Englische Woche mit viel Aussagekraft – Der allgemeine Druck nimmt zu
Anspruch und Wirklichkeit klaffen beim SV Sandhausen nach vier Spieltagen in der Regionalliga Südwest noch deutlich auseinander, das 0:2 bei Eintracht Trier war die zweite Niederlage in Folge und der Rückstand zu Kickers Offenbach an der Tabellenspitze beträgt acht Punkte. Es wurde viel in den Kader investiert, um oben mitspielen zu können, doch dafür müssen sich die Kurpfälzer erst als kompaktere Einheit präsentieren.
Drei Spiele in sechs Tagen
Das nächste Auswärtsspiel im eng getakteten Spielplan steht bereits an: In der ersten Englischen Woche der Saison gastiert der SVS zunächst am Samstag den 05. September um 14 Uhr bei Hessen Kassel, empfängt dann am Dienstag den 08. September die SGV Heilbronn-Freiberg und tritt am Freitag den 11. September beim SC Freiburg II an.

„Die Gegentore waren keine mannschaftstaktischen Themen, sondern individuelle Fehler„
SVS-Trainer Kevin Stotz
Die ernüchternde Realität in Trier war, dass man dem Gegner wieder zu große Abstände gewährte, wenig Spielfluss zustande kam und der SVS die beste Torchance in der 93. Minute durch Stefan Maderer hatte. SVS-Trainer Kevin Stotz bewertete die Lage nach der Partie wie folgt: „Man hat relativ deutlich gemerkt, dass uns beide Kapitäne gefehlt haben. Wir lagen früh 0:2 zurück. In solchen Phasen braucht es ein, zwei Spieler auf dem Platz, die Verantwortung übernehmen, wenn es unangenehm wird und noch nicht alles funktioniert. Die Gegentore waren aus meiner Sicht keine mannschaftstaktischen Themen, sondern individuelle Fehler – das macht es natürlich schwierig.“

Wichtige Akteure fehlten
Neben dem noch angeschlagenen Leitwolf Felix Lohkemper musste Stotz auf Kapitän Marco Kehl-Gomez, der aber in Kassel wieder dabei sein kann, da die Rotsperre auf ein Spiel beschränkt wurde und auch kurzfristig auf die zweite Sturmoption Tasos Leonidis, der kurzfristig ausfiel, verzichten.
„Wir wollen am Ende der dritten Saison zurück in die 3. Liga„
Sandhausen Trainer Stotz
Der Mut von Stotz, in der Startformation als Sturmspitze den 18-jährigen Luka Vukoja anstelle des erfahrenen Stefan Maderer aufzubieten, wurde in Trier nicht belohnt, allerdings wurde Vukoja kaum mit Vorlagen gefüttert. Zu den Zielen äußerte sich Stotz kürzlich noch wie folgt: „Der Verein hat einen Dreijahresplan ausgerufen. Wir sind jetzt in der zweiten Saison, am Ende der dritten wollen wir zurück in der 3. Liga sein.“

Vom Trainer wird jetzt Zählbares erwartet
Dennoch bleibt das Team bisher hinter Erwartungen – die bekanntlich auch Druck erzeugen können – zurück und in der Englischen Woche dürfte auch von Stotz Zählbares erwartet werden, um nicht früh in der Saison Boden auf die Konkurrenz zu verlieren. Speziell im defensiven Mittelfeld sind beim Spiel in Kassel Veränderungen zu erwarten: Kehl-Gomez dürfte wieder ins Team rücken und an seiner Seite wird unter Umständen der letzte Neuzugang Max Christiansen sein Startelfdebüt feiern, nachdem er in Trier bereits eingewechselt wurde. Christiansen hat 57 Einsätze in der Bundesliga vorzuweisen und soll der instabilen Defensive mit seiner Erfahrung und Zweikampfstärke vor der Abwehrreihe mehr Sicherheit verleihen.

Die Kasselaner müssen den Gürtel enger schnallen
Die Hessen aus Kassel müssen diese Saison finanziell den Gürtel deutlich enger schnallen – mit dem Unternehmer Dirk Lassen-Beck starb letztes Jahr ein Geldgeber, der bis heute nicht ersetzt werden konnte. Mit den beiden routinierten Ex-Profis Yannick Stark und Lukas Rupp haben somit auch zwei Stammspieler im Mittelfeld, die für Kasseler Verhältnisse ein hohes Gehalt bezogen, den Verein verlassen.
Wichtige Spieler blieben an Bord
Doch mit dem langjährigen Abwehrspieler Nael Najjar wie auch dem ehemaligen Sandhäuser Publikumsliebling Tim Knipping oder Mittelfelddirigent Adrian Bravo Sanchez hielt auch ein Gerüst an wichtigen Akteuren dem Team von Trainer Rene Klingbeil die Treue. Mit dem bereits 36-jährigen technisch beschlagenen Fürther Ex-Profi Sercan Sararer hat sich ein Trumpf in der Offensive nach langer Verletzungspause im Frühjahr wieder herangekämpft und wurde mit einer Vertragsverlängerung belohnt. Der unermüdliche Sararer: „In der neuen Saison werde ich wieder richtig fit sein und alles geben, um meiner Mannschaft zu helfen.“ Gesagt, getan, verwandelte er beim 3:0 zum Saisonauftakt im Kasseler Auestadion gegen Eintracht Frankfurt II einen Strafstoß zum Führungstreffer, doch zuletzt mussten die Kasseler Löwen zwei Auswärtsniederlagen in Freiburg und Steinbach wegstecken.

Blick geht nach dritter Niederlage im vierten Spiel nach unten
Mit dem zuletzt vereinslosen Mirnes Pepic, der über 200 Profispiele bestritten hat, legten die Hessen ähnlich wie der SVS vor wenigen Tagen im defensiven Mittelfeld noch nach. Für den KSV ist das Spiel gegen Sandhausen in wenigen Tagen die zweite Heimpartie in Folge, denn am Dienstag haben die Hessen ihr Nachholspiel vom 3. Spieltag gegen SVS-Bezwinger Eintracht Trier absolviert, welches 0:1 endete. Die Löwen dominierten über weite Strecken, ließen aber beste Chancen ungenutzt – und wurden in der 76. Minute eiskalt bestraft. Der Blick geht nach der dritten Niederlage im vierten Spiel nun in Richtung Abstiegszone.
Mögliche Aufstellungen:
Hessen Kassel: Gröteke – Podolski, Najjar (Duah), Springfield,Bonianga – Kaymaz, Pepic, Bravo Sanchez – Damer, Sararer, Böyükata
SV Sandhausen: Lyska – Akmestanli, Schulz, Osee, Mazagg – Kehl-Gomez, Tarnat (Christiansen) – Mamutovic, Ferati, Tasdelen – Leonidis (Maderer)
AM
Fotos: foto2press













