TSG gelingt gegen den BVB mit einem 2:1-Heimerfolg der Befreiungsschlag

Kramaric verwandelt zwei Handelfmeter gegen seinen Lieblingsgegner

Nach fünf Heimniederlagen in Folge gegen Borussia Dortmund hat die TSG Hoffenheim durch einen 2:1-Heimerfolg die Negativserie gegen die Ostwestfalen beendet und sich gleichzeitig wieder im Kampf um eine Champions League-Qualifikation zurückgemeldet. Nach nur einem Sieg aus den letzten sieben Spielen ist dieser Erfolg vor 30.150 Zuschauern in Sinsheim wie ein Befreiungsschlag zu bewerten. Dies war bei der ausgelassenen Freude und Feier mit den Fans nach Abpfiff bei den Aktueren deutlich zu spüren.

TSG-Coach Ilzer bei der Pressekonferenz

„Es war für uns ergebnistechnisch sehr wichtig“

TSG-Cheftrainer Ilzer

Auch Trainer Christian Ilzer war die Erleichterung anzumerken. Der Österreicher: „Es war für uns ergebnistechnisch wirklich sehr wichtig. Wir hatten eine Phase, in der wir uns bei den Ergebnissen schwergetan haben. Wir haben uns dieses Glück heute erarbeitet. Wir haben die Box verteidigt, wir waren energetisch in den Duellen. Das waren die Basics, um diesen Sieg zu erzwingen.“
Am Ende war es zweifellos ein verdienter Sieg der Kraichgauer, bei dem erneut Andrej Kramaric mit zwei verwandelten Handelfmeter (42. und 90.+8), beim zwischenzeitlichen Ausgleich von Serhou Guirassy (87.), zum Matchwinner avancierte.

Das Endergebnis, das erst nach über 102 Minuten Spielzeit feststand

„Das Eingreifen des VAR ist nicht im Sinne des Fußballs“

BVB-Coach Kovac

Für Dortmunds Trainer Niko Kovac war es ein Spiel mit zwei unterschiedlichen Hälften, in dem in der ersten Hälfte Hoffenheim und im zweiten Abschnitt sein Team dominiert hat. Für den Kroaten war es besonders ärgerlich, dass „wir das Spiel durch zwei Handelfmeter verlieren. Dass hierbei jeweils der VAR eingreift, ist nicht im Sinne des Fußballs.“

Dortmunds Trainer Kovac bei der Pressekonferenz

„Der Druck bei den Elfmetern war heute hoch“

Kramaric über seinen beiden Elfmetertore

TSG-Torjäger Kramaric über seine beiden Treffer nach Spielschluss: „Es waren zwei ganz wichtige Elfmeter. Für mich war es nicht einfach, gegen Gregor Kobel anzutreten. Wir haben früher zusammengespielt und nach dem Training immer eine Elfmeter-Wette gehabt. Der Druck war heute hoch, aber ich habe schon viele Elfmeter geschossen.“

Kramaric holt tief Luft und verwandelt dann den Handelfmeter gegen Kobel

Lemperle scheitert an der Latte

Zum Spielverlauf: Die Gastgeber waren in der ersten Hälfte klar tonangebend und ließen den Gegner durch eine engagierte und entschlossene Herangehensweise erst gar nicht ins Spiel kommen. Bereits nach sechs Minuten hatten die Hoffe-Fans den Torschrei auf den Lippen, nachdem Tim Lemperle nach einem Chip-Ball von Wouter Burger per Volleyaufsetzer die Querlatte traf. Die zweite dicke Chance bot sich Kramaric, dessen Schuss BVB-Keeper Gregor Kobel parieren konnte (26.).

Lemperle (Mitte) scheiterte nach knapp einer halben Stunde am Aluminium

Von Dortmund kommt wenig

Vom Tabellenzweiten kam im ersten Durchgang ganz wenig. Bis auf einen Kopfball aus kurzer Distanz von Daniel Svensson, der übers Tor ging (13.), und einer Möglichkeit des Ex-Hoffenheimers Maximilian Beier, der bei einer Hereingabe von Fabio Silva nur einen Schritt zu spät kam (25.), gab es nichts weiteres Erwähnenswertes.

Avdullahu war Dreh- und Angelpunkt im Hoffenheimer Spiel

Unglücksrabe Süle verursacht Handelfmeter

Kurz vor der Pause wurde es noch mal hektisch, nachdem der TSG ein Elfmeter zugesprochen wurde, den Kramaric mit seinem elften Saisontreffer eiskalt zur 1:0-Führung verwandelte (42.). Dieser Strafstoß kam durch kuriose Umstände zustande. Nach einem Schuss von Kramaric rutschte Niklas Süle im Strafraum weg, dabei verletzte er sich am Knie. Als er auf dem Boden lag, streckt er seinen Arm aus und wurde dabei vom Kroaten angeschossen. Schiri Siebert, der zunächst weiterlaufen ließ, wurde dann aber vom VAR informiert und entschied, nachdem er sich die Szene am Monitor nochmals angeschaut hatte, auf Handelfmeter. Für Süle, der die Dortmunder am Saisonende verlassen wird, könnte es nach seinem Ausscheiden womöglich sein letzter Einsatz im BVB-Dress gewesen sein. Auch wenn es für die Schwarz-Gelben ein äußerst unglücklicher Gegentreffer war, blieb es bei der knappen, aber verdienten Hoffenheimer Pausenführung.

Hoffenheims Kabak gewinnt das Kopfballduell gegen Bellingham (Nr. 7)

Engagiertere Gäste ohne zwingende Chancen

Im zweiten Abschnitt präsentierten sich die Gäste deutlich engagierter und druckvoller. Das Spielgeschehen verlagerte sich zunehmend in die Hoffenheimer Hälfte, ohne dass jedoch die Gäste gegen einen sehr leidenschaftlich und vielbeinig verteidigenden Gegner sich klare Chancen erspielen konnten. Die beste Chance für die TSG bot sich Ozan Kabak, dessen Kopfball Kobel zur Ecke abwehren konnte (62.). Der TSG-Verteidiger stand wenig später erneut im Blickpunkt, als er einen Schuss von Daniel Svensson in höchster Not gerade noch blocken konnte (65.).

Coole Rückgabe mit der Brust von Coufal zu seinem Torhüter Baumann

Guirassy mit dem späten Ausgleich

Mitten in die Schlussphase, als sich viele der Zuschauer schon auf einen Heimsieg eingestellt hatten, gelang den Borussen durch zwei Einwechselspieler der Ausgleich. Nach Vorlage von Ramy Bensebaini zog Serhou Guirassy aus 18 Metern ab und traf aus der drehung links unten ins Eck zum 1:1 (87.). Für TSG-Keeper Oliver Baumann, der mit seinem 519. Bundesligaeinsatz sich auf Platz zehn der Bundesliga-Rekordspieler schob, gab es hierbei nichts zu halten.

Kramaric verwandelte zwei Handelfmeter eiskalt und sicher

Siegtreffer durch erneuten Kramaric-Elfmeter

Die Blau-Weißen machten daraufhin noch mal Druck und belohnten sich. Nach einem Handspiel von Julian Ryerson nach einer Prass-Flanke gab es wieder durch Hinweis des VAR einen Strafstoß, den Kramaric erneut sicher zum vielumjubelten 2:1-Siegtreffer verwandelte (90.+8).

Prömel beim Kopfballduell mit den Dortmundern Brand (Nr. 10) und Schlotterbeck

„Wir wollen nächste Saison in der Champions League spielen“

Kramaric zum Saisonziel

Für den Hoffenheimer Rekordtorschützen war es bereits der elfte Treffer im 18. Duell mit seinem „Lieblingsgegner“ Dortmund. Kramaric nach dem Abpfiff: „Wir werden weiter Gas geben an den letzten vier Spieltagen. Wir wollen Punkte holen, um nächste Saison international zu spielen. Das ist unser großes Ziel. Dafür müssen wir alles geben“. Schon vor der Partie appellierte Kramaric in der Kabine an seine Mitspielern: „Das wird vielleicht unsere letzte Chance. Ich glaube, es ist viel schöner nächstes Jahr gegen Real Madrid, Barcelona, ManCity, United und viele anderen Top-Vereine zu spielen, als in der Europa League.“ Für dieses ehrgeizige Ziel waren es deshalb auch drei ganz wichtige Punkte nach vier sieglosen Partien im Wettlauf um die Königsklasse.

Kabak (re.) im Zweikampf mit Dortmunds Brandt

„Jetzt haben wir noch vier Endspiele“

Kabak über das Saisonfinale

Ein selbstbewusster TSG-Verteidiger Kabak nach der Partie über den weiteren Saisonverlauf: „Wir haben alles gegeben und sind sehr glücklich, dass wir gewonnen haben. Ich glaube auch, dass der Sieg verdient war. Wir haben alles für unser Ziel, in der nächsten Saison international zu spielen, getan. Jetzt haben wir noch vier Endspiele in der Bundesliga. Daraus wollen wir zwölf Punkte holen und dann schauen wir mal, was am Ende dabei rauskommt.“

Andreas Schicker kann sich schon mal auf die Europapokal-Abende mit seiner TSG freuen

„Nun sind wir wieder auf Tuchfühlung mit den Champions-League-Plätzen“

TSG-Geschäftsführer Sport Schicker

Vier Spieltage vor Saisonende haben die Nordbadener die Europapokal-Teilnahme schon so gut wie sicher – die Frage ist nur, in welchem Wettbewerb. Auch Sportchef Andreas Schicker freut sich auf die internationalen Vergleiche: Wir haben einen großen Schritt in Richtung Europa League gemacht und gezeigt, dass wir noch leben. Nun sind wir wieder auf Tuchfühlung mit den Champions-League-Plätzen.“

Aufstellungen:

TSG Hoffenheim: Baumann – Coufal, Ozan Kabak, Hajdari, Bernardo (71. Hranac) – Avdullahu, Burger (60. Prömel) – Kramaric, Toure (60. Prass) – Lemperle (82. Moerstedt), Asllani
Borussia Dortmund: Kobel – Süle (42. Bensebaini), Anton, Schlotterbeck – Ryerson, Bellingham, Svensson (71. Brandt) – Sabitzer (71. Inacio), Chukwuemeka – Fabio Silva (60. Guirassy), Beier
Tore: 1:0 Kramaric (42./Handelfmeter), 1:1 Guirassy (87.), 2:1  Kramaric (90.+8/Handelfmeter)
Schiedsrichter: Siebert (Berlin)
Zuschauer: 30.150 (ausverkauft)

Hoffenheims Spieler und Fans feierten nach dem Abpfiff euphorisch den 2:1-Heimerfolg gegen Borussia Dortmund

Auswärtsspiel beim HSV

Am 31. Spieltag gastiert die TSG Hoffenheim am kommenden Samstagabend (18:30 Uhr) beim Tabellendreizehnten und noch abstiegsbedrohten Hamburger SV.

Fotos: Kraichgaufoto und BWA

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