Standards könnten entscheidend sein – Avdullahu muss ersetzt werden
Den 27. Bundesliga-Spieltag eröffnet am Freitagabend (20:30 Uhr) das Top-Spiel zwischen RB Leipzig und der TSG Hoffenheim. Das Spiel zwischen dem Tabellenfünften und Dritten ist zugleich ein richtungsweisendes Spiel um einen der vier begehrten Champions League-Plätze. Hinter den mit 58 Punkten auf Platz 2 liegenden Dortmundern duellieren sich mit Hoffenheim (50 Punkte), Stuttgart (50), Leipzig (47) und Leverkusen (45) vier Teams um die weiteren drei Teilnehmerplätze in der europäischen Königsklasse.

In Sachsen gab es bislang wenig zu holen
Die Reise in den Osten Deutschlands verlief für die Kraichgauer in der Vergangenheit meist enttäuschend. Von den bisherigen elf Gastspielen bei den Sachsen konnten die Hoffenheimer nur eines für sich entscheiden. Dieser Erfolg im April 2018 war mit 5:2 zwar recht spektakulär, liegt aber schon lange zurück.
„Es wartet eine schwere Aufgabe, auf die wir uns aber sehr freuen“
TSG-Coach Ilzer über die Herangehensweise in Leipzig
Um diese Negativbilanz etwas aufzubessern, wird TSG-Cheftrainer Christian Ilzer seine Mansnchaft bestens auf diese schwierige Aufgabe vorbereiten. Über die Herangehensweise sagte der Österreicher bei der Spieltags-Pressekonferent heute: „Wir fahren mit einer guten Ausgangssituation nach Leipzig. Wir wollen uns als Gegner präsentieren, gegen den es sehr unangenehm ist. Sie haben viel Geschwindigkeit, aber auch ein Zentrum mit viel Power aus Österreich. Es wartet eine schwere Aufgabe, auf die wir uns aber sehr freuen.“

„Wir machen keinen Unterschied, ob wir daheim oder auswärts spielen“
Ilzer über das bevorstehende Auswärtsspiel
Ilzer vertraut auf die im bisherigen Saisonverlauf guten Leistungen auch auf des Gegners Platz: „Wir zeigen in dieser Saison auswärts ein gutes Gesicht. Wir machen keinen Unterschied, ob wir daheim oder auswärts spielen. Wir wissen, was uns für unsere Gegner sehr unangenehm macht, das brauchen wir morgen auch. Wir wollen fokussiert, aber auch mit einer gewissen Lockerheit ins Spiel gehen.“
Keine Freitagabendspezialisten
Beide Teams waren in der Vergangenheit an einem Freitagabendtermin nicht sonderlich erfolgreich, was besonders für die Gäste zutrifft, die seit sieben Freitagsspielen sieglos sind.

Unbeliebtico
Für viele der sogenannten Traditionalisten unter den Fußballfans ist das Duell Hoffenheim gegen Leipzig in der Beliebtheitsskala weit hinten angesiedelt. Seit Jahren wird dieses Duell in Anlehnung an den spanischen Clasico als „El Plastico“ verspottet. Im Vorfeld des Hinspiels hatte die Hoffenheimer Social-Media-Abteilung die TSG und Gegner Leipzig auf die Schippe genommen und auf Werbeplakaten im Sinsheimer Raum das Spiel als „Unbeliebtico“ bezeichnet. Bei den Gästen kam dies aber gar nicht gut an.
„Es ist ein sehr enges Rennen“
Leipzigs Trainer Ole Werner zur aktuellen Tabellensituation
RB-Coach Ole Werner meinte nach der 0:1-Niederlage am vergangenen Spieltag in Stuttgart sowie in der Vorschau auf den nächsten Gegner Hoffenheim: „Es ist ein sehr enges Rennen. Es geht darum, dass wir bei uns bleiben und in dieser heißen Phase nochmal die wichtigen Entwicklungsschritte gehen. Hoffenheim bewegt sich das ganze Jahr über auf Augenhöhe. Wir müssen in den entscheidenden Momenten noch mehr Qualität bringen, als wir das gegen Stuttgart getan haben.“

Sechs-Punkte-Spiel
Doch unabhängig von solchen humorigen Nebenkriegsschauplätzen steht in diesem Sechs-Punkte-Spiel in der Red Bull Arena sportlich viel auf dem Spiel. Die Sachsen können mit einem neunten Saison-Heimsieg mit den Gästen gleichziehen. Auf der anderen Seite könnte die TSG, die mit den bisher erreichten 50 Punkten nach 26 Spieltagen einen neuen Vereinsrekord aufgestellt hat, auf sechs Zähler davonziehen. Sieben Spieltage vor Saisonende wäre dies ein dickes Brett.
Hinspiel ging an die TSG
Bei der TSG hat man gute Erinnerungen an das Hinspiel, das mit 3:1 gewonnen werden konnte. Beim damaligen Duell zwischen dem Sechsten und dem Zweiten brachte Yan Diomande die Leipziger früh in Führung, ehe Albian Hajdari mit seinem ersten Bundesliga-Treffer der 1:1-Ausgleich gelang. Tim Lemperle kurz vor der Pause und Grischa Prömel zehn Minuten vor dem Ende sicherten anschließend den vielumjubelten Heimsieg der Ilzer-Truppe.

„Es wird nicht nur die elf Startspieler brauchen“
Trainer Ilzer über die morgige Partie
Für Trainer Ilzer war der Ausgang des Hinspiels auch der taktischen Ausrichtung geschuldet: „Im Hinspiel war es so, dass Fisnik Asllani von der Bank kam und von dort aus einen sehr guten Einfluss nehmen konnte. Es war aber auch wichtig, dass die Startelf das Spiel so vorbereitet hatte, bis er reingekommen ist. Es wird morgen nicht nur die elf Startspieler brauchen.“
Ein wichtiger Faktor sind die Standards
Ein entscheidender Faktor in diesem hochinteressanten Duell dürften die Standards werden. Während die Roten Bullen nach Ecken und Freistößen bislang 17 Prozent ihrer Treffer erzielten, kassierten die Hoffenheimer die Hälfte ihrer Gegentreffer nach Standardsituationen. Diesen schwächsten Liga-Wert gilt es in der Leipziger Arena unter allen Umständen abzustellen, um am Ende nicht erneut ohne Punktausbeute die nächtliche Rückreise anzutreten.


Zwei starke Ivorer
Ein interessantes Duell wird das Aufeinandertreffen der beiden sprintstarken Ivorer Yan Diomande und Bazoumana Toure. Während der Leipziger Shooting-Star und Dribbelspezialist Diomande mit zehn Toren und fünf Torvorlagen glänzte, konnte dessen Landsmann Toure durch seine Sprints über die Außenbahn schon so manchen Defensivriegel knacken und sieben Treffer seines Teams vorbereiten.
Alte Bekannte
Erneut kommt es bei diesem Spiel für die Gäste zum Wiedersehen mit den beiden ehemaligen Teamkollegen. Auf Leipziger Seite haben die beiden Nationalspieler Christoph Baumgartner und David Raum eine Hoffenheimer Vergangenheit. Bei den Roten Bullen haben sich beide zu Stammspielern entwickelt und sind fester Bestandteil des Teams.


Vorteil der Europapokal-Abstinenz
Da beide Mannschaften in der aktuellen Saison international nicht vertreten sind, sind die beiden Trainer nicht zum Rotieren bzw. zu einer Belastungssteuerung gezwungen. Da Christian Ilzer an den letzten vier Spieltagen nur drei personelle Veränderungen in der Startelf vornahm, hat sein Gegenüber Ole Werner an den letzten drei Spieltagen lediglich zwei Veränderungen vorgenommen.

Längerer Ausfall von Leon Avdullahu
Hoffenheims Leon Avdullahu wird seiner Mannschaft nicht nur in der Messestadt morgen, sondern auch in den Folgewochen aufgrund einer Muskelverletzung im Adduktorenbereich längerfristig fehlen. Der Ausfall des Mittelfeldspielers, der sowohl im Aufbauspiel eine Schlüsselposition begleitete, als auch im Defensivspiel eine wichtige Rolle einnahm, wiegt schwer.
Nicht in eine Frustrationsfalle geraten
Ergebnistechnisch durchleben die Nordbadener derzeit eine kleine Schwächephase: Nur eines der letzten vier Spiele konnte gewonnen werden. Trainer Ilzer meinte hierzu: „Wir müssen aufpassen, nicht in eine Frustrationsfalle zu geraten und zu selbstkritisch zu sein.“ Ein Sieg in Leipzig wäre hierauf die genau richtige Antwort. Rund 400 Hoffe-Fans werden hierfür vor Ort am Freitagabend ihr Bestes geben!
Fotos: BWA, Kraichgaufoto und fotos2press













