TSG Hoffenheim gastiert im DFB-Pokal beim Regionalligist Erzgebirge Aue
Am Wochenende steht für Bundesligist TSG Hoffenheim das erste Pflichtspiel der Saison 2026/27 auf dem Programm. In der 1. Runde des DFB-Pokals müssen die Kraichgauer beim Regionalligisten Nordost FC Erzgebirge Aue antreten. Letztmals trafen beide Teams vor 19 Jahren im Zweitligaduell aufeinander. Unter Trainer Ralf Rangnick stiegen die Stars um Vedad Ibisevic, Demba Ba und Chinedu Obasi in der Saison 2007/08 sensationell in die Bundesliga auf, wo sie gleich überraschend Herbstmeister wurden. Lange ist´s her.

„Die jüngere Vergangenheit zeigte, dass es oft Probleme gab„
TSG-Trainer Christian Ilzer zum Pokalauftakt
Jetzt kommt es im Erzgebirgsstadion im Pokalwettbewerb beim inzwischen Dreiklassen-Unterschied zum erneuten Duell mit den Sachsen. Für TSG-Coach Christian Ilzer spielt hierbei der Klassenunterschied keine gravierende Rolle: „Im DFB-Pokal ist es nicht so entscheidend, welche Ligazugehörigkeit der Gegner hat. Man muss sich die nächste Runde über das Spiel verdienen. Wir haben uns im Detail mit Aue auseinandergesetzt, aber der Fokus liegt bei uns. Wir wollen mit einer guten Leistung loslegen.“ Dass Ilzer die Partie sehr ernst nimmt, machte er bei der Pressekonferenz deutlich: „Wir wissen, dass wir Favorit sind. Die jüngere Vergangenheit der TSG zeigt aber, dass es oft Probleme gab. Es gibt immer eine eigene Dynamik. Wir wissen, dass so ein Stadion dann auch mal angezündet werden kann, wenn wir uns schwertun.“
Nach dem Abstieg völlig neu aufgestellt
Nach dem bitteren Abstieg aus der Dritten Liga hat sich Aue in der Regionalliga Nordost neu aufgestellt. Mit einem fast komplett umgekrempelten Kader ist Trainer Khvicha Shubitidze mit den Veilchen recht gut in die neue Saison gestartet. Nach fünf Spieltagen rangiert der Traditionsverein mit zehn Punkten auf Platz fünf. Verstärkt wurde der Kader vor allem mit Spielern aus der Regionalliga und den Reserveteams größerer Klubs.

„Wir wollen in unseren Träumen weiterkommen“
Aues Trainer Shubitidze
Trainer Shubitidze und sein Team gehen in das Duell gegen den großen Favoriten mit entsprechender Freude, wenngleich sie realistisch ihre Chancen fürs Weiterkommen eher gering sehen: „Wir wollen in unseren Träumen weiterkommen. Aber der Gegner ist zu groß. Wir geben aber unser Bestes“, sagte der Coach im Vorfeld der Partie. Dabei hofft er auf den kleinen Vorteil der größeren Spielpraxis, da es für den Gegner erst das erste Pflichtspiel ist.

„Für ein Weiterkommen gehören Glück und eine gute Tagesform dazu“
Aues Torwartlegende Martin Männel
Ein Dauerbrenner bei Aue ist Torhüter Martin Männel, der inzwischen in seine 19. Saison geht. Der 38-Jährige kann auf stolze 600 Pflichtspieleinsätze für seinen Klub zurückblicken. Eine außergewöhnliche Bilanz. Für Männel ist das Duell gegen die TSG im Spätherbst seiner Karriere auf alle Fälle ein Highlight vor über 15.000 Zuschauern in der frühen Phase der Saison: „Für ein Weiterkommen gehören Glück und eine gute Tagesform dazu. Wichtig ist 90 Minuten Vollgas zu geben. Wir müssen als Mannschaft gut verteidigen, dürfen nur wenig zulassen.“

„Es war eine erkenntnisreiche Vorbereitung“
TSG-Coach Ilzer zur Saisonvorbereitung
Nach der positiven Vorbereitung blickt Trainer Ilzer optimistisch auf den Saisonauftakt in Aue, bei dem rund 600 TSG-Fans dabei sein werden: „Wir haben intensive Wochen mit unterschiedlichen Einstiegspunkten unserer Spieler auch bedingt durch die Weltmeisterschaft hinter uns. Das hat Abstimmung benötigt. Es war eine erkenntnisreiche Vorbereitung.“ Bei zwei Niederlagen in acht Testspielen haben vor allem die Neuzugänge guten Eindruck hinterlassen.
Einige Fragezeichen im Offensivbereich
Dennoch hat der Österreicher einige Sorgen im Offensivbereich. Nach dem Abgang des wieselflinken Außenstürmers Bazoumana Toure für die Rekordsumme von 50 Millionen Euro zu Newcastle United sind gleich zwei Stammkräfte nicht einsatzfähig. Der Torjäger der vergangenen Saison Andrej Kramaric musste sich Anfang Juli einer Leisten-OP unterziehen und trainiert erst seit Kurzem wieder individuell. Der 35-jährige Kroate wird daher erst später zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz kommen. Der vielumworbene Senkrechtstarter der letzten Saison Fisnik Asllani verpasste wegen der langen Verhandlungen um einen möglichen Wechsel zu RB Leipzig einen Großteil der Vorbereitung und hat daher sowohl körperlich als auch konditionell noch deutlich Nachholbedarf. Auch er wird in Aue nicht zum Kader gehören. Trotz der beiden Ausfälle stehen den Blau-Weißen mit Adam Hlozek, Tim Lemperle, Max Moerstedt und Neuzugang Adam Daghim weitere Alternativen im Sturmzentrum zur Verfügung. Definitiv fehlen wird im Pokal aufgrund kleinerer muskulärer Probleme der Österreicher Alexander Prass.

„Unsere Neuzugänge tragen nicht nur das Logo der TSG, sondern sie fühlen es auch“
Trainer Ilzer über die Neuzugänge
Positiv für eine erneute erfolgreiche Saison dürfte sicherlich sein, dass ein Großteil der Neuzugänge schon sehr früh feststand und somit die komplette Vorbereitung mit absolvieren und sich einklimatisieren konnte. Für Ilzer ein großer Vorteil: „Wir haben versucht, gute Schritte zu setzen. Wir wollen körperlich und inhaltlich fit sein. Auch an der Teamkultur haben wir nochmal gearbeitet. Die Teamchemie stimmt, wir hatten die Neuzugänge sehr früh bei uns. Sie tragen nicht nur das Logo der TSG, sondern sie fühlen es auch.“

TSG-Neuzugänge 2026/27
Hier ein Überblick über die aktuellen TSG-Neuzugänge für die Saison 2026/27: Mats Rots (Twente Enschede), Sean Dulic (TSV 1860 München), Natnael Abraha (TSG Hoffenheim II), Cajetan Lenz (VfL Bochum), Bambase Conte (SV Elversberg, Leihende), Nathan de Cat (RSC Anderlecht), Patrick Wimmer (VfL Wolfsburg), Alessandro Vogt (FC St. Gallen), Adam Daghim (RB Salzburg), Arthur Chaves (FC Augsburg, Leihende).

Testspielergebnisse im Überblick
SGV Heilbronn-Freiberg – TSG 0:3
SV Massenbach – TSG 0:21
TSG – SpVgg Greuther Fürth 4:1
TSG – Holstein – Kiel 3:1
TSG – Karlsruher SC 3:0
TSG – Bor. Mönchengladbach 1:4
Tottenham Hotspur – TSG 3:0 und 2:2

Finanziell reizvoller Wettbewerb
Die Teilnahme am DFB-Pokal ist für die 64 Mannschaften finanziell lukrativ. In der Saison 2026/27 sind die Prämien erneut gestiegen. Insgesamt sind rund 83 Millionen Euro im Topf und damit etwa acht Millionen Euro mehr als in der vergangenen Spielzeit. Nach Verbandsangaben erhalten alle Teilnehmer für die 1. Runde 228.189 Euro (Vorjahr: 211.886 Euro). In der 2. Runde sind 456.377 Euro (Vorjahr: 423.772 Euro) zu verdienen, im Achtelfinale 912.755 Euro (Vorjahr: 847.544 Euro), im Viertelfinale 1,83 Millionen Euro (Vorjahr: 1,7 Millionen Euro) und im Halbfinale 3,65 Millionen Euro (Vorjahr: 3,39 Millionen Euro). Einen deutlicheren Prämien-Anstieg gibt es für die Finalisten. So erhält der Zweite Finalist rund vier Millionen Euro und der neue Pokalsieger etwas über sechs Millionen Euro. Der Sieger kann demnach insgesamt über 13 Millionen Euro einstreichen.

Die Pokal-Prämien im Überblick
Für die 1. Runde: 228.189 Euro
Für die 2. Runde: 456.377 Euro
Für die Achtelfinalspiele: 912.755 Euro
Für die Viertelfinalspiele: 1.825.509 Euro
Für die Halbfinalspiele: 3.651.019 Euro
Für den Final-Verlierer: 4.024.234 Euro
Für den DFB-Pokal-Sieger: 6.036.350 Euro

Anspruchsvoller Bundesligastart
Weiter geht es für die TSG Hoffenheim nach dem Pokalauftakt mit einem recht anspruchsvollen und interessanten Kräftevergleich beim Bundesligaauftakt (29.08. um 15:30 Uhr) beim 1. FC Köln (Beginn: 15:30 Uhr) sowie den beiden aufeinanderfolgenden Heimspielen gegen Borussia Dortmund (05.09. um 15:30 Uhr) und VfB Stuttgart (12.09. um 15:30 Uhr).
Fotos: foto2press und BWA













