In einer chancenarmen Partie wäre ein Unentschieden das gerechte Ergebnis gewesen
Der Tabellenzweite SV Treschklingen hat das Spitzenspiel in der Kreisliga Sinsheim beim Vierten SV Rohrbach/S. durch einen späten Treffer von Endrit Kadrija in der 87. Minute mit 2:1 gewonnen. Bei fünf Punkten Vorsprung und dem besseren Torverhältnis von plus 13 gegenüber dem Dritten TSV Kürnbach dürfte den Treschklingern die Vizemeisterschaft wohl nicht mehr zu nehmen sein. Es war über 95 Minuten ein spannendes und ausgeglichenes Spiel, das eigentlich keinen Sieger verdient gehabt hätte. Die Partie an der Rohrbacher Rosenbrücke vor knapp 100 Zuschauern spielte sich größtenteils zwischen den Strafräumen ab, so dass packende Torraumszenen oder Torhüterparaden äußerst selten waren.

Asllani trifft zur Führung
Die Gäste, die in der ersten halben Stunde das spielbestimmende und aktivere Team waren, hatten nach fünf Minuten durch Hoxha die erste Möglichkeit, als er aus kurzer Distanz an SV-Keeper Erik Albrecht scheiterte. Wenig später war dieser jedoch geschlagen, als Spielertrainer Lindor Asllani nach einer kurz ausgeführten Ecke mit einem wuchtigen Kopfball zur 1:0-Gästeführung traf (13.).

Muth scheitert an Lascu
Die beste und einzig zwingende Torchance der Gastgeber, die ohne ihren Abwehrchef Matteo Francesca und Torjäger Luca Romig auskommen mussten, vergab Louis Muth, als er allein vor dem Tor an der Fußabwehr von Torhüter Victor-Daniel Lascu scheiterte (35.). Die knappe Pausenführung der Gäste war nicht unverdient.
Authenriet köpft zum 1:1-Ausgleich
Im zweiten Abschnitt kamen die Blau-Weißen immer besser in die Partie und belohnten sich. Nach einer Muth-Flanke stand Kapitän Lukas Authenrieth fünf Meter vor dem Tor goldrichtig und drückte den Ball mit dem Kopf zum 1:1-Ausgleich über die Linie (55.).

Kadrijas Schuss aus der Drehung geht übers Tor
Treschklingen hatte bis auf einen Schuss aus der Drehung durch Kadrija, der knapp übers Tor strich (62.), keine weiteren nennenswerten Torchancen. Nachdem Rohrbachs Marvin Hartwich nach einer Ecke per Kopfball an Lascu scheiterte (73.), hatten sich die Zuschauer bereits auf das gleiche Ergebnis wie im Hinspiel eingestellt.


Später Führungstreffer durch Kadrija
Doch die Gäste schlugen nochmal eiskalt zu und erzielten durch Kadrija, der eine Hereingabe von Altin Hoxha von rechts am kurzen Pfosten mit der Hacke über die Linie drückte, die vielumjubelte 2:1-Führung (87.).


Gorban verpasst den Last-Minute-Ausgleich
Die Heger-Truppe drängte in den noch verbleibenden neun Minuten mit aller Macht auf den Ausgleich, hatte dabei aber Pech, als der drei Minuten zuvor eingewechselte Paul Gorban in der 90+4. Minute aus spitzem Winkel den Ball aus kurzer Distanz nicht im Tor unterbringen konnte.

Negativserie beendet
Nach dem Abpfiff des souverän leitenden Schiedsrichters Schiedsrichter Volkan Cavas aus Pforzheim feierten die Gäste den glücklichen Sieg über den bis dahin ungeliebten Gegner, gegen den sie in zuvor 32 Duellen bei 20 Niederlagen und sieben Unentschieden erst fünf Mal den Platz als Sieger verließen. Der erste Erfolg über Rohrbach/S. nach acht Jahren dürfte für den SV Treschklingen hinsichtlich der Relegationsspiele in Richtung Landesliga wohl der Wichtigste gewesen sein.

„Ich bin voll draufgerannt und musste dann pokern“
Torschütze Kadrija zur Entstehung des Treffers zum 1:2-Endstand
Rohrbachs Abwehrorganisator und zugleich bester Spieler der Partie Joscha Rupp war nach dem Abpfiff sehr enttäuscht über „eine ärgerliche Niederlage, wo wir es erneut nicht schafften, eine ausgeglichene Partie auch mal auf unsere Seite zu ziehen“. Deutlich besser gelaunt präsentierte sich Siegtorschütze Kadrija: „Ich habe gesehen, dass der erste Pfosten frei ist, bin voll draufgerannt und musste dann pokern. Da ich den Ball nicht mit der Innenseite nehmen konnte, drückte ich ihn mit dem Rücken zum Tor mit der Hacke über die Linie.“ Ein Siegtreffer, wie ihn der Algerier Rabah Madjer mit seinem legendären Hackentor im Europapokalfinale der Landesmeister 1987 in Wien gegen den FC Bayern München erzielte.


Stimmen der Trainer:
„Ein Unentschieden wäre das gerechte Ergebnis gewesen“
Rohrbachs Trainer Joachim Heger

Joachim Heger (SV Rohrbach/S.): „Ich war mit der Leistung meiner Mannschaft gegen den Tabellenzweiten sehr zufrieden. Doch wie so oft belohnten wir uns nicht für unseren Aufwand und kassieren durch die einzige gefährliche Einzelaktion des Gegners in Hälfte 2 den finalen Gegentreffer. Ein Unentschieden wäre in einer chancenarmen Partie das gerechte Ergebnis gewesen.“

„Es war ein glücklicher Sieg, der uns ein großes Stück auf dem Weg zur Relegation näher bringt“
Treschklingens Spielertrainer Lindor Asllani
Lindor Asllani (Spielertrainer SV Treschklingen): „Es war von beiden Mannschaften ein kämpferisch und spielerisch gutes Kreisligaspiel. In einer von uns dominierten ersten halben Stunde gingen wir verdient in Führung, bis die spielstarken Rohrbacher dann immer besser ins Spiel fanden und die große Ausgleichschance ungenutzt ließen. In der zweiten Halbzeit kassierten wir durch eine Unstimmigkeit den unnötigen Ausgleich. Am Ende war es für unsere ersatzgeschwächte Mannschaft ein glücklicher Sieg in einer ausgeglichenen Partie, der uns ein großes Stück auf dem Weg zur Relegation näher bringt.“

Letztes Auswärtsspiel beim Nachbarn in Sinsheim
Am nächsten Spieltag gastiert der SV Rohrbach/S. in seinem letzten Saison-Auswärtsspiel beim Nachbarn Türk Gücü Sinsheim. Die Partie im Sinsheimer Sportpark auf Kunstrasen wird am Samstag, 23. Mai um 15:30 Uhr angepfiffen.
Fotos: BWA













