Spannende internationale Gegner für die TSG Hoffenheim
Endlich rollt er wieder, der Bundesliga-Fußball. Nach der langen Sommerpause startet die 64. Erstligasaison am Freitagabend mit dem Südklassiker FC Bayern München gegen VfB Stuttgart. Dies ist zugleich seit der Gründung im Jahr 1963 die inzwischen 19.221. Partie im Fußballoberhaus. Wenngleich in den zurückliegenden Jahren die Meisterschaft in zwölf von 13 Fällen an den Rekordmeister aus München ging, waren der Kampf um die internationalen Ränge sowie der Abstiegskampf äußerst spannend. Daran wird sich auch in der neuen Saison 2026/27 wenig ändern. Der Titelverteidiger geht als haushoher Favorit an den Start, die beiden Aufsteiger Paderborn und Elversberg zählen zu den heißesten Abstiegskandidaten.
Positive Bilanz gegen den Effzeh
Mit Spannung geht auch die TSG Hoffenheim in ihre 18. Erstligasaison, wo sie zum Auftakt in der Domstadt Köln gastiert. Gegen die Rheinländer zog sich Hoffe mit 13 Siegen aus den bisherigen 28 Duellen recht gut aus der Affaire. Unvergessen bleibt der bislang höchste Erstligasieg vom März 2018, als man die Geißböcke mit 6:0 mächtig auf die Hörner nahm. Es ist, wie in den meisten bisher ausgetragenen Duellen, davon auszugehen, dass es auch dieses Mal wieder sehr emotional, euphorisch und giftig zur Sache gehen wird. Mit dabei werden rund 1.200 Gästefans sein, die ihre Mannschaft im Kölner Stimmungstempel bestmöglichst unterstützen.

„Wir wissen, was uns zu kommt“
Cheftrainer Ilzer
Hoffe-Coach Christian Ilzer geht mit viel Vorfreude an den Start. Bei der heutigen Pressekonfenenz machte er dies gleich zu Beginn deutlich: „In Köln in einem emotionalen Stadion zu spielen, ist für jede Mannschaft eine große Herausforderung. Das Team hat absolute Qualitäten. Sie haben außen sehr viel Speed und mit Ragnar Ache einen Zielspieler vorn. Die Mannschaft hat eine klare Charakteristik und zeigt Gefahrenmomente, auf die wir uns eingestellt haben. Wir wissen, was auf uns zu kommt.“

Ilzer appeliert an die Einstellung
Ganz wichtig ist für den Österreicher ganz besonders die Einstellung seiner Mannschaft. Für Ilzer liegt dabei nicht nur der Folus auf dem kommenden Gegner: „Köln ist unser erster Gegner, aber wir haben noch einen viel wichtigeren Gegner: Das ist der Spieler in uns, der im letzten Jahr Fünfter geworden ist und glaubt, der kann sich davon was kaufen. Den müssen wir als Erstes besiegen, denn die letzte Saison gibt uns vielleicht Selbstvertrauen, sie gibt uns Fundament, aber sie lässt uns mit keinem einzigen Punkt Vorsprung in diese Saison starten.“

Im Kreis der Top-Vereine etablieren
Nach dem überraschenden fünften Platz mit der Qualifikation für die Europa League im Vorjahr wollen die Kraichgauer ihren Aufwärtstrend weiter fortsetzen. Mit der fünften Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb möchte der Dorfverein sich im Kreis der Top-Vereine etablieren. Hierfür war Sportchef Andreas Schicker und sein Team auf dem Transfermarkt mit über 70 Millionen Euro Investitionen äußerst aktiv, um einen schlagkräftigen und in der Breite ausgeglichenen Kader zusammenzustellen. Die Voraussetzungen für ein positives Auftreten auf europäischer Bühne sowie sich im vorderen Drittel der Bundesliga zu etablieren sind gegeben. Jetzt muss nur noch geliefert werden.

„Eine erneute Europa League-Teilnahme würde ich persönlich als einen totalen Triumpf bezeichnen“
Ronny Zimmermann
Ronny Zimmermann, DFB-Vize-Präsident und Präsident des bfv traut den Blau-Weißen erneut eine erfolgreiche Saison zu. Der in Wiesloch lebende 65-jährige Rechtsanwalt ist häufig Augenzeuge bei den Heimspielen in der Sinsheimer Arena. „Aufgrund des zuletzt überraschend guten Abschneidens liegt bei der TSG natürlich die Messlatte bei den Erwartungen besonders hoch. Das Grundgerüst um die Mannschaft herum scheint stabil zu sein, die ruhige Arbeitsweise kommt den Verantwortlichen zugute. Von daher glaube ich schon, dass der Erfolg der letzten Saison wiederholt werden kann. Eine erneute Europa League-Teilnahme würde ich persönlich als einen totalen Triumpf bezeichnen“, bescheinigt er dem Dorfverein.
Aus den Fehlern lernen
Dass das Ganze kein Selbstläufer wird, dürfte allen klar sein. Das tabellarische Auf und Ab der vergangenen Jahre ist ein warnendes Zeichen. Nach der Europa-League-Qualifikation 2019/2020 als Sechster ging es runter auf Tabellenplatz elf. Nach dem siebten Platz in der Saison 2023/2024, der für eine internationale Quali reichte, stand am Saisonende ein enttäuschender 15. Platz. Dies soll sich kein drittes Mal wiederholen.

Attraktive Gegner und sportliche Herausforderung
Neben der Vorfreude auf den Ligastart stand am heutigen Freitag auch die Auslosung für die Europa League in Monaco auf dem Programm. Hierbei wurden den Kraichgauern interessante und reizvolle Gegner zugelost. In der Sinsheimer SNP-Arena empfängt die TSG mit Olympique Lyon, Ferencvaros Budapest, Sturm Graz und Besiktas Istanbul lukrative Gegner. Besonders reizvoll dürfte die Partie dabei für Chris Ilzer und Andy Schicker gegen ihren ehemaligen Klub Sturm Graz, wo sie eine Reihe Titel sammelten, werden. Auswärts geht es für Ilzer & Co. zu Olympiakos Piräus, RSC Anderlecht, Crystal Palace und OFI Kreta. Gute Erinnerungen hat so mancher Hoffe-Fan dabei an die Reise nach Anderlecht, wo man vor zwei Jahren trotz eines spektakulären 4:3-Erfolgs in der Gruppenphase der Europa League aus dem Wettbewerb ausschied.
Fotos: BWA und Kraichagufoto













