Kurpfälzer gehen als einer der Top-Favoriten in die Regionalliga-Saison 2026/27
Es dürfte sicher wie das Amen in der Kirche sein, dass in der obligatorischen Umfrage die Mehrzahl der Trainer in der Regionalliga Südwest den SV Sandhausen auf dem Zettel haben, wenn es um die Favoriten für den Aufstieg bzw. den einzigen Aufstiegsplatz in der Saison 2026/27 geht.
Zehn gingen – elf kamen
Zehn Abgängen – wenn man die Spieler, die zu ihren Stammvereinen wie Robert Ramsak zu RB Leipzig, Marvin Schulz zu Preußen Münster und Benedikt Wimmer zu Bayern München II zurückkehren – hinzurechnet, von denen nur die von Außenverteidiger Louis Kolbe und Torjäger Pascal Testroet mehr ins Gewicht fallen, stehen elf Zugänge gegenüber. Von diesen bringen einige viel Erfahrung aus Profiligen mit und sollen einigen auch tragende Rollen zukommen. Nach dem Neuanfang vor einem Jahr ist es ein verhältnismäßig kleiner Umbruch, der es aber auch in sich hat. SVS-Präsident Jürgen Machmeier über die Qualität des neuen Kaders des Tabellenachten aus der Vorsaison: „Wenn man sieht, was wir auf dem Transfermarkt gemacht haben, können wir uns nicht wegducken. Wir wollen oben mitspielen.“

Lohkemper war der Wunschtransfer
Machmeier äußerte gegenüber Sportdirektor Anthony Loviso den Wunsch, als Testroet-Nachfolger doch den erfahrenen Felix Lohkemper an den Hardtwald zu lotsen. Nach zäheren Verhandlungen konnte der ehemalige Sportliche Leiter des SV Waldhof Mannheim Loviso schließlich Vollzug melden: Mit Lohkemper wechselte nach Rechtsverteidiger Seyhan Yigit ein Zweiter seiner ehemaligen Schützlinge zum SV Sandhausen, bis schließlich mit dem zentralen Mittelfeldspieler Arianit Ferati ein dritter ehemaliger Waldhof-Akteur folgte.
Waldhof-Trio soll es richten
Der 31-jährige Lohkemper erzielte in den vergangenen beiden Drittligajahren in Mannheim 26 Tore, während der technisch starke 28-jährige Ferati in der letzten Saison als Torvorbereiter mit neun Assists glänzte und zweimal traf – die beiden Offensivkräfte kennen sich daher bestens. Lohkemper zu seinem Wechsel: „Es war mein Wunsch, hierherzukommen. Der SVS und ich haben Ambitionen. Ich möchte helfen und das machen, was ich am besten kann: Tore schießen.“ Der 23-jährige Yigit ist als Nachfolger für Kolbe vorgesehen.

„Wir wollen die Arbeit auf mehrere Schultern verteilen“
Sandhausens Trainer Kevin Stotz
Ebenfalls eine Rolle als Führungsspieler wird der 34-jährige vom Regionalliga-Zweiten SGV Freiberg gekommene Marco Kehl-Gomez einnehmen, der im defensiven Mittelfeld anstelle des abgewanderten Robin Krauße die Fäden ziehen soll. SVS-Trainer Kevin Stotz über Kehl-Gomez: „Er ist ein Anführer, soll sich diese Rolle aber teilen, wir wollen die Arbeit auf mehrere Schultern verteilen.“

Interessante Neuzugänge
Mit der Empfehlung von zehn Toren und acht Assists kommt der 27-jährige Linksaußen Mert Tasdelen vom Regionalliga-Meister SG Sonnenhof Großaspach an den Hardtwald und mit dem 21-jährigen Nöttinger Oberliga-Torschützenkönig Tasos Leonidis sowie dem 29-jährigen Stefan Maderer von Lok Leipzig wechselten weitere Stürmer an den Hardtwald. Der 26-jährige Innenverteidiger Lukas Mazagg, der auch als linker Verteidiger eingesetzt werden kann, soll vom SSV Ulm gekommen die Defensive verstärken.
Gute Ansätze trotz Niederlage
Bei der 3:5-Niederlage im Testspiel gegen den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern zeigte der neue SVS bereits vielversprechende spielerische Ansätze und erst zwei späte Gegentore entschieden die Partie zugunsten der Pfälzer. Es folgen noch die Testspiele am 18. Juli gegen den 1. FC Saarbrücken und am 25. Juli bei Wormatia Worms, bis die Kurpfälzer schließlich zum Saisonstart am Wochenende 8./9. August den TSV Steinbach Haiger im Stadion am Hardtwald empfangen. Eine Woche später gastieren die Kurpfälzer im ersten Auswärtsspiel bei der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz.

Variablere Offensive
Während Testroet in der vergangenen Saison oftmals Alleinunterhalter im Sturm war, sind die Voraussetzungen für eine variablere Offensive geschaffen. Ob die Schwarz-Weißen am Ende nach zwei Jahren wieder am Aufstieg schnuppern können, wird auch davon abhängen, ob bei aller Qualität der Neuzugänge und etablierten Spielern wie Herrmann oder Halbauer die nötige Einheit entsteht, um große Ziele zu verwirklichen.

Zugänge:
Arianit Ferati, Felix Lohkemper, Seyhan Yigit (alle Waldhof Mannheim), Stefan Maderer (Lokomotive Leipzig), Mert Tasdelen (SG Sonnenhof Großaspach), Lukas Mazagg (SSV Ulm), Marco Kehl-Gomez (SGV Freiberg), Tim Korzuschek (SG Barockstadt Fulda-Lehnerz), Imad Jaadar (Darmstadt 98 II), Tasos Leonidis (FC Nöttingen), Noah Loos (eigene U19)
Abgänge:
Robin Krauße (Kickers Offenbach), Berk Inaler (Rot-Weiß Erfurt), Luca de Meester (Bonner SC), Melvin Ramusovic (VfR Mannheim), Louis Kolbe (Preußen Münster), Pascal Testroet (vereinslos), David Zimmer (Waldhof Mannheim U21).

Neuer Trikotwerbepartner
Der SV Sandhausen geht mit einem neuen Trikotsponsor in die Saison 2026/27: Die KMBS Kampfmittelbeseitigung & Service GmbH wird künftig mit ihrem Logo auf der Brust der SVS-Trikots vertreten sein.
AM
Fotos: foto2press und SV Sandhausen













