Hoffenheim qualifiziert sich durch einen 2:1-Erfolg beim HSV für den Europapokal

Der Traum von der Königsklasse hält an – Jetzt kommt der VfB

Mit einem 2:1-Erfolg beim Hamburger SV am 31. Bundesliga-Spieltag hat sich die TSG Hoffenheim den Traum vom Europapokal erfüllt.  Die 1.500 Hoffe-Fans sangen nach dem Abpfiff im Gästeblock lautstark „Europapokal, wir sind wieder im Europapokal“, denn drei Spieltage vor Saisonende sind die Kraichgauer nicht mehr aus den Top 6 zu verdrängen. In welchem Wettbewerb die Ilzer-Truppe in der kommenden Saison bei ihrer fünften internationalen Teilnahme antreten wird, entscheidet sich im finalen Saisonendspurt. Hierbei empfängt man zu Hause Stuttgart und Bremen, ehe es beim Saisonfinale nach Gladbach geht.

Für Andreas Schicker gilt jetzt das Maximale zu erreichen

„Das ist ein großartiger Erfolg und der verdiente Lohn“

TSG-Sportchef Andi Schicker

„Das ist ein großartiger Erfolg und der verdiente Lohn für die harte Arbeit der Mannschaft, des Trainerteams, des Staff und aller Mitarbeitenden. Wir wollen immer das Maximale erreichen. Deshalb gilt unser voller Fokus nun dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart“, sagte ein glücklicher TSG-Geschäftsführer Sport Andreas Schicker nach dem Spiel.

Neuer Vereinsrekord

Mit dem 17. Saisonsieg haben die Kraichgauer gleichzeitig auch einen neuen Vereinsrekord aufgestellt. Die Treffer für die TSG im stimmungsvollen mit 57.000 Zuschauern ausverkauften Volksparkstadion erzielten Fisnik Asllani (18.) und Tim Lemperle (45.). Der zwischenzeitliche Ausgleich für die Hanseaten gelang Robert Glatzel per Elfmeter (34.). Während die Blau-Weißen vom Europapokal träumen, hält die Ergebniskrise der Norddeutschen bei nur einem Sieg aus den zurückliegenden zehn Partien und sechs sieglosen Heimspielen weiter an.

Torjubel bei Fisnik Asllani (Archivfoto)

Asllani trifft mit der ersten Chance

Zum Spiel: Die Hoffenheimer versteckten sich nicht und begannen sehr couragiert. Mit ihrer ersten gefährlichen Aktion gingen die Gäste nach 18 Minuten in Führung. Coufal, der sich über die rechte Außenbahn durchgesetzt hatte, flankte gefühlvoll in die Mitte, wo Stürmer Asllani den Ball aus sechs Metern volley zur 1:0-Führung in die Maschen setzte (18.).

HSV gleicht aus vom Punkt

Danach tat sich vor beiden Toren recht wenig, ehe die Hoffenheimer dem Gegner den Ausgleich nahezu auf dem Silbertablett servierten. Nach einem verunglückten und viel zu kurz geratenen Rückpass von Ozan Kabak kam Glatzel an den Ball und lief allein auf Torhüter Oliver Baumann zu. Als er diesen umkurvten wollte, fiel er über dessen Bein und kam zu Fall. Schiri Schröder zögerte keine Sekunde und entschied auf Strafstoß, den der Gefoulte selbst zum Ausgleich vollstreckte (34.). Die Partie war nun wieder völlig offen.

Tim Lemperle traf kurz vor der Halbzeitpause zum Hoffenheimer Siegtreffer

Lemperle trifft zur erneuten Führung

Fast im Gegenzug hätte Kabak seinen Fehler wieder wettgemacht, doch sein Kopfball parierte Keeper Daniel Heuer Fernandes mit einer Glanzparade (36.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff schlugen die Gäste erneut eiskalt zu. Nach einer zu kurz abgewehrten Flanke köpfte Hajdari, der im Vorfeld der Partie seinen Vertrag vorzeitig verlängert hatte, den Ball vors Hamburger Tor, wo der völlig freistehende Lemperle artistisch im Fallen zur erneuten Hoffenheimer Führung einschoss (45.).

Gute Chancen, aber keine Treffer

Im zweiten Abschnitt hatten die Rothosen die erste Möglichkeit durch Ransford-Yeboah Königsdörffer (48.), ehe auf der anderen Seite wenig später Asllani nach einem Steilpass von Hajdari um Zentimeter zu spät kam (51.). Nachdem Toure mit einem Kopfball am HSV-Schlussmann scheiterte (54.), verhinderte Coufal den erneuten Ausgleich, indem er einen Schuss von Königsdörffer kurz vor dem Tor zur Ecke abwehrte (56.). In der Folge tat sich in einer nun etwas zerfahrenen und von vielen Unterbrechungen gekennzeichneten Partie vor beiden Toren wenig. Nachdem Bakery Jatta eine Flanke von Fabio Viera völlig freistehend und ungehindert aus sechs Metern per Kopfball übers Gästetor setzte (74.), blieb es beim knappen aber verdienten Auswärtssieg der Hoffenheimer. Auch die statischen Werte sprach am Ende bei 59%:41% Ballbesitz, 15:12 Torschüssen, 81%:74% Passquote: und 119,32:112,32km Laufdistanz für die Nordbadener.

Oliver Baumann kann sich in der nächsten Saison auf internationale Auftritte seiner TSG freuen

„Wir haben eine fantastische Basis gelegt“

Nationaltorhüter Oilver Baumann

Kapitän Baumann umschreibt die aktuelle Situation treffend: „Die Mannschaft ist hungrig. Man sieht auf dem Platz, wie viel sie investieren. Es ist richtig, richtig gut, was sich entwickelt hat. Wir haben eine fantastische Basis gelegt, den Schritt nach Europa geschafft, nun wollen wir das Maximale erreichen.“

Stimmen der Trainer:

Trainer Christian Ilzer hat aus einem Abstiegskandidaten einen Europapokalteilnehmer geformt

„Es war ein Arbeitssieg in einem wilden Spiel“

TSG-Coach Christian Ilzer

Christian Ilzer (Hoffenheim): „Es war am Ende ein Arbeitssieg in einem wilden Spiel, wenngleich ich das Spiel auch in die zwei Halbzeiten teilen will. Wir gehen mit einem schönen Tor in Führung, kassieren den Ausgleich nach einem Fehler, reagieren danach aber sehr gut und machen mit einer Energieleistung den Führungstreffer. In der zweiten Hälfte haben wir es verpasst, das Spiel zu entscheiden. Wir sind sehr froh, hier gewonnen zu haben, das haben andere Mannschaften nicht geschafft.“

HSV-Coach Merlin Polzin fand viel Lob für Gegner Hoffenheim

„Hoffenheim ist nach den Bayern die Mannschaft, die uns vor die meisten Probleme gestellt hat“

HSV-Cheftrainer Merlin Polzin

Merlin Polzin (Hamburg): „Wir haben ein Spiel gesehen, wo es mir wichtig war, eine Leistung zu zeigen, die es uns ermöglicht, den HSV in der Liga zu etablieren. Wir können beide Gegentore besser verteidigen und müssen hundertprozentige Chancen in der Bundesliga auch einfach nutzen. Hoffenheim spielt eine herausragende Saison und für mich sind sie nach den Bayern die Mannschaft, die uns vor die meisten Probleme gestellt hat.“

Aufstellungen:

Hamburger SV: Heuer Fernandes – Capaldo, Torunarigha, Omari (88. Downs) – Jatta (74. Gocholeishvili), Remberg, Grönbaek (88. Philippe), Mikelbrencis (75. Lokonga) – Vieira – Glatzel (64. Stange), Königsdörffer
TSG Hoffenheim: Baumann – Coufal, Hranac (46. Bernardo), Ozan Kabak, Hajdari – Burger, Avdullahu – Kramaric (75. Prass), Toure (85. Campbell) – Asllani (64. Prömel), Lemperle (85. Moerstedt)
Tore: 0:1 Asllani (18.), 1:1 Glatzel (34., Foulelfmeter), 1:2 Lemperle (45.)
Schiedsrichter: Schröder (Hannover)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)

Duell um die Königsklasse

Am nächsten Spieltag empfängt die TSG Hoffenheim am Samstag (15:30 Uhr) in der bereits ausverkauften Sinsheimer Arena den schwäbischen Nachbarn VfB Stuttgart. In dieser womöglich vorentscheidenden Partie zwischen den Tabellennachbarn um die Champions League-Teilnahme fehlen den Gastgebern aufgrund ihrer in Hamburg erhaltenen jeweils fünften gelben Karte Robin Hranac und der am Saisonende zum VfB wechselnde Grischa Prömel.

Tim Lemperle freut sich schon auf das Duell gegen Stuttgart

„Uns erwartet uns ein geiles Spiel“

Hoffenheims Stürmer Tim Lemperle

Die Vorfreude bei den Hoffenheimern auf das baden-württembergische Nachbarschaftsduell ist nicht nur bei Stürmer Lemperle groß: „Nächste Woche erwartet uns ein geiles Spiel, auf das ganz Deutschland schaut. Das haben wir uns erarbeitet.“

Auch Platz 5 könnte theoretisch noch reichen

Es besteht zudem die Möglichkeit, dass auch der Fünftplatzierte in der Königsklasse antritt, sofern die beiden noch im Europapokal verbliebenen deutschen Vertreter Bayern München und SC Freiburg weiterhin erfolgreich sind und so im Vergleich zu den konkurrierenden Spaniern genügend Punkte für das UEFA-Koeffizienten-Ranking sammeln.

Fotos: foto2press (Archivfotos)

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