Für SVS-Coach Janßen wird die Partie in Freiburg zum Charaktertest

Trotz personellem Engpass ist mehr Effektivität gefragt

Die 1:2-Heimniederlage gegen den FCA Walldorf ist ein ziemlicher Dämpfer für den SV Sandhausen gleich zum Auftakt ins Pflichtspieljahr 2026 – aufgrund fünf der Witterungsbedingungen zum Opfer gefallenen Partien winkte den Kurpfälzern der Sprung auf Rang 3 der Tabelle, doch stattdessen ist der SVS auf Platz 7 abgerutscht.

Zweikampf zwischen Sandhausens Pascal Testroet (li.) und Walldorfs Dennis Egel

Fanbus nach Freiburg

Am Sonntag gastiert der SVS am 22. Spieltag der Regionalliga Südwest um 14 Uhr im Dreisamstadion – der ehemaligen Spielstätte des Bundesligateams – beim SC Freiburg II und möchte seine Fans versöhnen, für die der SV Sandhausen einen Fanbus in den Breisgau organisiert hat.

„In den Strafräumen wird abgerechnet“

Sandhausens Trainer Janßen zur Heimniederlage gegen Walldorf

Cheftrainer Olaf Janßen nach dem Spiel gegen Walldorf: „Das Ergebnis ist verdient. Bei genauerer Betrachtung haben wir eine Vielzahl von besten Möglichkeiten auf der einen und Geschenke an den Gegner auf der anderen Seite. Alles, was dazwischen passiert, ist völlig nebensächlich. In den Strafräumen wird abgerechnet.“

SVS-Cheftrainer Olaf Janßen konnte mit der Leistung seiner Mannschaft bei der 1:2-Heimniederlage gegen Walldorf nicht zufrieden sein

„Brutaler Charaktertest, wie man mit der Enttäuschung umgeht“

SVS-Coach Janßen zur Verarbeitung der Derbyniederlage

Seiner Mannschaft gab der Coach im Hinblick auf das nächste Spiel in aller Deutlichkeit mit: „Das ist jetzt ein brutaler Charaktertest – für das Trainerteam wie für jeden einzelnen Spieler, wie man mit so einer Enttäuschung umgeht. Da trennt sich dann die Spreu vom Weizen.“ Mittelfeldspieler Niklas Tarnat: „Mir fällt es aktuell noch schwer zu sagen, woran es lag. Das Wichtigste ist jetzt, welche Schlüsse wir daraus ziehen.“

Niklas Tarnat (li.) setzt sich in dieser Aktion gegen seinen Gegenspieler durch

Mehr Laufbereitschaft und Genauigkeit im Passspiel erforderlich

Dabei hatte der SVS bereits in der ersten Halbzeit drei beste Einschussmöglichkeiten über den agilen Robert Ramsak und Pascal Testroet, doch fehlende Präzision und ein glänzend aufgelegter Walldorfer Torhüter Schragl verhinderten einen Torerfolg und so stand es 0:2 zur Pause für die geschickt konternden Gäste. Um nicht im Tabellen-Mittelmaß zu versinken, braucht es aber mehr Laufbereitschaft und Genauigkeit im Passspiel bei der Partie in Freiburg und mit der Hereinnahme der Winter-Neuzugänge Marvin Schulz und Ramsak wirkte es nicht so abgestimmt wie noch vor der Winterpause. 

Personeller Engpass im Mittelfeld

Das Lazarett hat sich derweil wieder vergrößert und zu den bekannten Pfaffenrot, Dabo und Inaler haben sich bereits vor dem Derby gegen Walldorf Ramusovic (Außenmeniskus-Riss) und Ampadu (Knieverletzung) gesellt, die Rückfälle erlitten. Im zentralen Mittelfeld herrscht damit aktuell personeller Engpass.

Louis Kolbe (re.) im Duell mit Walldorfs Emilian Lässig

Ständiges Auf und Ab in der Hinserie

In der Hinrunde entführte die Zweitvertretung des SC Freiburg beim 2:2 einen Punkt am Hardtwald, für die Sandhäuser traf Testroet doppelt, für die Breisgauer trafen Wiklöf und Amegnaglo. Die Freiburger haben das vergangene Jahr mit drei Niederlagen beendet und mussten am Mittwoch ihr Pflichtspieldebüt 2026 des vom vergangenen Wochenende ausgefallenen Spiels in Großaspach nachholen, das….endete. Die Hinserie war ein ständiges Auf und Ab, zwischenzeitlich konnte das junge Team von Trainer Bernhard Weis mit Heimsiegen gegen Homburg (5:3) und Walldorf (6:0) begeistern.

Bernhard Weis fordert von seinem jungen Freiburger Team ein besseres Verteidigungsverhalten

„Es muss uns als Team gelingen, besser zu verteidigen“

Freiburgs Trainer Weis

SCF-Coach Weis: „Man kann es nicht immer alles erklären, aber Erfolgserlebnisse helfen ungemein. Es ist vielleicht auch dem Alter geschuldet, dass es einfach etwas Zeit gebraucht hat.“ Doch, so Weis im Hinblick auf die Restrunde: „Es muss uns als Team gelingen, besser zu verteidigen.“

SCF-Routinier und bislang treffsicherster Schütze Fabian Rüdlin (li.) kommt vor Sandhausens Maximilian Wagner an den Ball

Junges Team noch nicht frei von Abstiegssorgen

Die Breisgauer auf Rang 14 haben zwar einen Vorsprung von zehn Punkten auf den ersten der vier Abstiegsplätze, doch bei zwei Absteigern aus der 3. Liga müsste auch der Vierzehnte runter. 20 des 28 Spieler umfassenden Kaders sind 20 Jahre oder jünger. Mit Ogbus und Rosenfelder kamen zwei Abwehrspieler der Freiburger Talente bereits zu regelmäßigen Bundesligaeinsätzen, einer der wenigen Routiniers Rüdlin führt die interne Torschützenliste mit zehn Treffern an.

Mögliche Aufstellungen:

SC Freiburg II: Jantunen – Atemkeng, Ogbus, Schopper, Steinmann – Founes, Wagner, Rüdlin, Zelic – Catak, Fetsch
SV Sandhausen: Schneller – Akmestanli, Schulz, Gipson – Kolbe, Krauße, Tarnat, Halbauer – Herrmann, Ramsak – Testroet

AM
Fotos: foto2press

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