Auswärtsstärke trifft auf Heimschwäche – SVS möchte in Mainz wieder Boden gutmachen

Fan-Boykott beendet – Verdiente Heimniederlage gegen starke Aalener

Nur eine Woche nach Beendigung der Sieglosserie in Heimspielen gegen Offenbach musste der SV Sandhausen mit der 0:1-Heimniederlage gegen den starken Aufsteiger VfR Aalen wieder einen Rückschlag am Hardtwald und im Kampf um die vorderen Plätze einstecken.

Gegen die U23-Teams wieder Boden gutmachen

Aus einem möglichen Rückstand von zwei Punkten zum Tabellenzweiten aus Aalen sind nach dem Verlust der Big Points acht Zähler geworden und in den kommenden Partien gegen die U23-Teams der Bundesligisten FSV Mainz 05 und Eintracht Frankfurt soll wieder Boden gutgemacht werden.

Die Sandhäuser Fanszene hat ihren Boykott bei Heimspielen beendet

Fan-Unterstützung ist garantiert

Zunächst gastiert der SVS am kommenden Freitag um 19 Uhr am 14. Spieltag der Regionalliga Südwest im Bruchwegstadion beim FSV Mainz 05 II und kann sich der Unterstützung der Fans sicher sein, die auch in die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt unter dem Namen „HopfeZopfer uff de Gass“ einen Bus organisieren. Wie bei allen anderen Auswärtspartien wird zudem auch die „Szene 1916“ in Mainz einen starken „zwölften Mann“ abgeben, nachdem der Fanclub bereits vor dem Spiel gegen Aalen den Boykott bei Heimspielen für beendet erklärt hatte.

Die Heimniederlage gegen Aalen war für den Sandhäuser Arianit Ferati zum Haare raufen

„Wir sind zwar gut, aber noch etwas von einem sehr guten Team entfernt“

SVS-Trainer Markus Kauczinski

Doch trotz des Stimmungshochs und des Supports konnte ihr Team die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen bzw. wurden noch Grenzen aufgezeigt. SVS-Trainer Markus Kauczinski musste im achten Spiel unter seiner Regie nach zuletzt guten Leistungen seines Teams die erste Niederlage wegstecken und konnte nicht zufrieden sein: „Das war ein verdienter Sieg für Aalen. Wir waren vor allem in der ersten Halbzeit nicht so präsent, wie wir sein wollten. Im Moment tut es weh, aber wir werden daraus lernen. In Sachen Laubereitschaft, schnelles Spiel, Ordnung und Cleverness haben wir noch Schritte zu gehen. Heute haben wir gemerkt, dass wir zwar gut sind, aber noch etwas von einem sehr guten Team entfernt sind.“

Sandhausens Sportdirektor Anthony Loviso

Selbstbewusste und kombinationsstarke Aalener

Sportdirektor Anthony Loviso machte – nach dem erneuten mittleren Umbruch – noch ein weiteres Problem fest: „Teams wie der VfR Aalen spielen schon länger zusammen und haben Automatismen, die bei uns noch nicht so gefestigt sind, um sie über 90 Minuten auf den Platz zu bringen.“ Die Gäste präsentierten sich nach einer Serie von Siegen als selbstbewusstes, kompakteres und kombinationsstarkes Team, das dem SVS nur wenige Chancen gewährte.

David Mamutovic (re.) enteilt seinem Aalener Gegenspieler Yunus Emre Kahriman

Niederlage hätte höher ausfallen können

Arianit Ferati vergab freistehend die beste Möglichkeit, während Felix Lohkemper, der nach überstandener mehrwöchiger Verletzung sein Startelf-Comeback feiern konnte, nur zu einer Halbchance kam. Der VfR hingegen nutzte eine Sandhäuser Nachlässigkeit in der Abwehr kurz vor der Pause zum Treffer des Tages durch Melo, verzeichnete zwei weitere Lattentreffer und hätte in der Schlussphase beinahe die Führung ausgebaut, scheiterte aber zweimal am diesmal besten Sandhäuser Arthur Lyska zwischen den Pfosten.

Felix Lohkemper in Aktion

Auswärtsstärke trifft auf Heimschwäche

In Mainz wird Trainer Kauczinski in der Abwehr auf Kwabe Schulz verzichten müssen, der wegen eines zu harten Einsteigens in der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte sah. Der länger verletzt gewesene Teoman Akmestanli könnte für Schulz zu seinem Startelfdebüt in dieser Saison kommen. Während es am heimischen Hardtwald weiter hakt, reist der SVS als viertbestes Auswärtsteam der Liga zur heimschwächsten Mannschaft aus Mainz.

SVS-Kapitän Marco Kehl-Gomez (li.) beim Kopfballduell mit Aalens Michael Kleinschrodt

Rheinhessen mit Abstiegssorgen

Einem Heimsieg gegen den FSV Frankfurt stehen ein Remis und vier Niederlagen gegenüber. Durch die 1:3-Niederlage beim Schlusslicht aus Fulda sind die Mainzer auf Abstiegsrang 16 gerutscht, mit 13 Treffern haben sie bisher die wenigsten in der Liga erzielt, konnten aber mit Auswärtssiegen bei den Stuttgarter Kickers und Hessen Kassel überraschen. Bei der 0:5-Niederlage beim Tabellenführer aus Freiberg kam das junge Team bei drei Gegentreffern in zwölf Minuten bei fehlender Durchsetzungsfähigkeit und zu großen Abständen an seine Grenzen, in Stuttgart wiederum glänzten sie mit ballsicherem Spiel.

Mit vereinten Kräften versuchen die Sandhäuser Max Christiansen (li.), Yannick Osee (Nr. 13) und Seyhan Yigit (Nr. 22) dem Aalener Yunus Emre Kahriman (am Boden) den Ball abzujagen

Wechselnde Aufstellungen

Die U23-Teams mit ständig wechselnden Formationen bleiben eine Wundertüte, so kamen bisher 27 Akteure bei den 05ern zum Einsatz – bestehend aus vielen talentierten Nachwuchsakteuren und einigen routinierten Führungsspielern wie Abwehrakteur Korbinian Burger, dem 34-jährigen ehemaligen Bundesligaprofi Yunus Malli oder dem gleichaltrigen ehemaligen Mittelfeldspieler des SV Sandhausen Julian Derstroff. Derstroff sowie Nick Cherny und Fabio Moreno Fell waren mit je zwei Treffern bisher am erfolgreichsten.

Florian Engelhardt beim Kopfballduell gegen den Aalener Yunus Emre Kahriman (re.)

Kann der Erfolg aus der Vorsaison wiederholt werden?

Seit 2011 ist die ehemalige Heimspielstätte des Bundesligateams Bruchwegstadion das Heimstadion der zweiten Mannschaft. Am 30. Spieltag der vergangenen Saison siegte der SVS nach einem Remis in der Hinrunde 3:1 in Mainz.

Mögliche Aufstellungen:

FSV Mainz 05 II: Babatz – Burger, Schulz, Ugljanin, Voett – Cherny, Gabriel, Malli, Derstroff – Gitau, Moreno Fell

SV Sandhausen: Lyska – Akmestanli, Kehl-Gomez, Osee – Yigit, Christiansen, Tarnat, Mazagg – Ferati, Tasdelen – Lohkemper

AM
Fotos: foto2press

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