Um unter die Top 24 zu kommen, müssen die Hoffenheimer viel investieren
Am Donnerstagabend (18:45 Uhr/Sky) steigt für die TSG Hoffenheim in einer weiteren englischen Woche im vollgepackten Terminkalender das nächste Spiel auf internationaler Bühne. Die Kraichgauer gastieren dabei am 4. Spieltag der UEFA-Europa League beim englischen Premier League-Klub Crystal Palace.
„Eagles“ mit beachtlichen Erfolgen
Der Klub aus dem Süden der britischen Hauptstadt erlebte zuletzt die erfolgreichste Phase seiner Vereinsgeschichte, wenngleich er in dieser Saison aktuell in tiefen Abstiegsnöten steckt. Die Londoner können auf äußerst erfolgreiche letzte zwei Spielzeiten zurückblicken: Nach dem Gewinn des FA Cups 2025 folgte der Sieg im englischen Superpokal und im Frühjahr 2026 der Titelgewinn der UEFA Conference League. Für die „Eagles“, die deutlich im Schatten der Londoner Top-Klubs FC Arsenal, FC Chelsea, Tottenham Hotspur oder West Ham United stehen, waren dies die ersten Titel in der Vereinsgeschichte überhaupt.

Dorfklub zu Gast in der Weltstadt
Unter dem Motto Dorfklub zu Gast in der Weltstadt London begleiten rund 1.600 TSG-Fans ihre Mannschaft auf die Insel. Für Hoffenheims Trainer Christian Ilzer wird es eine spannende und zugleich herausfordernde Aufgabe: „Beide Klubs haben eine ähnliche Situation in der Liga. Sowohl Crystal Palace als auch wir wollen in der Europa League Selbstvertrauen tanken für die Liga. Es riecht nach einem intensiven Spiel.“

„Es wird wichtig sein, gut ins Spiel zu starten“
TSG-Coach Christian Ilzer
Dabei macht der 49-jährige Österreicher deutlich, „dass es wichtig sein wird, gut ins Spiel zu starten und unser Spiel auf den Platz zu bringen. Wenn uns das gelingt, steigen auch unsere Chancen auf einen Punktgewinn.“ Ein Zähler ist das Minimum, um sich die Chancen auf ein theoretisches Weiterkommen offen zu halten. Um nach zwei Niederlagen und einem Sieg noch in die Top 24 zu kommen, um dann die K.-o.-Phase zu erreichen, dürfen sich die Blau-Weißen im 26.255 Zuschauer fassenden Selhurst Park keine Niederlage leisten.
Bundesliga gegen Premier League
Auch wenn es international nicht auf allerhöchstem Niveau in der Königsklasse des europäischen Fußballs abläuft, so ist das Duell zwischen der Bundesliga und der Premier League immer wieder reizvoll, auch am Donnerstagabend. Dabei zählt weniger das für beide Teams enttäuschende Abschneiden im Ligaalltag, sondern vielmehr das deutsch-englische Duell auf internationaler Bühne. Erfolg und Selbstvertrauen bringt, was beide Mannschaften angesichts der letzten Ergebnisse unbedingt benötigen.

„Sie haben immer individuell sehr starke, sehr schnelle und körperlich robuste Spieler“
Hoffenheims Kapitän Oli Baumann
TSG-Kapitän Oliver Baumann erwartet eine große Aufgabe für sich und sein Team: „Ich durfte schon gegen den einen oder anderen Gegner aus der Premier League spielen. Sie haben immer individuell sehr starke, sehr schnelle und körperlich robuste Spieler.“ Die Hoffenheimer können sich auf einen Gegner einstellen, der wie ihr Trainer prophezeit „mit viel Wucht und viel Dynamik auftreten wird“. Mit den Fans im Rücken wird das Team des französischen Trainers Pierre Sage, der im Sommer die Nachfolge des Österreichers Oliver Glasner angetreten hat, von Beginn an mächtig Dampf machen.


Schwerwiegende Ausfälle
Die zahlreichen Spiele in den zurückliegenden Wochen haben deutliche Spuren hinterlassen. Die Personalsituation hat sich bei der TSG erneut verschlechtert. Bei der Reise auf die Insel müssen die Nordbadener neben ihren Langzeitverletzten auf eine Reihe wichtiger Stammspieler verzichten. Aufgrund muskulärer Probleme mussten kurzfristig Adam Hlozek, Vladimir Coufal und Bambase Conte passen, ebenso wie Max Moerstedt, der weiterhin wegen des Verdachts auf Gehirnerschütterung noch geschont wird. Nach seiner Sperre in Bremen kehrt zumindest Alexander Prass wieder in die Startformation zurück.
„So eine Situation kann auch Potenziale im Verein schaffen“
Trainer Ilzer
Für Ilzer ist dies zwar eine angespannte Situation, aber dennoch kein Grund vorzeitig die Flinte ins Korn zu werfen. Vielmehr sieht er darin auch etwas positives: „In Bremen haben wir fünf Debütanten in einem Spiel gehabt. So eine Situation kann auch Potenziale im Verein schaffen. Es ist eine Chance für die Jungs. Wir haben noch immer eine sehr gute Mannschaft und vollstes Vertrauen.“

„Wir haben gesehen, dass wir in der Europa League punkten können“
Torhüter Baumann
Hoffenheim-Legende Baumann zieht aus dem letzten Sieg gegen Olympique Lyon positive Energien, wie er bei der Pressekonferenz heute verriet: „Der Sieg gegen Lyon tat uns enorm gut. Wir haben gesehen, dass wir in der Europa League punkten können und in der Tabelle nach vorn kommen. Wir haben uns ein gutes Gefühl erarbeitet und wollen auch in London ein gutes Spiel machen.“
Formschwacher Gegner
Die aktuelle Form der Engländer in der englischen Premier League ist wenig erfolgreich. Crystal Palace steht nach zuletzt drei verlorenen Spielen in Folge auf einem Abstiegsplatz (18.). Auf europäischer Bühne stehen die „Eagles“ nach einem Sieg gegen Lech Posen, einem Unentschieden bei Besiktas Istanbul und einer Niederlage in Lyon mit vier Punkten auf Tabellenplatz 15.

Verlieren verboten
Die Fans können sich auf ein Duell auf Augenhöhe einstellen, bei dem für beide derzeit kriselnden Teams verlieren verboten ist. Nach dem Pokal-Aus in Kiel und der Niederlage in Bremen gilt es für Ilzer & Co. an der Themse unter allen Umständen eine dritte Auswärtsniederlage in Folge zu verhindern. Die raue Herbstluft wäre dann in den nächsten Wochen sicherlich noch unangenehmer.
Fotos: BWA, foto2press und Kraichgaufoto













