Ein unvergessliches rot-weißes Pokalfinale in einer außergewöhnlichen Stadt

Viele bleibende Eindrücke einer außergewöhnlichen Reise

Am Pfingstwochenende stand Berlin ganz im Zeichen des deutschen Fußballs. Das 83. DFB-Pokalfinale zwischen dem FC Bayern München und dem VfB Stuttgart lockte zehntausende Fans aus ganz Deutschland in die Hauptstadt. Mitten im Geschehen waren auch Jürgen Bauer von BWA-Sport und Kim Feßenbecker, der 1. Vorsitzende des Sinsheimer Kreisligisten SV Rohrbach, die die besondere Atmosphäre rund um das Finale live vor Ort erlebten.

Fanmarsch der Bayernfans zum Olympiastadion

In der Bundeshauptstadt dominiert Rot und Weiß

Nach fast sechsstündiger Fahrt erreichten die beiden Rohrbacher Fußballfans am Pfingstsamstag die Bundeshauptstadt und machten sich gleich nach dem Einchecken im Hotel auf den Weg in Richtung Olympiastadion. Bereits etliche Stunden vor Spielbeginn verwandelte sich die Berliner Innenstadt in zwei große Fanlager. Während sich die Anhänger des FC Bayern, die alle in roten Trikots und T-Shirts gekleidet waren, sich am Theodor-Heuss-Platz sammelten und von dort gemeinsam sangeslustig in Richtung Olympiastadion marschierten, trafen sich die in weiß gekleideten Fans des VfB Stuttgart am Alexanderplatz. Überall waren rot-weiße Fahnen und Gesänge zu sehen und zu hören. Trotz hochsommerlicher Temperaturen herrschte rund um das Stadion eine überwiegend friedliche und ausgelassene Stimmung.

Treffen dreier SV-ler: Von links: Kim Feßenbecker, Christian Vogt und Jürgen Bauer

Überraschungstreffen mit Bekannten

Vor dem Stadion kam es für die beiden Ausflügler noch zu einigen Überraschungstreffen, die nicht geplant waren. Zum einen traf man den Rohrbacher Stürmer Christian Vogt, der zusammen mit seinem Vater und Freunden in der Stuttgarter Kurve den Schwaben die Daumen drückte. Anschließend kam es zum Smalltalk mit Rüdiger Heiß, der in seiner Funktion als Vorsitzender des DFB-Spielausschuss und zugleich bfv-Vizepräsident Spielbetrieb tätig ist.

Jürgen und Kim vor dem Olympiastadion

„Mit zunehmender Spieldauer werden die Bayern ihre Klasse unter Beweis stellen“

Rüdiger Heiß

Der langjährige Funktionär hatte schon vor dem Anpfiff eine Vorahnung zum späteren Spielverlauf: „Ich glaube, es wird in der Anfangsphase eine ausgeglichene Partie, in der dann aber mit zunehmender Spieldauer die Bayern ihre Klasse unter Beweis stellen und das Finale für sich entscheiden werden“. Das Ehrenmitglied des TSV Reichartshausen sollte recht behalten.

Der bekennende VfB-Journalist Öhlschläger (li.) mit dem Bayern-Schal

Ein kleiner Seitenhieb des Kollege darf nicht fehlen

Auch die Begegnung mit dem Sportredakteur der Heilbronner Stimme Andreas Öhlschläger hatte so seine Besonderheit. Der bekennende VfB-Anhänger, zugleich auch immer wieder gern gesehener Besucher auf der Hoffenheimer Pressetribüne, ließ es sich nicht nehmen über den Kollegen einen Kurzartikel mit Foto in der Online-Vorberichterstattung der HN-Stimme unter dem Titel „Ein Hoffenheimer-Reporter offenbart sein Bayern-Herz“ zu veröffentlichen.

Großflächige, einfallsreiche Choreo im Stuttgarter Block beim Marathontor

Aufwendige Choreografien beider Fanlager

Dann war es endlich soweit. Nachdem die beiden Finalisten das Spielfeld betraten und anschließend die deutsche Nationalhymne gespielt wurde, rollte danach endlich der Ball. Das altehrwürdige Berliner Olympiastadion bot dabei mit über 74.000 Zuschauern eine eindrucksvolle Kulisse. Beide Fanlager präsentierten zu Beginn eine aufwendige Choreografien, die für Gänsehaut sorgten und die enorme Bedeutung dieses Endspiels unterstrichen.

Beeindruckende rot-weiße Choreo in der Bayern-Kurve

Kane´s Hattrick

Sportlich entwickelte sich zunächst ein umkämpftes Finale. Der Bundesligavierte Stuttgart hielt besonders in der ersten Halbzeit stark dagegen und setzte den deutschen Meister immer wieder unter Druck. Doch im zweiten Durchgang zeigte der Rekordmeister seine ganze Klasse und übernahm zunehmend die Spielhoheit. Matchwinner des Abends war einmal mehr der englische Nationalstürmer Harry Kane, der mit einem lupenreinen Hattrick (55., 80. und 90.+1) die Partie fast im Alleingang entschied und den Münchnern mit einem 3:0-Sieg das Double sicherte. Für den bayerischen Rekordpokalsieger war es nach sechs vergeblichen Versuchen der 21. Pokalsieg der Vereinsgeschichte.

Proteste gegen den DFB überschattet das Finale

Überschattet wurde die Begegnung allerdings von massiven Pyroaktionen beider Fanlager. Bereits kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit wurden abgestimmte Protestaktionen gegen den Deutschen Fußball Bund sichtbar. Mit Transparenten und lautstarken Fangesängen machten beide Kurven ihrem Unmut Luft. Gleichzeitig sorgte umfangreiche Pyrotechnik für dichte Rauchschwaden im Weitenrund. Die Sicht war zeitweise so schlecht, dass der souverän und fehlerfrei leitende Schiedsrichter Sven Jablonski das Spiel kurzzeitig unterbrechen musste. Auch im Fernsehen waren Teile der Begegnung kaum noch erkennbar. Die Vorfälle sorgten bundesweit für Diskussionen und Kritik. Der DFB kündigte inzwischen Untersuchungen an.

Ausgelassene Siegesfeier vor der Kurve

Trotz allem blieb die Stimmung nach dem Schlusspfiff emotional und eindrucksvoll. Besonders die Siegerfeier des FC Bayern zog sich lange hin, da Mannschaft und Fans gemeinsam ausgelassen den Pokalsieg feierten. Die Münchner Spieler ließen sich minutenlang von ihren Anhängern vor der Fankurve feiern und genossen sichtbar den Gewinn des Doubles.

Anstossen auf den Pokalsieg

Zeitintensive und geduldige Abreise

Deutlich schwieriger gestaltete sich anschließend die Heimreise vieler Zuschauer. Durch die riesigen Menschenmassen waren die Berliner U-Bahnen und Bahnhöfe teilweise komplett überfüllt. Die Abreise rund um das Olympiastadion dauerte entsprechend lange und verlangte vielen Fans Geduld ab.

Checkpoint Charly – ein bekannter und geschichtsträchtiger Ort

Auf Entdeckungstour durch die Hauptstadt

Den Pfingstsonntag nutzten Jürgen Bauer und Kim Feßenbecker schließlich noch, um die Hauptstadt näher kennenzulernen. Bei ihrer Entdeckungstour konnten sie sogar die Abreise des frisch gekürten Pokalsiegers vor dessen Hotel beobachten. Natürlich durften auch die bekannten Wahrzeichen Berlins nicht fehlen. Unter anderem standen Besuche am Brandenburger Tor, am Reichstagsgebäude sowie am Checkpoint Charlie auf dem Programm. Neben vielen Eindrücken rund um Fußball und Hauptstadtflair blieb auch noch Zeit, den Abend gemütlich bei dem einen oder anderen Drink in angesagten Berliner Bars ausklingen zu lassen.

Berlins außergewöhnliche Vielfalt

Für beide Rohrbacher bleibt das DFB-Pokalfinale 2026 sicherlich ein unvergessliches Erlebnis. Neben hochklassigem Fußball bot Berlin einmal mehr eine beeindruckende Mischung aus Emotionen, Fankultur und Hauptstadtatmosphäre. Berlin, dem unbestrittenen Schmelztiegels Deutschlands, wo Menschen aus über 195 Nationen leben, wird von einer außergewöhnlichen kulturellen Vielfalt geprägt. Das Straßenbild, die Gastronomie und das pulsierende Nachtleben in den verschiedenen Kiezen sind außergewöhnlich. Am Ende waren sich die beiden Ausflügler einig, dass die Multikulimetropole ihre Reise wert war.

Fotos: BWA

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