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Ob Tier, Maschine oder Torgarant - Joelinton macht den Unterschied aus
Hoffenheims Brasilianer verlängert vorzeitig bis 2022
Mittwoch, 21. November 2018

Als es zuletzt für die TSG Hoffenheim in der Bundesligapartie gegen den FC Augsburg spielerisch nicht sonderlich lief, da erzwang TSG-Angreifer Joelinton mit unerbittlichem Einsatz die Vorarbeit zur 1:0-Führung durch Andrej Kramaric. Der Treffer war der Dosenöffner in einer zu diesem Zeitpunkt ausgeglichenen Partie und letztendlich entscheidend für den wichtigen Heimsieg der Blau-Weißen.

"Ein Typ, der schwer kaputt zu kriegen ist"

Der Kommentar seines Trainers Julian Nagelsmann nach dem Spiel war vielsagend und in der Wortwahl doch etwas gewöhnungsbedürftig: „Um es salopp zu sagen, er ist ein Tier von Typ. Es ist wahnsinnig, wie er sich vorne durchtankt. Er ist ein Typ, der schwer kaputt zu kriegen ist, der unglaublich charakterstark ist, marschiert bis die Zunge auf den Boden hängt und versucht alles für das Team zu geben. Das zeichnet hin aus - er ist ein Maschine von Typ.“ Ob der Vergleich mit einem „Tier“ oder einer „Maschine“ passend ist, mag mal dahingestellt sein, aber seine statistischen Saison-Werte sind außergewöhnlich und ein Top-Wert in der Liga: Wettbewerbsübergreifend kommt der Brasilianer in 17 Saison-Spielen auf acht Tore und sieben Vorlagen.

Joelinton hat den Blick in die Gegenwart und Zukunft wohlüberlegt gerichtet
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Wuchtiger Spieler mit viel körperlicher Präsenz und enorm viel Qualität

TSG-Verteidiger Ermin Bikacic sieht vor allem körperliche Vorteile bei seinem Mitspieler: „Joe ist für sein Alter ein sehr wuchtiger Spieler. Er hat viel körperliche Präsenz, die er weiß richtig einzusetzen und seinen Körper reinzustellen. Allgemein ist er nicht einfach vom Ball zu trennen. Er ist ein lebendiger Typ, der enorm viel Qualität hat. Dass er mit seinen erst 18 Jahren schon viel wichtige Tore geschossen hat, ist nicht selbstverständlich.“

Wichtiger Faktor in der Mannschaft

Manager Alexander Rosen sieht den 22-Jährigen inzwischen als Shootingstar der Liga: „Joe hat sich in kürzester Zeit zu einem wichtigen Faktor für unser Team entwickelt. Ich sehe die Grenzen bei diesem Spieler noch nicht einmal, da er über einen nicht zu brechenden Willen verfügt und täglich dazulernen will."

Joelinton setzt sich energisch und mit körperlichem Einsatz gegen seinen Gegenspieler durch

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Vorzeitige Vertragsverlängerung in beidseitigem Interesse

Die Kraichgauer wissen um die Wertschätzung ihres brasilianischen Juwels haben und daher seinen Vertrag vorzeitig um zwei Jahre bis 30. Juni 2022 verlängert. Joelinton Cassio Apolinário de Lira kam im Sommer 2015 mit 18 Jahren vom brasilianischen Sport Club do Recife für zwei Millionen Euro Ablöse zur TSG. Die vorzeitige Vertragsverlängerung hat sich mit Sicherheit für beide Seiten gelohnt. Beim Spieler kann von einer saftigen Gehaltserhöhung ausgegangen werden und der Verein wird sich für seinen erfolgreichen Angreifer eine Ausstiegsklausel in das neue Arbeitspapier schreiben lassen. Ähnlich wie bei den Brasilianern Luiz Gustavo und Roberto Firmio, die für relativ wenig Ablöse als hoffnungsvolle Talente zum Dorfverein kamen und dann einige Jahre später äußerst gewinnbringend transferiert wurden, könnte dies auch bei Joelinton der Fall sein.

Strahlende Gesichter bei Alex Rosen (li.) und Joelinton bei der Vertragsverlängerung

Joe lebt seinen Traum und dankt Hoffenheim

Nachdem er nur einmal in der Bundesliga zum Einsatz kam, folgte eine Ausleihe zum österreichischen Erstligisten Rapid Wien, wo er in 79 Pflichtspielen mit 21 Tore und neun Vorlagen auf sich aufmerksam machte. Seit der Rückkehr im Sommer zum Champions-League-Teilnehmer ist er sowohl spielerisch als auch körperlich enorm gereift. Joelinton weiß um das Vertrauen und die Wertschätzung in Hoffenheim: „Ich lebe meinen Traum und bin Hoffenheim sehr dankbar für das Vertrauen und die Arbeit, die sie in den vergangenen Jahren in mich investiert haben. Die Vertragsverlängerung ist für mich nicht nur Anerkennung, sondern auch Ansporn, mich weiter zu verbessern“.

Die Seleção bereits im Blickwinkel

Dabei blickt der 1,86 m große und 81 kg schwere Koloss auf ein ganz besonderes Zukunftsziel: „Bezüglich meiner Entwicklung spiele ich bei dem für mich perfekten Verein in einer der besten Ligen Europas. Mein nächstes großes Ziel ist es, für mein Land Brasilien zu spielen. Dafür werde ich weiter hart arbeiten." Bei der derzeitigen Form dürfte dieser Traum wohl nicht in allzu weiter Ferne liegen.

Fotos: BWA und Kraichgaufoto

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