TSG-Erfolgsarchitekten sehen sich für den Tanz auf drei Hochzeiten gut aufgestellt

800 Hoffe-Fans machten sich ein Bild vom neuen Spielerkader

Nach knapp zwei Monaten endete die Sommerpause für die Profis der TSG Hoffenheim, die heute im Trainingszentrum des Dietmar Hopp Sportparks in Zuzenhausen vor rund 800 Fans die Vorbereitung auf die Saison 2026/27 aufnahmen. Beim Saison-Aufgalopp bei hochsommerlichen Temperaturen begrüßte Cheftrainer Christian Ilzer 28 Spieler, darunter auch die Neuzugänge Sean Dulic, Mats Rots, Nathan De Cat, Cajetn Lenz und Alessandro Vogt.

Die erste Trainingseinheit auf dem neuen Hybridrasen

WM-Teilnehmer steigen in Seefeld in die Vorbereitung ein

Noch nicht dabei waren die acht WM-Teilnehmer, die allesamt mit ihren Nationalteams nicht über das WM-Achtelfinale hinauskamen und nach ihrem Urlaub nach und nach zur Mannschaft stoßen werden. Spätestens im Trainingslager in österreichischen Seefeld (2. bis 9. August) wird das Trainerteam den kompletten Kader beisammen haben.

Dietmar Hopp macht sich selbst ein Bild von neuen Kader

Erstmals seit vielen Jahren ließ es sich auch Gesellschafter Dietmar Hopp nicht nehmen, sich selbst vor Ort ein Bild vom neuen Bundesligakader der Kraichgauer zu machen. „Ein sehr, sehr schönes Zeichen, dass Dietmar hier ist und sich das erste Training anschaut. Im letzten Jahr habe ich ihm noch Videomaterial gesendet, heute ist er hautnah dabei. Das zeigt auch, wie geschlossen der Verein ist“, sagte ein erfreut wirkenden TSG-Sportdirektor Andreas Schicker.

TSG-Gesellschafter Dietmer Hopp (Bildmitte, sitzenden) im Austausch mit Sportchef Andreas Schicker (links daneben)

Die Erfolgsarchitekten

Schicker und Ilzer, die den Hoffenheimer Aufschwung nach der Katastrophen-Saison 2024/25 eingeleitet haben und nun durch weitere gezielte Verstärkungen in der sportlichen Entwicklung weiterbringen möchten, gelten als die Architekten des widererstarkten Dorfvereins.

Perfekte Bedingungen

Das Vorbereitungsprogramm ist recht umfangreich, schließlich möchten die Blau-Weißen gut gewappnet in die drei Wettbewerbe Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League gehen. Wie im vergangenen Jahr soll sich dabei auch bewähren, dass zum Trainingsauftakt, der auf einem neuen Hybridrasen – einem Naturrasen, der durch die Beimischung von Kunststofffasern verstärkt wird und dadurch widerstandsfähiger ist – auch alle bereits feststehenden Neuzugänge dabei waren.

Bei der einstündigen Trainingseinheit ging es bereits recht munter zur Sache

„Einen Spieler wie Bazou wird es eins zu eins nicht geben“

Sportchef Schicker über den Verlust von Touré

Für Sportchef Schicker war dies ein klares Ziel: „Zum Trainingsstart sollte die Mannschaft weitestgehend beisammen sein, damit die Neuzugänge – wie in der Vorsaison – die gesamte Vorbereitung mitmachen können.“ Die Kaderplanung ist jedoch noch nicht ganz abgeschlossen. Für die linke Außenbahn soll noch ein Ersatz für den für rund 50 Millionen Euro Ablöse zu Newcastle United in die Premier League transferierten 20-jährigen Flügelspieler und Rekordtransfer Bazoumana Touré gesucht werden. Dass dieser jedoch nicht komplett ersetzt werden kann, ist für Schicker klar: „Einen Spieler wie Bazou wird es eins zu eins nicht geben – so schnelle und leichtfüßige Spieler gibt es weltweit nicht oft.“

„Es war ein gutes Gefühl, mit den Jungs wieder auf dem Platz zu stehen“

Cheftrainer Ilzer zum Trainingsauftakt

Auch sein österreichischer Landsmann und Freund Christian Ilzer zeigte sich gut erholt und nur so vor Arbeitseifer trotzend: „Wir haben eine lange Sommerpause gehabt und diese genossen, aber jetzt haben wir Tatendrang und freuen uns, dass es wieder losgeht. Es war ein gutes Gefühl, mit den Jungs wieder auf dem Platz zu stehen“, diktierte der 48-Jährige Fußballtrainer der kleinen Journalistengruppe nach der rund einstündigen lockeren Auftakteinheit in deren Aufnahmegeräte.

Für die TSG-Profis steht eine trainingsintensive Saisonvorbereitung auf dem Programm

Viel Lob für den „Königstransfer

Unter dem halben Dutzend Neuzugängen war auch der als „Königstransfer“ titulierte 17-jährige Nathan De Cat. Für den 1,92-Meter-großgewachsenen Mittelfeldspieler überwiesen die Kraichgauer rund 17 Millionen an den belgischen Erstligisten RSC Anderlecht. Für Mittelfeldkollege Wouter Wurger hat der Neue gleich zum Auftakt seine Qualitäten unter Beweis gestellt: „Man sieht schnell, wer ein guter Fußballer ist. Ich kannte ihn zuvor nicht, aber ich weiß, dass er mit einem sehr großen Talent und enorm großer Physis ausgestattet ist.“

TSG-Coach Christian Ilzer mit den Neuzugängen

Asllani vor dem Absprung

Bei Mittelstürmer Fisnik Asllani, der beim Trainingsauftakt (noch) dabei war, hingegen stehen die Anzeichen auf Abschied. Andy Schicker wollte dies erst gar nicht dementieren: „Es gibt Anfragen mehrere Vereine. Fisnik hat bekanntlich eine Ausstiegsklausel“.  Diese soll für den 23-jährigen gebürtigen Berliner bei 30 Millionen Euro liegen und großes Interesse beim FC Barcelona und Borussia Dortmund hervorgerufen haben.

Das Hoffenheimer Trainerteam der Saison 2026/27

„Wir nehmen es, wie es kommt“

Andy Schicker zum anspruchsvollen Auftaktprogramm

Das Bundesligaauftaktprogramm ist durchaus anspruchsvoll: Nach dem Auftakt am 29. August in Köln, empfängt die TSG mit Dortmund und Stuttgart den letztjährigen Tabellenzweiten und Dritten. Für den neuvierziger Schicker ist dies nach unserer Nachfrage kein Grund zur Besorgnis: „Wir nehmen es, wie es kommt. Das war im vergangenen Jahr ja nicht anders“.  

TSG-Profi Wouter Burger (2. von links) stellt sich den Fragen der Journalisten. Rechts die Geschäftsleiterin Kommunikation Franziska Kipper-Schreyer.

Gesunder, leistungsfördernder Konkurrenzkampf

Fazit: Der neue Hoffenheimer Kader scheint sehr gut aufgestellt zu sein. Der Konkurrenzkampf unter der verjüngten Truppe wird die Leistungen zudem fördern. Trainer Ilzer, der in seinen vier Jahren in Graz nach eigener Aussage gut mit der Belastaungssteuerung aufgrund des zusätzlichen internationalen Wettbewerbs gefahren ist, sieht die neue Saison nicht als Dreifachbelastung sondern vielmehr „Belohnung auf drei Hochzeiten“. Wer möchte hier den symphytischen Österreicher widersprechen.

Erster Test gegen Freiberg

Nach der Trainingseinheit zeigten die TSG-Profis Fannähe und erfüllten bereitwillig zahlreiche Autogrammwünsche der Hoffe-Fans. Für den letztjährigen Tabellenfünften steht am Samstag (18. Juli/15:30 Uhr) das erste Testspiel gegen SGV Heilbronn-Freiberg auf dem Sportgelände des Friedrichshaller SV an.

Fotos: BWA

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