Verfolgen Sie die Geschehnisse beim KSC noch aus der Distanz?
Klingmann:
Ich habe zu ein, zwei Freunden aus dem Umfeld, bzw. die dort arbeiten und eine besondere Sicht auf den KSC haben, noch Kontakt. Da kaum noch Spieler aus meiner damaligen Zeit dort spielen, ist auch zwangsläufig der Kontakt zunehmend abgebrochen.

Taktische Ausrichtung und intensiveres Zweikampfverhalten sprechen für die Arbeit von Trainer Kocak

Wo liegen für Sie die größten Unterschiede zwischen dem ehemaligen Trainer Alois Schwartz und Kenan Kocak?
Klingmann:
Unter dem neuen Coach steht viel mehr die taktische Ausrichtung im Vordergrund. Besonders im Zweikampfbereich wird viel intensiver gearbeitet. Im „Eins gegen Eins“ oder „Zwei gegen Zwei“ wird viel Wert auf Zweikampf gepaart mit taktischer Arbeit gelegt.

Trotz Ihrer Offensivstärken gab es bislang noch keine Torvorlage.
Klingmann:
Als Außenverteidiger versuche ich viel mit nach vorne zu arbeiten. Ich hatte hin und wieder das Pech, als ich Bälle in den Strafraum flankte, dass Jakub Kosecki oder Andrew Wooten nur knapp das Tor verfehlten. Natürlich ärgert man sich da schon ein wenig, dass es noch zu keinem Assist gereicht hat. Doch im Allgemeinen zählt immer nur der Gesamterfolg der Mannschaft, und da versuche ich mich bestmöglichst einzubringen und meinen Teil dazu beizutragen. Hauptsache ist doch, dass wir gewinnen und ich durch gute Leistungen meine Abwehrseite dicht mache.

Sehe mich als robusten Spieler und guten Team-Player

Wie würden Sie sich als Spieler beschreiben?
Klingmann:
Ich denke, ich bin ein sehr robuster Spieler, der immer versucht, schnell in die Spitze zu spielen und die Stürmer mit verwertbaren Flanken zu bedienen. Ich sehe mich als guten Team-Player, der immer wieder versucht, die Aufgaben, die der Trainer stellt, zu lösen.

Als gebürtiger Heidelberger bevorzugten Sie Engagements bei Vereinen in nicht allzu weiter Umgebung.
Klingmann:
Es hat sich so ergeben, dass Vereine aus der Region Interesse an mir gezeigt haben. Ich fühle mich sehr wohl in der Region und hatte mit Sandhausen, Karlsruhe und davor Hoffenheim drei super Vereine. Klar, wenn man quasi vorm Elternhaus spielen kann, ist es schon etwas besonderes. Auch die Leute finden es positiv, wenn Spieler einen regionalen Bezug haben.

Gibt es für Sie nach Ihrem abgeschlossenen BWL-Studium schon konkrete Pläne für die Zeit nach der Fußballerkarriere?
Klingmann:
Ich habe den Bachelor of Arts in Betriebswirtschaft gemacht. Zur Zeit habe ich mir noch keine konkreten Zukunftsvorstellungen gemacht, auch nicht, ob es danach im Bereich Fußball weitergeht. Mit dem Studium habe ich versucht, mich breit aufzustellen, um später in vielen Bereichen arbeiten zu können. Aber erst will ich noch ein bisschen Fußball spielen.

Ein Tag mit Justin Bieber würde mich sehr reizen

Abseits des runden Leders, mit wem würden Sie gerne mal einen Tag verbringen?
Klingmann:
Mit dem Superstar Justin Bieber. Ich glaube, dass sich kaum einer vorstellen kann, welch große Medien- und Fanaufmerksamkeit er bekommt. Es würde mich sehr interessieren, wie er damit umgeht, ständig unter Beobachtung zu stehen und (fast) keine Privatsphäre zu haben.

Foto: BWA

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