Kann die TSG ihre Serie von fünf Heimniederlagen in Folge gegen Dortmund beenden?

In welche Richtung führt der internationale Weg?

Am Wochenende biegt die Fußball-Bundesliga mit dem 30. Spieltag auf die Zielgerade der Saison 2025/26 ein. Während bei der Titelvergabe lediglich noch der vorzeitige Zeitpunkt für die feststehende Meisterschaft der Münchner Bayern zu klären ist, ist beim Rennen um die begehrten internationalen Plätze sowie dem nervenaufreibenden Abstiegskampf noch vieles offen.

Ein immer wieder attraktives und emotionales Duell: TSG Hoffenheim empfängt Borussia Dortmund

Ganz wichtiges Heimspiel

Die TSG Hoffenheim empfängt in ihrem drittletzten Heimspiel am Samstag (15:30 Uhr) den Tabellenzweiten Borussia Dortmund. Für die Kraichgauer, die seit vier Spieltagen sieglos und vom dritten auf den sechsten Tabellenplatz zurückgefallen sind, wird ein Heimsieg hinsichtlich einer noch möglichen Qualifikation für die sowohl sportlich als auch finanziell sehr reizvolle Champions League fast schon zur Pflichtaufgabe. Bei einem Dreier erhalten sich die Blau-Weißen im Vierkampf mit Leipzig, Stuttgart und Leverkusen die realistische Chance auf die Teilnahme aufrecht. Bei einer Niederlage könnte sich der Rückstand im ungünstigsten Fall auf acht Zähler vergrößern, was zur Folge hätte, dass der Zug in Richtung Königsklasse wohl abgefahren ist.

Auf der Zielgeraden auf der Überholspur?

Ein Blick in die Vergangenheit stimmt optimistisch: In der Saison 2017/18 belegte die TSG nach 29 Spieltagen bei fünf Punkten Rückstand auf die Champions League-Plätze Rang 7. In einem wahren Endspurt zogen die Nordbadener an der Konkurrenz vorbei und belegten nach einem 3:1-Heimerfolg am 34. Spieltag über Dortmund am Ende Platz 3.

Packender Zweikampf um den Ball zwischen Andrej Kramaric (re.) und (dem derzeit verletzt fehlenden) Dortmunder Felix Nmecha

Macht die TSG die Bayern zum Meister?

Das Duell am Samstag in der bereits restlos ausverkauften PreZero Arena, das vom 41-jährigen Berliner Lehrer Daniel Siebert geleitet wird, könnte auch Auswirkungen auf den Meisterschaftskampf haben. Mit einem Erfolg über Schwarz-Gelb könnte Hoffenheim zugleich die Bayern, vorausgesetzt diese gewinnen ihr Heimspiel am Sonntag gegen Stuttgart – zum vorzeitigen Meister krönen.

Wohin führt der internationale Weg?

Eine internationale Teilnahme dürfte den Kraichgauern jedoch schon sicher sein. Platz fünf und sechs reichen aller Voraussicht nach für die Europa League, Platz sieben würde die Qualifikation zu den Conference League Play-offs bedeuten. Wer hätte dies noch vor einem Jahr, als das Abstiegsgespenst noch durch den Kraichgau spukte, für möglich gehalten? Jetzt ist nur noch fraglich, in welche Richtung der Hoffe-Express auf europäischer Bühne zusteuert.

Für Dortmunds Abwehrhünen Niklas Süle – im Duell mit Andrej Kramaric – kommt es am Samstag zur erneuten Rückkehr an die alte Wirkungsstätte

Durchwachsenes Restprogramm

Der Sechste Hoffenheim sieht sich einem noch anspruchsvollen, aber nicht unlösbarem Restprogramm gegenüber. Neben dem nächsten Gegner Dortmund stehen mit Hamburg und Mönchengladbach zwei Auswärtsspiele gegen Teams aus dem aktuell unteren Tabellendrittel bevor. Zu Hause empfängt die Ilzer-Truppe im sogenannten sechs-Punkte-Spiel am 2. Mai noch den direkten Champions League-Konkurrenten Stuttgart und in der Folge-Woche die abstiegsbedrohten Bremer.

BVB-Cheftrainer Niko Kovac an der Seitenlinie

Ungeliebter, unangenehmer Gast

Die Dortmunder wirkten zuletzt nicht sonderlich gefestigt. Einem äußerst glücklichen Last-Minute-Erfolg in Stuttgart folgte am letzten Spieltag eine 0:1-Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen. Dennoch scheinen die Borussen den Hoffenheimern überhaupt nicht zu liegen und präsentierten sich in den letzten Jahren als ein sehr unangenehmer und ungeliebter Gast am Technik Museum. Die Bilanz aus den bisherigen 17 Bundesligaspielen in Sinsheim mit sieben Niederlagen und fünf Unentschieden ist aus Sicht der Gastgeber deutlich ausbaubar. Die letzten fünf Auswärtsspiele des BVB in Sinsheim gingen allesamt an die Ostwestfalen. Eine Negativserie, die Ilzer & Co. unbedingt beenden möchten.

Hoffe-Coach Christian Ilzer mit taktischen Anweisungen an seine Spieler

Serie endet nach 36 Bundesliga-Spielen

Am vergangenen Spieltag blieben die allgemein als torhungrig bekannte Borussen bei ihrer erst dritten Saisonniederlage gegen Leverkusen erstmals in dieser Bundesliga-Saison ohne Treffer, saisonübergreifend ging damit sogar eine Serie von 36 Bundesliga-Spielen in Folge mit BVB-Treffern zu Ende. Auf der Saisonzielgeraden ist der Kovac-Truppe Platz zwei angesichts von acht Punkten Vorsprung auf Stuttgart und Leipzig eigentlich nicht mehr zu nehmen.

Der Langzeitverletzte Adam Hlozek (Mitte) – hier im Duell mit Dortmunds Ramy Bensebaini – hofft im Saisonendspurt noch zu Spieleinsätzen zu kommen. Links im Bild Andrej Kramaric, dessen Zukunft im Kraichgau immer noch nicht geklärt ist.

Kramaric-Zukunft weiter offen

Personell wird sich bei der TSG in den nächsten Wochen, auch abhängig vom Saisonabschneiden, einiges entscheiden. Mit Grischa Prömel, der ablösefrei zum VfB Stuttgart wechselt, steht bereits der erste Abgang fest. Da es gleich mehrere Interessenten an den Offensivspielern Fisnik Asllani und Bazoumana Toure gibt, dürften diese wohl kaum zu halten sein. Auch die Zukunft der TSG-Legende und Rekordtorjäger Andrej Kramaric steht noch in den Sternen. Der Vertrag des Kroaten, der seit Januar 2016 das Hoffe-Trikot trägt, endet im Sommer. Immer wieder wird von beiden Seiten beteuert, dass man in guten Gesprächen sei, doch final wurde (zumindest offiziell) noch nichts Endgültiges entschieden. Der Routinier, der am Ende seines Ende Juni auslaufenden Vertrages 35 Jahre alt ist, steht vor der Entscheidung, ein weiteres Mal bei der TSG zu verlängern oder nach gut zehn Jahren auf der Zielgeraden der Karriere ablösefrei noch mal im Ausland einen finanziell lukrativen Vertrag abzuschließen.

Ozan Kabak hat seinen auslaufenden Vertrag in Hoffenheim vorzeitig verlängert

Kabak bleibt der TSG erhalten

Bei einer anderen Personalie hat Sportchef Andreas Schicker bereits für Klarheit gesorgt. Der ebenfalls im Sommer auslaufende Vertrag mit Abwehrspieler Ozan Kabak wurde langfristig verlängert. Der 26-jährige türkische Nationalspieler, der sich nach seinem Kreuzbandriss wieder mühevoll zurückgekämpft und einige lukrative Angebote vorliegen hatte, gilt aufgrund seiner Zweikampfstärke, Wucht und Torgefahr zu den unverzichtbaren Säulen des Teams. Der Abwehrspieler, der im Sommer 2022 vom FC Schalke 04 kam, absolvierte bislang 84 Pflichtspiele für die TSG und erzielte dabei zwölf Treffer. Für die türkische Nationalmannschaft, wo er bislang 28-mal zum Einsatz kam, wird er im Sommer bei der FIFA-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko an den Start gehen.

Fotos: Kraichgaufoto und foto2press

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