Aufeinandertreffen zweier hochgehandelter Teams
Alle Trainer der konkurrierenden Klubs haben den mit dem höchsten Etat ausgestatteten SV Sandhausen als Aufstiegsfavoriten in der Regionalliga Südwest auf dem Zettel und beim 4:3-Sieg bei der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz konnte der SVS die Favoritenrolle auch unterstreichen. Nach sehenswert herausgespielten Treffern von Tasos Leonidis, Tim Korzuschek, Kwabe Schulz und David Mamutovic lagen die Kurpfälzer kurz vor der Halbzeit schon scheinbar ungefährdet mit 4:0 in Front, ehe die drei Punkte in der zweiten Halbzeit beinahe noch in Gefahr gerieten und bestätigte, was Trainer Kevin Stotz nach dem Remis zum Auftakt gegen Steinbach analysierte: „Offensiv sind wir immer in der Lage, zwei oder sogar mehr Tore zu schießen. In der Defensive haben wir aber zu viele Torchancen zugelassen.“

„Wir müssen im Kollektiv arbeiten“
SVS-Stürmer Stefan Maderer
Fünf Gegentore in zwei Spielen sind zu viele im Vergleich zum Mitkonkurrenten aus Freiberg, der noch mit weißer Weste dasteht. Am kommenden Samstag will ein weiter verbesserter SVS den ersten Heimdreier der neuen Saison einfahren, wenn zum 3. Spieltag um 14 Uhr der FC 08 Homburg im Stadion am Hardtwald gastiert. Stürmer Stefan Maderer hat bereits ein Erfolgsrezept parat: „Jeder weiß, was es zum Verteidigen braucht: Leidenschaft, Härte. Wir müssen im Kollektiv arbeiten.“

„Haben es am Ende noch einmal unnötig spannend gemacht“
SVS-Profi Niklas Tarnat
Niklas Tarnat, der mit seinen Flanken immer wieder Gefahr fürs gegnerische Tor heraufbeschwor, sagte nach dem Sieg in Fulda: „Die erste Halbzeit war dominant und genauso, wie wir Fußball spielen wollen. Wir haben verdient 4:0 geführt und dann nach einer Ecke ein zu einfaches Gegentor bekommen, das uns so nicht passieren darf. In der zweiten Halbzeit haben wir dann das komplette Gegenteil von dem gezeigt, was uns zuvor ausgezeichnet hatte, und es am Ende noch einmal unnötig spannend gemacht.“

Viel Qualität geholt
Es war bereits zu erkennen, dass mit Korzuschek, Tasdelen und dem robusten neuen Mannschaftskapitän Marco Kehl-Gomez im defensiven Mittelfeld von Ligakonkurrenten viel Qualität an den Hardtwald geholt wurde und mit denen vom Drittligisten Waldhof Mannheim verpflichteten Arianit Ferati sowie Felix Lohkemper standen zwei weitere hochkarätige Zugänge für die Offensive gar nicht auf dem Platz.

In der Breite besser aufgestellt
Der zweite Anzug passte und gerade im Mittelfeld ist der SVS diese Saison in der Breite besser aufgestellt. Ferati hatte beim Saisonauftakt die Gelb-Rote Karte wegen Meckerns gesehen und Lohkemper musste mit Oberschenkelproblemen vom Platz. Während Ferati auf alle Fälle wieder zur Verfügung steht, dürfte bei Lohkemper, bei dem ein kleiner Faserriss diagnostiziert wurde, mit einer schnelleren Rückkehr als bei denen sich nach langwierigen Verletzungen weiter im Aufbau befindenden Ampadu, Pfaffenrot, Wagner, Zahnen-Martinez und Nollenberger zu rechnen sein.

Differenzen gilt es noch auszuräumen
Auf eine baldige Rückkehr der supportstarken Fans, die ihr Team auswärts unverändert unterstützen, in den Heimblock hofft man auch, doch dafür müssen erst Differenzen zwischen aktiver Fanszene und Vereinsführung ausgeräumt sein. Eine Forderung der Fans lautet, willkürliche Repressionen zurückzuziehen.

Ziel ist oben mitzuspielen
Beim FC Homburg erhofft man sich trotz eines größeren Umbruchs, bis zum Ende oben mitzuspielen. Bei einer Feier wurde zuletzt an die Zweitligameisterschaft 1985/86 erinnert, doch man will sich nicht nur der glanzvollen Historie bewusst sein, sondern nach Platz 4 aus der Vorsaison wieder an erfolgreichere Zeiten anknüpfen.
Hoffnungsvolle Neuzugänge
Den Abgängen des treffsicheren Inanoglu zu Dynamo Dresden sowie Ristl, Nkansah und den Ex-Sandhäusern Röseler sowie Mittelfeldmotor Mendler, der nach dem Schicksalsschlag des Todes seiner Ehefrau seine Karriere beendet hat, stehen auch hoffnungsvolle Neuzugänge gegenüber. Neuzugang Julian Günther-Schmidt, der über 200 Drittligaeinsätze aufzuweisen hat, soll eine tragende Rolle in der Offensive zukommen, Mittelfeldspieler Birkan Celik kam wie Jan Eichhorn vom Ligakonkurrenten FSV Frankfurt und Marc Ehrhardt, der 27 Saisontore für den Oberligisten FK Pirmasens erzielte, soll wie der von Schott Mainz gekommene Jacob Roden im Sturm wirbeln.

Zwei Leistungsträger fehlen
Nach einem 2:1 im abschließenden Testspiel gegen den Drittligisten Hoffenheim II folgte mit dem 2:1 gegen den FSV Mainz 05 II, bei dem Celik zwei Strafstöße verwandelte auch ein gelungener Saisonstart. Doch zuletzt mussten die Saarländer nicht nur die 0:3-Niederlage beim Vizemeister der Vorsaison aus Freiberg wegstecken, sondern Celik sah auch die Ampelkarte und wird in Sandhausen genauso fehlen wie Roden wegen eines Syndesmosebandrisses.
Mögliche Aufstellungen:
SV Sandhausen: Schneller – Yigit, Schulz, Osee, Gipson – Tarnat, Kehl-Gomez – Mamutovic, Korzuschek (Ferati), Tasdelen – Leonidis
FC Homburg: Gelt – Schumann, Steinhart, Heilig, Steinmetz – Andermatt, Joachims – Qenaj, Günther-Schmidt, Petermann – Kuhinja
AM
Fotos: foto2press













