Nach unten ist es tabellarisch näher als nach oben
Ernüchterung beim SV Sandhausen nach 14 Spieltagen in der Regionalliga Südwest: Nach sieben ungeschlagenen Partien unter Trainer Markus Kauczinski war das überraschende 1:2 trotz einer Führung bei Kellerkind FSV Mainz 05 II die zweite Niederlage in Folge. Drei Spieltage vor Ende der Hinrunde sind die Chancen für den von den Regionalliga-Trainern ernannten Favoriten auf den Aufstiegsplatz bei wieder elf Punkten Rückstand zur Tabellenspitze weiter geschrumpft. Der Tabellenkeller ist dem Tabellenneunten Sandhausen bei sieben Punkten Vorsprung momentan sogar näher.
Die jungen Hessen zu Gast
Im vorletzten Heimspiel der Hinrunde empfangen die Kurpfälzer am kommenden Samstag um 14 Uhr den Aufsteiger und auf Rang elf platzierten Tabellennachbarn Eintracht Frankfurt II im Stadion am Hardtwald. Anschließend folgen weitere anspruchsvolle Aufgaben beim starken Aufsteiger VfR Mannheim und gegen die Stuttgarter Kickers.

„Am Ende werden die Spiele in den beiden Strafräumen entschieden“
Sandhausens Trainer Markus Kauczinski
Kauczinski über die Niederlage in Mainz: „Die Niederlage ist sehr bitter. Wir sind maximal enttäuscht, weil wir dieses Spiel nicht hätten verlieren dürfen. Wir waren die bessere Mannschaft und hatten sowohl in der ersten als auch in der zweiten Halbzeit unsere Chancen. Gleichzeitig dürfen wir die Gegentore nicht so billig kassieren und lernen, solche Spiele für uns zu entscheiden. Am Ende werden die Spiele in den beiden Strafräumen entschieden. Da waren wir heute einfach nicht clever genug. Daraus müssen wir für die kommenden Spiele lernen.“

Fehlende Effektivität und vermeidbare Fehler
Aufgrund einiger Ausfälle musste der Coach seine Mannschaft erneut umstellen, was die zunächst gut zu kompensieren schien. Mert Tasdelen oder David Mamutovic fehlte es diesmal aber im Vergleich zu vorherigen Einsätzen an der Effektivität im Abschluss und Torhüter Arthur Lyska, gegen Aalen noch der beste Sandhäuser, sah insbesondere beim Mainzer Siegestreffer schlecht aus.

Personalsituation hat sich entspannt
Fehlende Konstanz und auch kollektive Gier wie beim übernächsten Gegner VfR Mannheim, die zuletzt sieben Spiele in Folge gewonnen haben, machen momentan Unterschiede aus. Die personelle Situation wird sich für das Spiel gegen Frankfurt deutlich entspannen: Abwehrspieler Kwabe Schulz fehlte in Mainz gelb-rot- und Spielmacher Arianit Ferati gelbgesperrt. Zwar hatten beide wie auch Torjäger Felix Lohkemper mit einem Infekt zu kämpfen, doch alle drei könnten wieder zur Verfügung stehen. Für Ferati agierte gegen Mainz der etatmäßig deutlich defensivere Ken Gipson im Mittelfeld und lieferte einige gute Zuspiele. Von den Langzeitverletzten machten die Youngster Leon Ampadu und Yanis Outman nach langer Zeit Fortschritte und trainierten individuell, während Stefan Maderer und Nico Nollenberger weiter ausfallen.

Duell der beiden wertvollsten Kader
Das wie die Mainzer mit vielen technisch ausgebildeten Toptalenten gespickte Team von Eintracht Frankfurt II stellt mit einem Gesamtmarktwert von 8,35 Millionen Euro den wertvollsten Kader der Regionalliga, es folgt der SV Sandhausen mit 4,3 Millionen.
35 Spieler umfassender Eintracht-Kader
Doch während der SVS bisher hinter den Erwartungen zurückbleibt, sind bei den Hessen der Klassenerhalt und die Entwicklung der Talente als Ziele formuliert. Der 35 Spieler umfassende Kader der Hessen ist der größte der Liga bei dem geringsten Durchschnittsalter von 20,5 Jahren. Innenverteidiger Jeremiaha Maluze, der aber meist im Kader des Bundesligateams ist, ist mit 2,5 Mio. der mit Abstand wertvollste Spieler der Liga.

„Als sehr junge Mannschaft verteidigen wir enorm diszipliniert und leidenschaftlich“
Eintracht-Coach Patrick Glöckner
Der aus Stationen im Profifußball reichlich erfahrene Coach Patrick Glöckner übernahm die U21 der Frankfurter, die souverän die Meisterschaft in der Hessenliga holte, in diesem Sommer und sagt über sein Team: „Als sehr junge Mannschaft verteidigen wir enorm diszipliniert und leidenschaftlich. Das ist in einer Liga mit derart erfahrenen Gegnern auf diesem starken Regionalliga-Niveau nicht selbstverständlich.“


Junges, erfolgreiches Team
Zumeist wie beim letzten Erfolg im Derby beim FSV Frankfurt stand ein blutjunges Team um den aus Regensburger Zeiten einzig erfahrenen 27-jährigen Mannschaftskapitän Nico Ochojski auf dem Platz. Bei der letzten 2:4-Heimniederlage gegen Kickers Offenbach zeigte sich die Defensive aber alles andere als sattelfest. Fünf Siegen stehen ein Remis und acht Niederlagen gegenüber. Neben Maluze hat auch Stürmer Malik Pimpong diese Saison bereits Bundesligaeinsätze vorzuweisen und konnte zwei Treffer bei drei Einsätzen in der Regionalliga erzielen. Bester Torschütze ist der Amerikaner Marvin Dills mit vier Treffern.

Mögliche Aufstellungen:
SV Sandhausen: Lyska – Schulz, Kehl-Gomez, Osee – Yigit, Christiansen, Tarnat, Mazagg – Ferati, Tasdelen – Lohkemper (Mamutovic)
Eintracht Frankfurt II: Siljevic – Etse, Guimaraes, Ochojski, Scheller – Bauer, Dills, Is, Owusu Etse – Pimpong, Wünsch
AM
Fotos: foto2press













