Zu den vier Neuzugängen fehlt nur noch der Königstransfer
Nach dem radikalen Neuanfang belegte der SV Sandhausen seine erste Saison nach dem Abstieg in die Regionalliga Südwest den 8. Tabellenplatz. Dass die Kurpfälzer durch die 1:3-Heimniederlage gegen den FC Homburg am letzten Spieltag der Saison 2025/26 noch drei Ränge abrutschten, war reine Makulatur – wichtig vielmehr war die Erkenntnis, dass man nach der Trennung von Ex-Coach Olaf Janßen mit der Beförderung von Kevin Stotz vom Interims- zum Cheftrainer optimistisch auf die neue Spielzeit blicken kann. Stotz bestätigte mit einem „Wir lassen den Jungs mehr Freiheiten“, dass man dem Team weniger taktische Zwänge auferlegt und mit fünf Siegen aus den letzten acht Partien sich auf einem guten Weg befand.

Aktuell vier Top-Neuzugänge
Mit den bereits vier feststehenden Neuzugängen Marco Kehl-Gomez, Stefan Maderer, Mert Tasdelen und Tim Korzuschek, die allesamt von Topteams aus Regionalligen zum SVS stoßen, sind die Planungen für die neue Saison weit fortgeschritten. Auf die Saisonziele angesprochen verhält sich Sportdirektor Anthony Loviso deutlich defensiver und sagt, man wolle besser als in dieser Saison abschneiden.

„Wir sind verdammt dazu, oben mitzuspielen“
SVS-Präsident Jürgen Machmeier
Präsident Jürgen Machmeier hört sich jedoch offensiver an: „Wenn man sieht, was wir auf dem Transfermarkt machen, können wir uns nicht wegducken – wir sind verdammt dazu, oben mitzuspielen.“

Königstransfer ist noch nicht eingetütet
Stürmer Felix Lohkemper vom Drittligisten Waldhof Mannheim, mit dem Verhandlungen noch laufen, soll der fünfte Neuzugang und Königstransfer werden. Ein Gerüst steht und eine Achse mit neuen erfahrenen Spielern soll für mehr Stabilität sorgen.

Einen großen Umbruch soll es nicht mehr geben
Es wird keinen erneuten riesigen Umbruch geben und die bisher feststehenden Abgänge von Benedikt Wimmer, Robert Ramsak, Marvin Schulz, die nach der Leihe zu ihren Stammvereinen zurückkehren sowie Berk Inaler und Pascal Testroet dürften keinen großen Zuwachs erhalten.

Testroet-Abgang auf mehreren Schultern verteilen
Wirklich gravierend ist nur der Abgang von Kapitän und Torjäger Testroet, der mit 21 Treffern auf Platz 2 der Regionalliga-Torjägerliste landete. Die entstandene Lücke soll von mehreren Akteuren geschlossen werden und drei neue Offensivkräfte, mit denen man auch weniger ausrechenbar werden möchte, sind bereits an Land gezogen.

Maderer verfügt über viel Offensivqualitäten
Vom 1. FC Lokomotive Leipzig, dem Meister der Regionalliga Nordost, kommt der 29-jährige Mittelstürmer Stefan Maderer an den Hardtwald. Der gebürtige Franke erzielte in der laufenden Saison in 25 Spielen 14 Treffer und bereitete sieben weitere vor. Loviso sagt: „Stefan weiß, wie man über eine komplette Saison erfolgreich ist. Er bringt sehr viel Regionalliga-Routine mit und hat gezeigt, dass er in dieser Spielklasse offensiv konstant zum Erfolg beitragen kann.“ Im Saison-Endspurt stand er Leipzig nicht zur Verfügung, doch sein Haarriss im Fuß sei bis zum Trainingsbeginn am 24. Juni auskuriert, so Loviso.
Noch einige offene Fragezeichen bei den Langzeitverletzten
Die lange ausgefallenen Dabo und Ramusovic dürften dann ebenso wieder dabei sein, während hinter Wagner, Ampadu, Nollenberger und Zahnen-Martinez noch Fragezeichen stehen.

Kehl-Gomez soll eine entscheidende Rolle in der Achse spielen
Der bereits 35-jährige Marco Kehl-Gomez bringt viel Erfahrung vom Regionalliga Südwest-Zweiten SGV Freiberg mit nach Sandhausen. Der zentrale Mittelfeldspieler erzielte fünf Saisontore für die Schwaben und Loviso sagt: „Marco ist ein gestandener Führungsspieler auf und neben dem Platz, der seine Qualität in dieser Liga bereits über einen langen Zeitraum unter Beweis gestellt hat. Er soll eine entscheidende Rolle in unserer Achse einnehmen.“

Mit Tasdelen soll das Offensivspiel noch mehr Tiefe und Torgefahr im letzten Drittel bekommen
Vom Regionalliga Südwest-Meister SG Sonnenhof Großaspach kommt der 27-jährige türkische Linksaußen Mert Tasdelen, der zehn Saisontore und acht Vorlagen zum Titelgewinn beitrug, zum SVS. „Mit Mert bekommen wir einen äußerst kreativen sowie in der Offensive sehr variabel einsetzbaren Spieler dazu. Mit ihm soll unser Offensivspiel noch mehr Tiefe und Torgefahr im letzten Drittel bekommen“, so Loviso.

Flexibel einsetzbarer Korzuschek gilt als Teamplayer
Von einem weiteren Sandhäuser Ligakonkurrenten, der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz, kommt der im offensiven Mittelfeld ebenso wie Tasdelen flexibel einsetzbare und ebenso 27 Jahre alte Tim Korzuschek, der acht Saisontore erzielte und vier vorbereitete, zu den Kurpfälzern. Loviso: „Tim ist laufstark, fleißig, geht mit hoher Intensität in seine Aufgaben und stellt sich komplett in den Dienst des Teams.“

Torwarttalent Loos erhält Profivertrag
Zudem haben die Schwarz-Weißen mit Noah Loos ein Torwarttalent aus dem eigenen Nachwuchs wird mit einem Profivertrag ausgestattet. In der U19 des SV Sandhausen gehörte der beim SV 08 Kuppenheim und SC Freiburg ausgebildete Loos in der abgelaufenen Saison zu den festen Größen zwischen den Pfosten. In der DFB-Nachwuchsliga stand der Torhüter in allen Partien über die volle Spielzeit auf dem Platz. Bei der ersten Mannschaft des SVS war Loos im Saisonverlauf regelmäßig in den Trainingsbetrieb eingebunden.
AM
Fotos: foto2press













