Sandhäuser wollen die Ulmer Spatzen am Boden halten

Kurpfälzer nach dem Trainerwechsel wieder stabiler

Verrückte Fußballwelt am vergangenen Freitag in der Regionalliga Südwest, die zeigte, dass alles möglich ist: Hessel Kassel bezwang überraschend den bisher ungeschlagenen Tabellenführer Kickers Offenbach und der SV Sandhausen siegte nach einer bärenstarken Leistung in der 2. Hälfte mit 2:1 bei der ebenfalls noch ungeschlagenen U23 des SC Freiburg. Mit der Ausbeute von vier Punkten gegen zwei Teams aus dem oberen Tabellendrittel und der deutlichen Stabilisierung der Defensive ist dem neuen SVS-Trainer Markus Kauczinski ein positiver Einstand gelungen, der am Samstag seine Fortsetzung finden soll.

Sandhausens Mert Tasdelen setzt sich gegen die beiden Freiberger Michael Martin (li.) und James Ojiekhai durch

SVS mit starker zweiten Hälfte in Freiburg

Am kommenden Samstag gastiert Drittliga-Absteiger und Tabellen-Schlusslicht SSV Ulm 1846 um 14 Uhr in der Partie des 8. Spieltages im Stadion am Hardtwald. Für eine gewaltige Leistungssteigerung und einem halben Dutzend guter Torchancen in der zweiten Halbzeit in Freiburg, an denen oftmals die beiden Torschützen Arianit Ferati und Mert Tasdelen wie auch Lukas Mazagg mit gefährlichen Hereingaben beteiligt waren, belohnte Kauczinski sein Team am vergangenen Wochenende: „Die Jungs bekommen zwei Tage frei. Wir hatten eine englische Woche und haben aus diesen beiden Spielen vier Punkte geholt. Das haben sie sich verdient, denn es war unheimlich intensiv.“

Sandhausens Chefcoach Markus Kauczinski belohnt sein Team mit zwei freien Tagen

„Wir konnten Freiburg nicht schlechter machen, sondern nur uns selbst besser“

Sandhausens Trainer Markus Kauczinski

Für den neuen SVS-Coach waren es zwei absolut verschiedene Halbzeiten: „In der ersten Halbzeit hatten wir große Probleme mit dem Freiburger Spiel und sind nur hinterhergelaufen. In der Pause haben wir darüber gesprochen, wie wir spielen und uns positionieren wollen. Wir konnten Freiburg nicht schlechter machen, sondern nur uns selbst besser. Die Mannschaft hat darauf eine Riesenreaktion gezeigt.“

Arianit Ferati zeigte nach seiner Einwechslung in Freiburg eine starke Leistung

Ferati brachte viel neuen Schwung

Der Coach behielt auch in Freiburg die um einen Akteur verstärkte Defensive bei, doch der eingewechselte Ferati brachte viel Schwung bei seiner bisher besten Leistung im SV-Dress und nannte einen weiteren Unterschied zu den Spielen davor: „Obwoh ein Tor nicht zählte, haben wir nie den Kopf hängen lassen und das Spiel noch gedreht.“

Ulmer Berg- und Talfahrt

Der SSV Ulm durchlebte in den vergangenen drei Jahren eine unvergleichliche Berg- und Talfahrt: Nach vielen Jahren in der Regionalliga gelang 2023 die Rückkehr in die 3. Liga und ein Jahr später gar der Zweitligaaufstieg, doch es folgten auf Anhieb wieder zwei Abstiege in Serie und nach sieben Spieltagen belegt man aktuell den letzten Tabellenplatz als einziges noch siegloses Team der Regionalliga.

SVS-Neuzugang Lukas Mazagg trifft am Samstag auf seinen ehemaligen Klub

Kein Top-Spiel am Hardtwald

Mit einigen höherklassig erfahrenen Spielern sowie gestandenen Regionalligakickern im Kader zählten die Ulmer Spatzen trotz eines großen Umbruchs zum erweiterten Favoritenkreis, doch aus einem vermeintlichen Topspiel des 8. Spieltages ist es eine Partie des Schlusslichts beim Tabellenzwölften aus Sandhausen geworden. 

„wir schaffen es nicht, über 90 Minuten eine konstante Leistung zu bringen“

Ulms Trainer Daniel Jungwirth

Zu einfache Fehler im Aufbauspiel und große Lücken in der Defensive kennzeichneten bisher das Spiel der Schwaben. Gegen den FSV Frankfurt war die Wende in Sicht, doch die 1:0-Führung gab man in den letzten zehn Minuten noch aus der Hand und so blieb Trainer Daniel Jungwirth, der bereits in der Kritik steht, nach der 1:2-Heimniederlage nur das Fazit: „Es ist extrem schade, dass wir es einfach nicht schaffen, über 90 Minuten eine konstante Leistung zu bringen.“

Sandhäuser Vergangenheit

Mit der Empfehlung des Gewinns der Deutschen Meisterschaft mit der U17 des VfB Stuttgart übernahm Jungwirth dieses Jahr das Traineramt der Ulmer Spatzen und auch in Sandhausen ist Jungwirth bestens bekannt. Der Ulmer Coach bestritt zwischen 2009 und 2011 insgesamt 46 Spiele im Mittelfeld des SVS, während auch im aktuellen Kader zwei ehemalige SVS-Kícker stehen: Abwehrchef Marcel Seegert und Mittelfeldspieler Emanuel Taffertshofer.

Ulms Routinier Dennis Chessa erzielte bislang drei Saisontreffer

Bekannte Gesichter bei den Spatzen

Für den nach Sandhausen gewechselten Verteidiger Mazagg gibt es ein Wiedersehen mit letztjährigen Ulmer Teamkollegen wie Seegert, Chessa oder Röser, die an Bord blieben. Der langjährige Ulmer Routinier Dennis Chessa und Steffen Meuer waren mit bisher je drei Saisontoren am treffsichersten. Mit Benjamin Goller feierte ein Neuzugang und über viel Zweitligaerfahrung verfügender Hoffnungsträger für die Offensive nach einer längeren Verletzungspause erst sein Comeback.

Sandhausens Niklas Tarnat treibt den Ball nach vorn

Traditionsreiches Aufeinandertreffen

Von zahlreichen Duellen um die Meisterschaft in der Oberliga Baden-Württemberg bis hin zur 3. Liga gab es 14 Duelle zwischen den Kontrahenten, von denen Ulm sechs und der SVS vier gewann bei vier Remis. In besonderer Erinnerung bleibt das Spiel am Hardtwald im Jahr 2006, das trotz einer 4:0-Führung der Sandhäuser 4:4 endete. Für den SVS trafen zweimal Brechtel sowie Throm und Ruf.

Mögliche Aufstellungen:

SV Sandhausen: Lyska – Schulz, Kehl-Gomez, Osee – Yigit, Christiansen, Tarnat, Mazagg – Ferati, Tasdelen – Lohkemper
SSV Ulm: Novakovic – Azevedo, Hoppe, Hülsenbusch, Seegert, Kempf – Chessa, Wähling, Lockl – Meuer, Popp (Goller)

AM
fotos: foto2press

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