SV Rohrbach/S. steht nach 2:0 in Waibstadt im Kreispokal-Viertelfinale
Durch einen 2:0-Erfolg bei der SG Waibstadt qualifizierte sich der SV Rohrbach/S. für das Viertelfinale des Sinsheimer Kreispokals. Das Duell zwischen den beiden Kreisligisten vor 150 Zuschauern wurde bereits in der Anfangsviertelstunde entschieden, in der die Gäste mit ihren ersten beiden gefährlichen Toraktionen zwei Mal erfolgreich waren.

„Wir haben hinten konzentriert verteidigt und kontrolliert nach vorne gespielt„
Rohrbachs Matteo Francesca
Das Erfolgsrezept für Rohrbachs Abwehrchef Matteo Francesca: „Wir haben heute hinten sehr konzentriert verteidigt, kontrolliert nach vorne gespielt und unsere taktischen Vorgaben perfekt umgesetzt.“

„Es war ein richtig geiler, verdienter Sieg“
SV-Keeper Nico Romig
Für SV-Keeper Nico Romig war es die richtige Antwort auf die zuletzt aufkommende Kritik: „Es war wichtig nach dem 2:6-Debakel am Sonntag in Eppingen eine entsprechende Reaktion zu zeigen. Dass wir nach den vielen Gegentoren zuletzt heute mit einer bärenstarken Defensivleistung noch zu Null gespielt haben, freut mich ganz besonders. Es war ein richtig geiler, verdienter Sieg.“

Doppelschlag durch zwei Tore in zwei Minuten
Nach dem kurzem Abtasten setzten die Gäste gleich zwei dicke Ausrufezeichen: Als Francesca beim Torschuss im Strafraum von Ibrahim Akseven gehalten und schließlich zu Fall gebracht wurde, entschied der umsichtig leitende Schiedsrichter Justin Bechtel, der insgesamt neun gelbe Karten zückte, auf Elfmeter. Robin Karolus ließ sich diese Chance nicht entgehen und verwandelte rechts unten sicher zur 1:0-Führung (10.). Nur zwei Minuten später setzte sich Luca Romig über die rechte Angriffsseite durch, passte vor dem SG-Tor uneigennützig quer auf den mitgelaufenen Adrian Neuberger, der aus fünf Metern nur noch einzuschieben brauchte (12.). Ein perfekt abgeschlossener Konter zur beruhigenden 2:0-Gäste-Führung.

Schwer verdaubarer Rückstand
Für die Gastgeber, die an gleicher Stelle am dritten Spieltag noch mit einem 3:1-Erfolg über die Heger-Truppe triumphierten, war es ein schwer verdaubarer Schock, der sich in Folge wie ein roter Faden durch die Partie zog. Waibstadt fand nie richtig zu seinem Spiel, rieb sich oft in Zweikämpfen auf, hatte eine ungewohnt hohe Fehlpassquote und blieb vor dem gegnerischen Tor harmlos.
Waibstadter Aluminiumtreffer
Nachdem Karolus einen Kopfball knapp übers SG-Tor setzte (26.), wurde nach einer halben Stunde ein Waibstadter Treffer wegen Abseits aberkannt. Bis auf zwei Distanzschüsse auf beiden Seiten tat sich bis kurz vor der Pause in beiden Strafräumen wenig. Während Waibstadts Aron Grab an Torhüter Nico Romig scheiterte (32.), fand kurz darauf Sebastian Gehrig in Torhüter Lenart Koch seinen Meister (35.). In der 43. Minute hatten die Blau-Weißen Glück, als ein Distanzschuss von Grab an die Querlatte klatschte – Romig wäre chancenlos gewesen (43.).

„Dürfen den Gegner nicht ins Spiel kommen lassen und müssen Gegentreffer verhindern“
Rohrbachs verletzter Joscha Rupp
Rohrbachs verletzter Spielmacher Joscha Rupp zur Pause: „Wir haben einen überragenden Start hingelegt und halten kämpferisch voll dagegen. Wichtig ist jetzt den Gegner nicht ins Spiel kommen zu lassen und einen Gegentreffer zu verhindern, der ansonsten neue Emotionen bei Waibstadt freimachen würde.“

Hinten dicht und vorne mit Nadelstichen
Seine Teamkollegen beherzigten dies, denn die zuletzt in der Defensive sehr anfälligen Rohrbacher ließen weiterhin wenig Toraktionen zu. Während die SGW immer wieder anrannte und sich an der sicher gestaffelten Hintermannschaft die Zähne ausbiss, waren die SVler mit ihrem gradlinigen und schnellen Konterspiel immer wieder gefährlich. So scheiterte Neuberger an Keeper Koch und Luca Romig sowie Karolus ließen gute Möglichkeiten ungenutzt.

Man kannte sich von Elfmeterturnieren
In der Schlussphase keimte bei den Gastgebern nochmals Hoffnung auf, als nach einem Foul von Louis Muth an SG-Spielertrainer Julian Keitel der Unparteiische erneut auf den Punkt zeigte. Doch Dominik Schock zeigte Nerven und scheiterte mit einem platzierten Schuss rechts unten am glänzend parierenden Nico Romig (80.). Der Unglücksschütze: „Da ich mit Nico öfters bei Elfmeterturnieren unterwegs war, wusste er ganz genau, wo ich hin schieße.“ Der Elferkiller: „Ich weiß wie Dominik schießt und deshalb habe ich heute in der entscheidenden Szene etwas gezaubert und hatte dann das Glück den Ball zu halten.“

Chancen auf beiden Seiten
In den Schlussminuten hatten beide Mannschaften noch einige vielversprechende Chancen. Nachdem Karolus in aussichtreicher Position den Ball übers SG-Tor drosch (82.), scheiterten auf der anderen Seite Keitel (90.) und zwei Mal Marius Bertsch in der Nachspielzeit am unüberwindbaren SV-Schlussmann.

Ein in der Summe verdienter Sieg
Unterm Strich war es ein verdienter Sieg der Rohrbacher, die hinten sicher standen, leidenschaftlich verteidigten und vorne immer wieder Nadelstiche setzten. Waibstadt, punktgleicher Tabellenzweiter in der Liga, hatte große Mühe den frühen Zwei-Tore-Rückstand wegzustecken, was sich oftmals im überhasteten und fehlerhaften Spiel nach vorne offenbarte.

Stimmen der Trainer:
„Es war eine schwachen Mannschaftleistung mit vielen individuellen Fehlern“
SG-Spielertrainer Julian Keitel
Enttäuschung bei SG-Coach Keitel: „Die Enttäuschung ist sehr groß. Wir haben uns gut auf das Spiel vorbereitet und uns viel vorgenommen. Doch mit einer schwachen Mannschaftleistung sowie vielen individuellen Fehlern bekamen wir keinen Zugriff auf die Partie. Vorne fehlte uns die Durchschlagskraft, auch wenn wir im zweiten Abschnitt viel in der gegnerischen Hälfte waren. Am Ende war es ein verdienter Sieg der Gäste.“

„Der Sieg tut uns gut“
SV-Cheftrainer Joachim Heger
Für SV-Trainer Heger war es die erhoffte Trotzreaktion: „Gegenüber den letzten Partien, wo wir mit 18 Gegentoren eine Flut von Treffern hinnehmen mussten, zeigte wir heute eine defensiv starke Leistung. Beim Lattentreffer und verschossenen Elfmeter hatten wir etwas Glück, aber wir hätten auch bei einer besseren Chancenverwertung die Partie schon früher entscheiden können. Der Sieg tut uns gut und wir freuen uns jetzt auf die nächste Runde, die im Oktober ausgetragen wird.“

Wunschgegner ist jetzt zu Hause der TSV Dühren
Für Rohrbachs 1. Vorsitzenden Kim Feßenbecker, der einen verdienten Sieg sah, lebt der Traum „von einer Finalteilnahme im nächstjährigen 100-jährigen Jubiläumsjahr“ weiter. Sein Wunschgegner im Viertelfinale ist an der heimischen Rosenbrücke der TSV Dühren.
Fotos: BWA













