SVS gastiert Freitagabend beim FC-Astoria Walldorf
Am Freitag um 19 Uhr ist wieder Derby-Zeit: Am 9. Spieltag der Regionalliga Südwest tritt der SV Sandhausen beim benachbarten FC-Astoria Walldorf im Dietmar-Hopp-Sportpark an und möchte sich unter anderem für die beiden Niederlagen aus der letzten Saison revanchieren. Den vergangenen Spieltag hatten sich beide Teams zum wiederholen Male anders vorgestellt: Während die Walldorfer nach der 2:3-Heimniederlage gegen den VfR Mannheim auf den ersten Abstiegsplatz 15 abrutschten, rangieren die Sandhäuser nach dem späten Ausgleichstreffer des Tabellenschlusslichts aus Ulm zum 2:2-Endstand am Hardtwald nur zwei Ränge davor.

Bereits vier sieglose Heimspiele
Bei weiterhin ausbleibendem Support bei Heimspielen aufgrund des Fanprotests blieben die Kurpfälzer damit auch im vierten Heimspiel sieglos – dem stehen bereits zwei Auswärtssiege gegenüber, was aber zu wenig ist gemessen an den eigenen Ansprüchen. Umgekehrt zum letzten Auswärtsauftritt in Freiburg ließ das Team von Trainer Markus Kauczinski einer guten ersten Halbzeit gegen Ulm eine passivere zweite Hälfte, in der man zu sehr die 2:1-Führung verwalten wollte, folgen.

„Müssen stabil sein und die kleinen Momente zu unseren Gunsten nutzen“
Sandhausens Trainer Kauczinski
Das Fazit von SVS-Chefcoach: „Wir sind enttäuscht über uns, dass wir es nicht geschafft haben, die Führung zu halten. Heute war zu sehen, dass wir noch nicht stabil genug sind. Wir müssen uns im Spiel mit dem Ball steigern, aber auch gegen den Ball muss man bis zum Ende durch verteidigen. Für uns wird es in den nächsten Spielen darum gehen, stabil zu sein und die kleinen Momente zu unseren Gunsten zu nutzen.“


Keine konstanten Torhüterleistungen
Dabei fing der SVS oder genau genommen Mittelfeldspieler Mert Tasdelen gegen Ulm da an, wo er in Freiburg aufgehört hatte, indem er mit einem technisch gekonnten Abschluss im zweiten Spiel in Folge traf. Der schnelle Ulmer Ausgleichstreffer warf die Frage nach einem Sandhäuser Torwartproblem auf, denn sowohl Arthur Lyska, der sich beim Herauslaufen verschätzte wie auch die aktuelle Nummer 2 Lukas Schneller neigen trotz hervorragender Leistungen immer wieder mal zu Unsicherheiten.

Seegert unterlief der Lapsus des Jahres
Kapitän Kehl-Gomez: „Wir machen zu viele einfache Fehler in gefährlichen Räumen.“ Doch nicht genug der Pleiten, Pech und Pannen resultierte der erneute Sandhäuser Führungstreffer mit einem von Felix Lohkemper verwandelten Handelfmeter aus dem Lapsus des Jahres: Der aktuelle Ulmer und ehemalige Sandhäuser Abwehrspieler Marcel Seegert stoppte ein Zuspiel des Ulmer Torhüters im Strafraum bei einem Blackout mit der Hand. Dem erneuten Ausgleich durch einen ebenfalls verwandelten Strafstoß ging ein Handspiel des Sandhäusers Tarnat voraus. Arianit Ferati verletzte sich vor dem zweiten Gegentor und droht auszufallen.

Verlust wichtiger Leistungsträger
Der FCA Walldorf erzielte in der vergangenen Saison mit 64 Toren die sechstmeisten Treffer, von denen allein Ausnahmetalent Yasin Zor an 31 beteiligt war. Es war jedoch klar, dass der ausgeliehene Zor, der mittlerweile Tore am Fließband für den Drittligisten TSG Hoffenheim II erzielt, nicht gehalten werden kann und kurz vor Saisonbeginn wanderte auch der ehemalige Sandhäuser Abwehrspieler Dennis Egel zum belgischen Topklub aus Saint-Gilloise ab. Mit Torhüter Ferdinand Gebert, dem Sohn des verstorbenen Managers Tobias Gebert und seiner Frau Ingrid, die einst eine Erfolgsära beim SV Sandhausen prägten, wechselte zudem ein drittes Toptalent zum Zweitligisten Karlsruher SC – drei Abgänge, die den Astorstädtern merklich fehlen.

Eine Mischung aus Talenten und Routiniers
Verstärkt wurde der Kader von Trainer Andreas Schön mit den Mittelfeldtalenten Kenny Freßle und Tino Kaufmann vom VfB Stuttgart II sowie Matej Mijic, der Tore für den FC Nöttingen erzielte. Am treffsichersten mit drei Treffern war bisher der aus Freiberg gekommene Karlo Kuranyi, Sohn des ehemaligen Nationalspielers Kevin Kuranyi. Das Schön-Team besteht aus einer ausgewogenen Mischung von Talenten und Routiniers wie Thermann, Waack und Carl. Mannschaftskapitän Marcel Carl erzielte in den letzten fünf Jahren 80 Tore für den FCA.

„Wir hatten die Möglichkeit zum Siegtreffer, konnten sie aber leider nicht nutzen“
Walldorfs Trainer Schön
Nach der unglücklichen 2:3-Last-Minute-Heimniederlage gegen den VfR Mannheim bleibt es bisher bei einem einzigen Saisonerfolg, der allerdings mit einem 2:1 gegen den Dritten Stuttgarter Kickers gelang. Coach Schön: „Mannheim hatte die besseren Chancen, die Gegentreffer haben wir zu leicht bekommen. Wir hatten die große Möglichkeit zum Siegtreffer, leider konnten wir diese nicht nutzen.“

Fürniß-Abschied steht bevor
Das zweite hitzige Kurpfalz-Derby in Folge dürfte das letzte Heimspiel unter Geschäftsführer Sport Frank Fürniß sein, der ab Oktober privat kürzer treten wird. Fürniß hatte in den letzten Jahren ein gutes Auge für Talente, wie Zor, professionalisierte den FCA weiter und konnte Erfolge feiern wie den Badischen Pokalsieg 2023.
Mögliche Aufstellungen:
FCA Walldorf: Witte – Goß, Lässig, Schieber – Thermann, Riehle, Waack, Grimmer – Maroudis – Kendel, Kuranyi (Carl)
SV Sandhausen: Lyska – Schulz, Kehl-Gomez, Osee – Yigit, Christiansen, Tarnat, Mazagg – Ferati (Mamutovic), Tasdelen – Lohkemper
AM
Fotos: foto2press













