Kann Sandhausen am Freitagabend gegen Bielefeld vorlegen?

Aufstieg nur noch schwer realisierbar

Im Heimspiel des 34. Drittliga-Spieltags empfängt der SV Sandhausen am Freitagabend um 19 Uhr den Mit-Absteiger aus der 2. Liga Arminia Bielefeld im GP Stadion am Hardtwald. Durch die 1:4-Pleite beim Mit-Konkurrenten um Relegationsplatz 3, dem 1. FC Saarbrücken, hat der SVS zum wiederholten Male einen Rückschlag erlitten, hat es zum wiederholten Male verpasst, nahe an Platz 3 heranzurücken und ist auf Rang 6 gerutscht. Eine weitere Saison in der 3. Liga wird wahrscheinlicher, doch da die Konkurrenz ebenso auf der Stelle tritt, beträgt der Rückstand zu Platz 3 unverändert drei Punkte.

Auswärtsschwäche und zu viele Gegentore

Die Schwarz-Weißen haben zudem ein vergleichsweise machbares Restprogramm bei vier von fünf Partien gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte. Dem in der Rückrunde heimstarken SVS kommt zudem entgegen, noch dreimal am Hardtwald antreten zu dürfen, doch die Auswärtsschwäche zuletzt ist eines Aufstiegsaspiranten nicht würdig und scheint das Genick im Kampf um die vorderen Plätze zu brechen: In den letzten vier Auswärtspartien konnten die Kurpfälzer in Verl den einzigen Punkt erringen, die Anzahl der Gegentreffer erhöhte sich zudem auf 17 in den letzten acht Partien. 47 Gegentore sind die deutlich meisten in der oberen Tabellenhälfte.

Sandhausens Kapitän Dennis Diekmeier (li.) im Duell mit dem Dortmunder Guillermo Bueno Lopez

„Das war ein herber Rückschlag, unser Ziel ist jetzt ganz schwer zu erreichen

SVS-Sportdirektor Matthias Imhof

Neben der Niederlage mussten die Sandhäuser einen weiteren Rückschlag in Saarbrücken hinnehmen, denn mit Max Geschwill wird wohl ein weiterer Innenverteidiger nach einem üblen Foul für den Rest der Saison ausfallen. Sportdirektor Matthias Imhof: „Das Foul an Max beim Stand von 1:0 war die entscheidende Szene. Die Aktion wird nicht abgepfiffen, es kann sogar eine rote Karte geben. Das war eine klare Fehlentscheidung, das kann nicht sein. Max hat ein großes Loch im Fuß und musste noch vor Ort mit fünf Stichen genäht werden. Nach dem Foul müssen wir nicht diskutieren, da fehlt uns definitiv die Lufthoheit. Das werden wir analysieren. Die Partie heute war ein herber Rückschlag, unser Ziel ist jetzt ganz schwer zu erreichen.“

Zweiter Innenverteidiger fällt aus

Mit Geschwill fällt damit neben dem Langzeitverletzten Lucas Laux der zweite Innenverteidiger aus, womit für den Saisonendspurt noch Edvinas Girdvainis, Felix Göttlicher, Alexander Fuchs und Tim Knipping zur Verfügung stehen. Auch Außenverteidiger Jonas Weik fehlte angeschlagen in Saarbrücken. Doch Fuchs und der eingewechselte Knipping waren eben mit verantwortlich für die fehlende Lufthoheit und dem Einbruch mit vier Gegentoren innerhalb von 16 Minuten in der Schlussphase trotz einer Führung in Saarbrücken.  Allerdings könnte auch der in der Rückrunde starke und erfahrene Luca Zander von der Außen- in die Innenverteidigung rücken, würde dann aber Außen fehlen.

Viele Gegentreffer in der letzten halben Stunde

28 von 47 Gegentore kassierte der SVS in der letzten halben Stunde, zudem zeigt sich immer wieder, dass in den entscheidenden Schlussphasen der Spiele ein Leader fehlt, der die Mannschaft führt. Yassin Ben Balla allerdings, der diese Attribute im Laufe der Saison an den Tag legte, fand sich überraschenderweise zuletzt auf der Bank wieder.

Gespannte Blicke in Richtung Ball bei Dortmunds Franz Roggow (li.) und Sandhausens Livan Burcu

Auf der Suche nach einem Leader

Unabhängig von der Ligazugehörigkeit dürfte die Priorität bei der Kaderplanung für die nächste Saison darauf liegen, solch einen Spieler zu finden. Dass es keine Riesenveränderungen geben, sondern an zwei, drei Stellschrauben gedreht werden soll, hatte Imhof bereits angedeutet.

Gewaltiger Umbruch nach dem Abstieg

„Wir werden bis zum letzten Spieltag alles versuchen“, so Mittelfeldspieler Alexander Mühling im Hinblick auf das Duell gegen Arminia Bielefeld, bei denen sich der gewaltige Umbruch von im Laufe der Saison 29 Ab- und 22 Zugängen nach dem Abstieg noch schwieriger gestaltete. Es drohte sogar der Absturz bis in die Regionalliga, doch bei zuletzt zwei Siegen, vier Remis und nur einer Niederlage in Mannheim haben sich die Ostwestfalen auf Rang 15 ein Polster von sechs Punkten auf den ersten Abstiegsrang verschafft, sind aber noch nicht auf der sicheren Seite.

„Am Ende zählt jeder Punkt und jedes Tor“

Bielefelds Profi Leandro Putaro

Nach dem 1:1 gegen Rot-Weiss Essen haderte Bielefelds Torschütze zur Führung Leandro Putaro mit der Chancenverwertung: „Es ist ärgerlich, dass wir das 2:0 nicht machen, aber trotzdem haben wir es insgesamt gut verteidigt bis zum Ende. Am Ende zählt jeder Punkt und jedes Tor.“

Fabian Klos ist mit seinen 36 Jahren Bielefelds Stürmerlegende

Auf Klos ist Verlass

Auf den mittlerweile 36-jährigen Angriffshünen Fabian Klos, der bereits seit 2011 bei den Arminen spielt, Auf- sowie Abstiege mitmachte und im Sommer als einziger Spieler an Bord blieb, ist bei 9 Toren und 6 Torvorlagen unverändert Verlass, Merveille Biankadi trug bisher 8 Saisontore bei.

Mögliche Aufstellungen:

SV Sandhausen: Rehnen – Zander, Fuchs, Girdvainis (Knipping), Ehlich – Schuster, Mühling – Stolze, Greil, Burcu – Pink
Arminia Bielefeld: Kersken – Lannert, Schneider, Großer, Oppie – Corboz, Schreck – Putaro, Biankadi, Momuluh – Klos

AM
Fotos: foto2press

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