B-Ligist erwies sich als unangenehmer Gegner – SVR muss jetzt zum Überraschungsteam SV Hilsbach
Der SV Rohrbach/S. steht im Kreispokal-Halbfinale. Der Sinsheimer Kreisligist siegte an der heimischen Rosenbrücke mit 4:1 über B-Ligist TSV Dühren dank einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte. Der um zwei Klassen tiefer spielende Gast machte es dem Favoriten lange Zeit sehr schwer und musste erst in der letzten halben Stunde seinem kräftezehrendem Spiel Tribut zollen. Der SVR hat sich mit diesem Erfolg für die Pokalfinalniederlage gegen den TSV Dühren aus dem Jahr 2023 revanchiert und trifft nun in der Runde der letzten Vier auswärts auf den B-Ligisten SV Hilsbach. Dieser siegte überraschend beim um zwei Klassen höher spielenden TSV Ittlingen im Elfmeterschießen mit 6:5.

Karolus bringt den SV in Führung
Die rund 200 Zuschauer bekamen in der ersten Hälfte eine ausgeglichene, umkämpfte Partie mit wenig zwingenden Torchancen geboten. Bereits nach einer Viertelstunde brachte Robin Karolus die Gastgeber mit einem Flachschuss ins rechte Ecke 1:0 in Führung (15.).
Zwei tolle Rettungsaktionen
Nur zwei Minuten später kam der TSV erstmals gefährlich in Tornähe und hatte Pech, als ein Schuss von David Rasig in höchster Not von einem gegnerischen Abwehrspieler noch geblockt werden konnte (17.). Auf der anderen Seite war es Luca Romig, der nach schönem Steilpass von Matteo Francesca frei vor dem Tor von einem Abwehrspieler gestoppt wurde (26.).


Freistoßgeschoss von Rassig zum 1:1
Nach knapp einer halben Stunde gelang Dühren der überraschende Ausgleich. Rassig, einer der auffälligsten Gästespieler, hämmerte einen Freistoß aus gut und gerne 25 Metern halbrechter Position ins linke obere Eck (31.). Die zahlreichen Gästefans waren außer sich.
Chancen auf beiden Seiten
Denis Biermann hat kurz darauf die erstmalige Führung auf dem Fuß, als er nach einem schnell vorgetragenen Konter frei vor dem Tor an Torhüter Nico Romig scheiterte (38.). Die letzte gefährliche Aktion vor der Pause ging von den Gastgebern aus: Nach einer Hereingabe von Louis Muth von der rechten Seite verfehlten vor dem Tor zunächst Karolus und dann Romig nur knapp (41.). Beim folgenden Eckball stieg am Fünfmeterraum Joscha Rupp am höchsten, doch sein Kopfball konnte TSV-Keeper Julian Rieth reaktionsschnell abwehren (42.).

„Ein Zwei-Klassen-Unterschied war nicht erkennbar“
Halbzeitfazit von TSG-Präsident René Kreuzwieder
Das Halbzeitfazit von Augenzeuge René Kreuzwieser, dem Präsidenten der TSG Hoffenheim, war treffend: „Ein Zwei-Klassen-Unterschied war bislang nicht erkennbar. Rohrbach hatte zwar einen Tick mehr vom Spiel und mehr Chancen, aber Dühren hat nach dem tollen Freistoßtreffer wieder mehr Selbstvertrauen bekommen und hielt gut dagegen. Da der Pokal seine eigenen Gesetze hat, warten wir mal ab, was in Hälfte 2 herauskommt.“

Rohrbach nun deutlich stärker
Zunächst änderte sich nach Wiederanpfiff wenig, der TSV stand weiter tief in der eigenen Hälfte und machte es dem vierfachen Kreispokalsieger schwer, klare Torchancen sich zu erspielen. Doch mit zunehmender Spieldauer entwickelte sich immer mehr ein einseitigeres Spiel, bei dem die Heger-Truppe zunehmend zu gefährlichen Toraktionen kam.
Deutliches Chancenplus
Nachdem Muth in aussichtsreicher Position überhastet neben das Tor zielte (51.), machte es wenig später Luca Romig nicht viel besser, als er zentral vor dem Tor danebenzielte (57.). In der Folge verpasste Karolus die längst fällige Führung, als er zunächst von der Strafraumgrenze an Rieth scheiterte (60.) und dann aus vollem Lauf aus 18 Metern knapp übers Tor schoss (69.).

Muth trifft zur 2:1-Führung
Doch das 2:1 ließ nicht mehr lange auf sich warten. Nach schöner Vorarbeit von Rupp brachte Muth die Blau-Weißen wieder in Front (70.). Die Partie wurde zunehmend hektischer und der Unparteiische Torsten Schäufele hatte Mühe, nicht die Spielkontrolle zu verlieren. Keine drei Minuten nach dem 2:1 sah Dührens Hasan Hamoud nach wiederholtem Foulspiel die Ampelkarte. Die spielte dem SVR nun in die Karten. Eine Angriffswelle nach der anderen rollte in Richtung Gästetor.
Es hätte Elfmeter geben müssen
Aufregung herrschte eine Viertelstunde vor dem Ende, als ein Abwehrspieler SV-Stürmer Karolus mit hohem Fuß im Strafraum am Kopf traf (75.). Doch anstatt auf Strafstoß entschied der Schäufele auf Eckball.
„Der Schiri entschied auf die falscheste Lösung“
TSV-Spielausschuss César Thier
César Thier, ehemaliger Profi und später Torwarttrainer der TSG Hoffenheim, der jetzt in Dühren im Spielausschuss fungiert und im Pokalduell als Linienrichter tätig war meinte zu dieser Szene, bei der Karolus einige Minuten auf dem Platz versorgt und dann ausgewechselt werden musste: „Der Schiri hat drei Optionen: Er entscheidet auf Torabstoß für Dühren oder wegen hohem Fuß auf Strafstoß oder er lässt weiterlaufen. Aber was macht er? Er entscheidet auf die falscheste Lösung, auf Eckball.“


„Die Vorstellung des Unparteiischen war bodenlos“
Kai Feßenbecker, TSV-Coach
Mit der Schiedsrichterleistung war auch TSV-Coach Kai Feßenbecker, der Bruder des SV-Vorsitzenden Kim Feßenbecker überhaupt nicht zufrieden: „Die Vorstellung des Unparteiischen war bodenlos. Wir bekommen eine Reihe gelber Karten, können dadurch nicht mehr entschlossen in die Zweikämpfe gehen und gegen Spielende meinte der Schiri dies wieder gut zu machen, indem er Rohrbach für jede Aktion Gelb zückte. Diese Leistung war aus meiner Sicht lächerlich.“ Zum Schiri wollte sich Rohrbachs Trainer Joachim Heger nur wenig äußern. Die Szene in der 75. Minute, als Karolus vor dem Tor am Kopf getroffen wurde, bewertete Heger „als klares Foulspiel und unumstrittenen Strafstoß“.


Doppelschlag in der Schlussphase
Der Druck der Rohrbacher wurde immer größer und nachdem in einem unübersichtlichen Strafraumgewühl die Blau-Weißen mehrfach den finalen Torabschluss vergaben, führte ein Doppelschlag durch zwei Einwechselspieler zur Entscheidung. Zunächst traf Artjom Titov beim Nachschuss links unten zum 3:1 (86.) und drei Minuten später besorgte Maurice Reichert nach einem Dribbling über die rechte Angriffsseite und einem strammenden Schuss aus spitzem Winkel das 4:1 (88.).
Am Ende war es eine klare Angelegenheit
Das Spiel war entschieden und hätte bei besserer Chancenverwertung noch deutlicher ausfallen können. Die Gäste hielten lange gut dagegen und machten es Rohrbach schwer. Doch je länger das Spiel lief, so deutlicher war ein Klassenunterschied erkennbar.
„Es war ein verdienter Sieg“
René Kreuzwieser
Das Schlussfazit blieb dem Hoffenheimer Vereinschef René Kreuzwieser vorbehalten: „Wenn man den kompletten Spielverlauf sieht, war es ein verdienter Sieg. Rohrbach hatte die Mehrzahl an Torchancen und hinten raus eine gute Ausbeute, was schließlich für einen verdienten Sieg spricht.“
Stimmen der Trainer:

„Die gelb-rote Karte kam uns gelegen“
Rohrbachs Trainer Joachim Heger
Joachim Heger (SV Rohrbach/S.): „Wir kamen gut in die Partie und gehen verdient in Führung. Dann haben wir etwas den Faden verloren und den Ausgleich kassiert. Gegen Ende der ersten und dann zu Beginn der zweiten Hälfte waren wir wieder aktiver, fanden aber nicht die richtigen Lücken zum Torerfolg. Die gelb-rote Karte kam uns dann gelegen und in der Schlussphase war es eine klare Sache. Wir hätten sogar noch höher gewinnen können. Jetzt treffen wir mit dem SV Hilsbach im Halbfinale am Gründonnerstag überraschend erneut auf einen B-Ligisten.“

„Es war ein klarer Sieg, der jedoch zu hoch ausfiel“
Dührens Trainer Kai Feßenbecker
Kai Feßenbecker (TSV Dühren): „Wir haben eine ausgeglichene erste Halbzeit gesehen. Im zweiten Abschnitt ging uns dann die Kraft aus und wir mussten verletzungsbedingt Auswechslungen vornehmen. Am Ende war es ein klarer Sieg für das reifere, spielerisch stärkere Team, der jedoch etwas zu hoch ausfiel.“
Heimspiel gegen Eppingen II
Nur drei Tage nach dem Pokalerfolg trifft der SV Rohrbnach/S. am 12. Spieltag der Kreisliga Sinsheim auf den Tabellenelften VfB Eppingen II. Die Partie an der Rohrbacher Rosenbrücke wird um 14:30 Uhr (!) angepfiffen.
Fotos: BWA













