Die SV-Familie trauert um ihren langjährigen Fußball-Abteilungsleiter Jürgen Kistler
Völlig überraschend und unerwartet verstarb am Sonntagmorgen der langjährige Abteilungsleiter Fußball des SV Rohrbach/S. Jürgen Kistler an einem Herzinfarkt. Der 81-Jährige gebürtige Rohrbacher hinterlässt beim Sportverein eine große Lücke, die nur schwer zu schließen ist. Aufgrund seiner lebensfreudigen, aufgeschlossenen, hilfsbereiten und geselligen Art war er über die Grenzen Rohrbachs hinaus ein sehr beliebter und geschätzter Zeitgenosse. Über Jahrzehnte hinweg hat er den SV geprägt, gelebt und geliebt.
Sein plötzlicher Tod sprach sich in Windeseile auf den Sportplätzen des Fußballkreises Sinsheim herum. Jürgen Kistler und der SV Rohrbach/S. – das gehörte und passte zusammen.

An ihm kamen die Stürmer nur schwer vorbei
Der ehemalige robuste, konsequente und knüppelharte Libero spielte viele Jahre in der Schüler- und Herrenmannschaft des TSV Steinsfurt. Mit seiner Spielübersicht und Ballsicherheit sowie einem ausgeprägtem Stellungsspiel machte Kistler es den Stürmern besonders schwer. 1997 folgte der Wechsel zum Nachbarn nach Rohrbach. Hier engagierte er sich nach seiner sportlichen aktiven Karriere als Spielausschuss für die Belange der Seniorenteams. Dabei war ihm nichts zu viel, er war für alle stets ein hilfsbereiter Ansprechpartner mit sehr viel Erfahrung.

Imposante Titelsammlung
Mit dem SV feierte der Verstorbene in verantwortungsvoller Position mehrere Meisterschafts-, Kreispokal- und Stadtmeisterschaftstitel. Die entsprechenden Feierlichkeiten waren für ihn eine Selbstverständlichkeit. Es genoss das Zusammensein in der Gemeinschaft, liebte das Leben und die geselligen Momente. Sein markantes Zeichen dabei war stets sein verschmitztes Lächeln. Es wird für immer fehlen.


Seine Berichte waren bekannt
Bei den jährlichen SV-Mitgliederversammlungen berichtete der Abteilungsleiter Fußball sehr akribisch und detailliert über die Geschehnisse im Berichtszeitraum sowohl über die Erste, als auch Zweite Mannschaft. Der lokalen Presse übermittelte er unmittelbar nach den Heimspielen die jeweiligen Spielberichte.
„er wusste immer, was der Kameradschaft guttat“
Kim Feßenbecker, 1. Vorsitzender des SV Rohrbach/S.
Für die aktiven Spieler war ihm nichts zu viel, er hatte immer ein offenes Ohr. So kümmerte er sich um alle Belange, die rund um ein Fußballteam wichtig und erforderlich sind. Für den 1. Vorsitzenden des SVR Kim Feßenbecker kam Jürgens Art bei den Spielern besonders gut an: „Ihm war wichtig, dass es seinen Jungs an nichts fehlte. Ob das kühle Bier oder der obligatorische Schnaps aus dem Kofferraum, er wusste immer, was der Kameradschaft guttat.„


Ein Vorbild an ehrenamtlichem Engagement
Jürgen war mehr noch als Funktionär, er war ein Freund, ein Vorbild an ehrenamtlichem Engagement. Wichtig war ihm auch den Kontakt zu ehemaligen, langjährigen Spielern als sogenannte „Vaterfigur“ weiter zu pflegen. Auch für die jeweiligen Gegner und Schiedsrichter war er ein zuverlässiger, erster Ansprechpartner bei den Spielen.


„Er nahm seine Aufgaben mit Herzblut für den Verein sehr ernst und gewissenhaft“
SV-Vorstand Wolfgang Mrasek
Für seinen langjährigen Weggefährten, den 3. SV-Vorsitzenden Wolfgang Mrasek ist der Tod des Abteilungsleiters Fußball ein sehr großer Verlust für den Verein: „Jürgen war aufgrund seiner jahrelangen ehrenamtlichen Tätigkeit sehr bekannt und geschätzt. Er nahm seine Aufgaben mit Herzblut für den Verein sehr ernst und gewissenhaft, vertrat den SV als Delegationsleiter bei Verbands-, Kreistags- und Staffelsitzungen.“
Seine Biggi stand ihm immer zur Seite
Unterstützt wurde Jürgen dabei seit 26 Jahren durch seine Lebensgefährtin Birgit Batschied. Sie war an seiner Seite stets ein wichtiger Motivator und Ratgeber. Sie begleitete ihn zu den Spielen und Sitzungsterminen, war immer dabei.

Weitere vielseitige Aufgaben
Neben seiner Funktion als Spielleiter kümmerte sich Jürgen auch um die Verteilung der Vereinszeitung SV-Magazin und dem Aushängen der Spielankündigungsplakate in den Geschäften der Werbepartner in Rohrbach und Umgebung. Kein Weg war ihm dabei zu weit. Und wer ihn bei seinen Rundfahrten antraf und über Fußball reden wollte, fand in ihm immer einen freudigen und gut informierten Ansprechpartner. Auch über die Berichte auf bwa-sport.de informierte sich Jürgen regelmäßig. Die Diskussionen mit ihm bleiben in unvergesslicher Erinnerung.


Vielseitiges Engagement
Seit 2003 war Jürgen Kistler zudem auch 1. Vorsitzender des SV Rohrbach/S.-Fördervereins und seit vielen Jahren passives Mitglied beim Schützen- und Musikverein in Steinsfurt. Neben dem Fußball spielte er gerne leidenschaftlich Skat.

Ein Hoffe-Fan durch und durch
Neben seinem SVR war Kistler ein leidenschaftlicher Anhänger des Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim. Zusammen mit seiner Biggi war er als Mitglied des Fanclubs FUSSBALLFREUNDE BLAU-WEISS bei vielen Heim- und Auswärtsspielen leidenschaftlich und begeistert dabei.
Spieler gedenken dem Verstorbenen
Alles drehte sich bei ihm um den Fußball. Die Vorfreude auf das nächstjährige 100-jährige Vereinsjubiläum des SVR blieb ihm leider verwehrt. Sein plötzlicher Tod am Sonntagmorgen unmittelbar vor dem bevorstehenden Auswärtsspiel in Helmstadt traf alle völlig unvorbereitet und schockierend. Der Verein reagiert sofort, sagte beide Spiele der Seniorenteams ab. Die Partie der Kreisligamannschaft wird jetzt am Mittwoch um 19:30 Uhr in Helmstadt nachgeholt. Die Rohrbacher Spieler werden dabei – ebenso wie beim folgenden Heimspiel am Sonntag gegen den FC Weiler, wo es vor dem Anpfiff eine Gedenkminute für den Verstorbenen gibt – mit Trauerflor spielen.

Er bleibt unvergessen
Jürgen Kistler hinterlässt neben seiner Lebensgefährtin Biggi, die drei Kinder Silke, Simone und Hans-Jürgen sowie sechs Enkelkinder und zwei Urenkel. Der SV 1927 Rohrbach/S. wird dem Verstorbenen stets ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beisetzung findet am Samstag, den 9. Mai um 11 Uhr auf dem Friedhof in Rohrbach/S. statt.
Fotos: BWA und Privat













