Leichtfertig verschenkten Sieg gegen Crystel Palace gilt es aufzuarbeiten
Lange sah die TSG Hoffenheim am 4. Spieltag der UEFA-Europa League beim englischen Premierligisten Crystal Palace wie der sichere Sieger aus, ehe in der Nachspielzeit die gastgebenden „Eagles“ die frühe TSG-Führung von Alexander Prass (7.) in der Nachspielzeit durch Daichi Kamada überraschend noch ausgleichen konnten (90.+1.).
Fans feierten trotz Enttäuschung den Auswärtspunkt
Die stark ersatzgeschwächten Gäste boten beim amtierenden Conference-League-Sieger eine ansprechende Leistung und standen kurz vor ihrem zweiten Sieg im laufenden Wettbewerb. Trotz der Enttäuschung aufgrund des späten Ausgleichs, der zudem noch in Überzahl aufgrund einer gelb-roten Karte für Crystal Palace fiel, feierten die 1.600 mitgereisten Hoffe-Fans ihr Team lange nach dem Abpfiff mit Gesängen wie „Don’t take me home“ im Selhurst Park.

Zweigeteilte Gefühle beim TSG-Coach
Die Gefühle bei TSG-Coach Christian Ilzer waren nach Spielschluss zweigeteilt. Zum einen, weil er mit dem Auftritt seiner Mannschaft aufgrund der großen Personalsorgen zufrieden sein konnte, zum anderen überwog die Enttäuschung über den leichtfertig vergebenen so wichtigen Auswärtsdreier aufgrund des Last-Minute-Gegentreffers. Aufarbeitung war angesagt beim Österreicher: „Da müssen wir aufarbeiten, woran es lag. Nur gute Leistungen zu zeigen, reicht uns nicht. Wir wollen auch die Siege mitnehmen.“ Siege, die die Kraichgauer sowohl im Europapokal, wo sie sich noch für KO-Runde qualifizieren möchten, als auch in der Bundesliga, wo es deutlich tabellarisch nach oben gehen soll, dingend benötigen.
„Daran müssen wir arbeiten“
TSG-Geschäftsführer Sport Andy Schicker
Für Sportchef Andreas Schicker hätte die Mannschaft auf der Insel am Donnerstagabend drei Punkte verdient gehabt: „Der Ausgleich kurz vor Schluss war natürlich bitter. Es ist nicht das erste Mal, dass wir kurz vor Schluss Tore kassieren. Daran müssen wir arbeiten. Aber es ist eine junge Mannschaft, die einen Entwicklungsprozess geht.“

„Das darf uns einfach nicht passieren“
TSG-Profi Alex Prass
Enttäuscht zeigten sich auch die Spieler: So auch Andrej Kramaric: „Wir sind enttäuscht, weil wir ein Top-Spiel gemacht haben. Wir hatten viele Topchancen, waren aggressiv und hätten drei Punkte verdient gehabt.“ Für den Torschützen Prass war es ein mieses Gefühl: „Speziell in der zweiten Halbzeit haben wir gar nichts mehr zugelassen. Dann gehen die in Unterzahl – und wir geben das Spiel aus der Hand. Das ist uns letzte Saison schon mal passiert und das ist uns jetzt wieder passiert, wo ich es einfach nicht verstehe, dass wir es nicht schaffen, das Spiel einfach zu beruhigen, den Ball wieder laufen zu lassen, klare Zuordnungspunkte zu halten und unser Pressing auch durchzuziehen. Wir lassen uns gegen die dann hinten reindrücken, und ja: Das darf uns einfach nicht passieren.“

„Wir wollen unsere Dominanzphasen auch in Ergebnisse umwandeln“
Christian Ilzer
Nur drei Tage nach dem Auftritt auf europäischer Bühne folgt bereits wieder der Alltag mit dem Bundesliga-Heimspiel des 9. Spieltages am Sonntag (19:30 Uhr) in Sinsheim gegen den FC Schalke 04. Für Ilzer gilt es jetzt die Lehren aus dem Auftritt auf der Insel zu ziehen und es künftig besser zu machen: „Wir wollen unsere Chancen noch konsequenter nutzen. Wir wollen unsere Dominanzphasen auch in Ergebnisse umwandeln. Unsere Stabilität wollen wir über das gesamte Spiel beibehalten, also die Energie und den Fokus hochalten.“

S04 mit Negativserie
Die Gäste aus dem Ruhrpott reisen mit einer großen Anhängerschar trotz der für sie ungünstigen Anstoßzeit an die Elsenz. Nach einem guten Saisonstart mit fünf Punkten aus den ersten vier Partien ging es bei den Königsblauen jedoch mit nur einem Punkt aus den letzten fünf Spielen kontinuierlich abwärts. Der Aufsteiger, der seit 420 Pflichtspielminuten ohne Torerfolg ist, rutschte tief in den Tabellenkeller und wird alles daransetzen, nicht mit leeren Händen die Heimreise anzutreten.
Die bisherigen Duelle:
Die Bilanz aus den bisherigen 30 Duellen spricht bei 14 Siegen und neun Niederlagen für die Kraichgauer. Nach der enttäuschenden Niederlage in Bremen (0:2) sind die Hoffenheimer wieder etwas in Zugzwang gekommen und gehen aufgrund ihrer Heimstärke gegen den Tabellenvorletzten als klarer Favorit ins Spiel.
Fotos: BWA, Kraichgaufoto













