TSG-Präsident Kreuzwieser blickt optimistisch und voller Vorfreude auf die neue Saison
Am Wochenende startet die neue Bundesligasaison 2026/27. Die TSG Hoffenheim gastiert dabei am Samstag (15:30 Uhr) beim rheinischen Traditionsverein 1. FC Köln. Im Vorfeld des Saisonstarts unterhielt sich bwa-sport.de mit dem Präsidenten der TSG Hoffenheim André Kreuzwieser über den Verein, die Wünsche und Ziele sowie weitere aktuelle Themen rund um den Kraichgauer Erstligisten.
Herr Kreuzwieser, nach 15 Wochen bzw. 105 Tagen rollt endlich wieder der Bundesligafußball. Wie sehr freuen Sie sich auf die inzwischen 18. Erstligasaison der TSG Hoffenheim?
André Kreuzwieser: Wie viele andere Fußballfans freue ich mich natürlich auch, dass es nach der langen Sommerpause bedingt durch die Weltmeisterschaft jetzt endlich wieder losgeht. Nach der intensiven Vorbereitung steigt die Spannung bei allen Beteiligten, wenn am Wochenende wieder der Ligaalltag beginnt.
Es wächst etwas Positives zusammen
Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die neue Saison hinsichtlich der TSG?
Wir haben eine gute Vorbereitung gespielt. Ich konnte mich im Trainingslager im österreichischen Seefeld von der guten Stimmung im Team überzeugen. Es war deutlich erkennbar, dass sowohl bei den Spielern als auch im Trainerteam eine sehr gute Stimmung herrscht und etwas Positives zusammenwächst.

„Ich bin froh, dass wir die Auftakthürde genommen haben“
André Kreuzwieser über den Pokalsieg in Aue
Der Pflichtspielauftakt ist durch einen souveränen 4:0-Pokalsieg in Aue geglückt.
Im Erstrundenspiel des DFB-Pokals haben wir einen positiven Start hingelegt. Gerade im Pokalwettbewerb ist es in der ersten Runde nicht immer einfach, da haben wir in der Vergangenheit schon ganz andere Dinge erlebt. Deshalb bin ich froh, dass wir diese Auftakthürde ohne Probleme gemeistert haben.

Der gestiegenen Erwartungshaltungshaltung gerecht werden
Die Erwartungshaltung der Fans ist nach dem fünften Tabellenplatz der vergangenen Saison deutlich gestiegen.
Die Messlatte wird natürlich nach der erfolgreichen vergangenen Saison deutlich höher angelegt. Wir wissen aber auch wo wir herkommen und dass wir ein Jahr zuvor uns noch in ganz anderen Tabellenregionen bewegt haben. Natürlich werden wir alles dafür tun, um wieder da anzuknüpfen, wo wir zuletzt aufgehört haben. Grundlegend haben wir die sportlichen Voraussetzungen geschaffen, der Kern der Mannschaft ist geblieben, spannende Spieler kamen hinzu, die es jetzt gilt gut zu integrieren. Ziel ist es, da weiterzumachen, wo wir aufgehört haben.
„Die internationale Qualifikation ist für uns eine sportliche Bereicherung, auf die wir uns sehr freuen“
Der TSG-Präsident über die internationale Qualifikation
Durch die Europapokalteilnahme ist die Mannschaft deutlich mehr gefordert. Sehen Sie den Kader in der Breite ausreichend aufgestellt?
Durch die Dreifachbelastung wissen wir, dass dies keine einfache Aufgabe wird. Das hat uns die Vergangenheit schon gezeigt und auch andere Vereine hatten hiermit ihre Probleme. Daher ist es wichtig, dass wir in der Breite unseren Kader sehr gut aufgestellt haben. Unser Trainerteam hat aus seiner Zeit bei Sturm Graz, in der es eine Mannschaft in der Champions League gecoacht hat, reichlich Erfahrungen damit gesammelt und wird die Belastungssteuerung mit Sicherheit richtig koordinieren. Die internationale Qualifikation ist für uns eine sportliche Bereicherung, auf die wir uns sehr freuen.

„Wir haben immer einen Plan B“
Kreuzwieser über den geplatzten Asllani-Transfer
Durch den gescheiterten Asllani-Verkauf fehlen fest eingeplante Transfereinnahmen.
Auch wenn dieser Transfer nicht zustande kam, haben wir immer auch einen Plan B. Fisnik ist weiterhin Teil unseres Kaders und eine Bereicherung für die Offensive. Fakt ist aber auch, dass wir in der Offensive aktuell ein Überangebot an Stürmern haben. Da das Transferfenster bis zum 2. September offen ist, kann sich theoretisch immer noch etwas ergeben. Allgemein sehe ich den von Andy Schicker und seinem Team zusammengestellten Spielerkader sehr gut aufgestellt.
Der Wunsch international zu spielen ist groß
Die sportlich Verantwortlichen halten sich hinsichtlich des Saisonziels stets sehr verschlossen. Welches Saisonziel hat sich der Präsident gesteckt?
Ich würde mich freuen, wenn unsere Mannschaft am Saisonende in der vorderen Tabellenhälfte vertreten wäre. Perspektivisch wollen wir natürlich öfters europäisch vertreten sein, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Jeder Verein wünscht sich am internationalen Fußball teilzunehmen.

„Das ist die Basis, um am Ende erfolgreich zu sein“
Kreuzwieser über das Trainerteam
Das gesamte Trainerteam genießt bei der Mannschaft großes Vertrauen.
Das ist richtig. Der ganze Staff, das Team aus Österreich passt von der Denkweise, der Mentalität und Menschlichkeit sehr gut zu uns. Sie haben auch den Blick auf den ein oder anderen, der nicht so im Vordergrund steht. Wir sind heilfroh, dieses toll zusammenarbeitende Team zu haben. Die Voraussetzungen sind immer gut, wenn es von oben positiv vorgelebt wird, um eine gute Atmosphäre in den Kader zu bekommen. Das ist für mich auch die Basis, um am Ende erfolgreich zu sein.
Drei schwere Hochkaräter zum Auftakt
Das Auftaktprogramm mit dem Start in Köln und den beiden aufeinanderfolgenden Heimspielen gegen Dortmund und Stuttgart hat es in sich.
In der Tat, aber das ist alles kein Wunschkonzert. Natürlich hofft man auf einen positiven Saisonauftakt mit der maximal möglichen Punktausbeute. Das Auftaktprogramm hat es in sich, dessen sind wir uns bewusst. Bei uns überwiegt aber die Vorfreude auf diese Herausforderungen. Ich persönlich finde es ohnehin gut, wenn einige Knaller gleich zu Beginn kommen, danach weiß man, wo man zu Saisonbeginn steht. Das Auswärtsspiel in Köln wird nicht einfach, der FC ist vor heimischer Kulisse in jedem Jahr eine besondere Hausnummer. Die beiden folgenden ausverkauften Heimspiele werden wie in den Vorjahren mit Sicherheit wieder besonders emotional werden.

„Perspektivisch wollen wir das Stadion wieder voller bekommen“
Kreuzwieser zum aktuellen Zuschauerschnitt
Die Zuschauerzahlen könnten trotz des sportlichen Erfolgs und der attraktiven Spielweise deutlich höher sein. Was gedenken Sie diesbezüglich noch zu verbessern?
Wir spielen einen attraktiven Fußball, der mich phasenweise an die Erfolgszeiten beim Bundesligaaufstieg erinnerte. Ich hoffe die Zuschauer honorieren dies, indem sie verstärkt ins Stadion kommen. Wir wissen, dass wir hier noch Nachholbedarf haben und werden alles mögliche dafür tun, um den Zuschauerschnitt anzuheben. Mit dem sportlichen Erfolg, der Art und Weise sowie der Nahbarkeit gilt es jetzt eine Begeisterung zu entfachen. Perspektivisch wollen wir das Stadion wieder voller bekommen und mehr Leute in die TSG-Familie integrieren.
13.000er Höchstmarke überschritten
Einen deutlichen Fortschritt gibt es in der Mitgliederentwicklung.
Ja, darauf können wir sehr stolz sein. Wir haben gerade unsere Höchstmarke von 13.000 Mitgliedern überschritten. Das wollen wir Schritt für Schritt weiterentwickeln und zudem noch stärker in der Region verwurzelt sein. Über unsere Fußballschule erreichen wir jährlich mehr als 4.000 Kinder, über den TSG AOK Campus mehr als 9.000. Wir wollen noch näher an Schulen und Kindergärten heran. Da liegt unser Potenzial. Wenn wir Kinder und Jugendliche für die TSG begeistern, gewinnen wir die Fans von morgen.

„Ich bin froh, dass ich diesen Schritt gegangen bin“
Kreuzwieser über seinen Entschluss, für das Amt des 1. Vorsitzenden zu kandidieren
Sie wurden am 9. März zum neuen 1. Vorsitzenden des e.V. gewählt. Wie fällt Ihr persönliches Fazit bisher aus?
Nach einem halben Jahr lässt sich festhalten, dass wir gemeinsam mit allen Beteiligten Ruhe in den Verein bekommen haben, dahinter aber auch sehr viel Arbeit steckt. Ich habe immer gedacht, ich kenne die TSG, da ich lange als Spieler und Fan aktiv war. Aber wenn man jetzt sieht, was da alles mit reinspielt, was im Hintergrund abläuft, dann waren es doch sehr viele neue Eindrücke, mit denen ich mich auseinandersetzen durfte. Aus der aktuellen Sicht kann ich behaupten, dass ich nur einen Teil der TSG zuvor wirklich gekannt habe. Ich bin froh, dass ich diesen Schritt gegangen bin und habe im zurückliegenden halben Jahr sehr viel gelernt. Und es wird mit Sicherheit künftig noch viele weitere Themen geben, an denen wir gemeinsam arbeiten werden.
„Man muss immer offen über alles reden, wenn Bedarf ist“
Der TSG-Präsident über die Herangehensweise bei Problemen
Die Stimmung im Verein könnte im Gegensatz zum Vorjahr aktuell ohne jegliche Nebenkriegsschauplätze nicht besser sein. Unser aller primäres Ziel war es, nach den vielen Turbulenzen wieder Ruhe in den Verein zu bringen. Das ist Florian Beil als 2. Vorsitzenden, Frank Engelhardt als 3. Vorsitzenden und mir gemeinsam mit dem kompletten Vorstand und in Zusammenarbeit mit der GmbH meines Erachtens gut gelungen. Nach der Wahl haben wir gleich in alle Abteilungen, in den e. V. und in die GmbH reingehört, haben geschaut, wo drückt der Schuh, wo kann man unterstützen. Man muss immer offen über alles reden, wenn Bedarf ist.
Fotos: BWA, Kraichgaufoto und foto2press













